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Haßberge

1865 wurde die Kirche in neugotischer Weise umgestaltet

Ein volles Festzelt ist der Traum jedes Veranstalters. Dieses Jahr wird wegen Corona keines aufgestellt. FOTO: M. SCHWEIGER


Im Jahr 1865 wurde die Kirche in neugotischer Weise durch Pfarrer Wieland umgestaltet. Die barocke Westfassade wurde wie die baufällig gewordene Decke entfernt. Die barocken Altäre wurden durch neugotische ersetzt. Das Hauptaltarblatt der Barockzeit mit der Skapuliermadonna zierte jetzt den linken Seitenaltar und war flankiert von Figuren der Apostel Simon und Judas Thaddäus. Der rechte Seitenaltar zeigte die Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan.

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Im Jahr 1956 wurde – wie auch anderswo – fast die gesamte neugotische Einrichtung der Kirche entfernt. Da die Kirche bald als zu leer empfunden wurde, erwarb man neugotische Seitenaltäre aus Forst und den Hauptaltar aus Escherndorf. In den beiden seitlichen Konchen dieses Altars ist rechts die Figur von St. Burkard, erster Bischof von Würzburg, zu sehen und links sein Nachfolger St. Gumpert. In der Mittelkonche steht die Figur von Johannes dem Täufer, ein Werk von Lothar Bühner (Bad Neustadt) aus dem Jahr 1987.

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Rechts des Hochaltars steht die Figur eines Diakons, möglicherweise St. Totnan. Links steht die Figur der Heiligen Barbara, ein Werk aus dem 15. Jahrhundert aus der Kirche von Gnodstadt. In den Seitenaltären befindet sich die Figur des St. Josef mit Jesuskind sowie die Madonna mit Jesuskind von R. Schiestl aus dem Jahr 1917, die ehemals bei der Fronleichnamsprozession mitgetragen wurden. 1982 wurde eine Taufkapelle geschaffen.

Ambo und Volksaltar sind kupfervergoldet. Die Vorderseite des Volksaltars ziert ein von Halbedelsteinen eingerahmtes Lamm. In den Fasen des Triumphbogens stehen sich eine Skapuliermadonna mit Jesuskind und eine Herz-Jesu-Statue gegenüber, beides Werke von R. Schiestl aus dem Jahr 1917. Zwischen dem rechten Seitenaltar und dem Triumphbogen ist die wertvollste Gruppe zu sehen: die unter dem Kreuz zusammenbrechende Maria, gestützt von Johannes und Maria Magdalena. Die Figur stammt wohl aus einer Kreuzigungsgruppe und wurde um das Jahr 1460 gefertigt.

An den Langhauswänden sind dreiviertel-lebensgroße, weiße Figuren der Heiligen Anna und des Heiligen Petrus zu sehen. Sie sind die ehemaligen Zen-tralfiguren der Barockaltäre und wurden wahrscheinlich von Thomas Wagner aus Theres im Jahr 1739 gefertigt. Aus der Barockzeit stammen die gleichgroßen Figuren St. Sebastian und St. Georg. Rechts der Orgel hängt ein Gemälde des Malers Mika aus dem Jahr 1729, das die Immakulata mit Putten zeigt. Links der Orgel hängt ein Gemälde des Malers Leingrub aus Würzburg aus dem Jahr 1870, das St. Kilian zeigt. Die Nordwand des Langhauses ziert ein Gemälde aus der Barockzeit, das die Heilige Dreifaltigkeit darstellt. Die dreiteilige Orgel schuf O. Hoffmann aus Ostheim/Rhön im Jahr 1987.

Die Achse des Turmes und die des Langhauses liegen nicht in einer Linie. Die Achse des Langhauses und die Fassade der Kirche weichen nach Norden ab. Außerdem ist die Kirche vom Triumphbogen aus nach Süden um 0,40 Meter breiter als nach Norden. Den Triumphbogen krönt ein Schlussstein mit dem Wappen Julius Echters. Der Treppenturm zur Empore an der Nordwestecke der Kirche stammt aus dem Jahr 1876. Den Westgiebel ziert die Sandsteinfigur Johannes des Täufers. Das Hauptportal ist spitzbogig. Es ist flankiert von zwei neugotischen Sandsteinfiguren von Maria mit dem Jesuskind und Josef.

2020 wurden die Figuren der Diözesanpatrone Kolonat und Totnan im Altarraum angebracht. Im Eingangsbereich begrüßen die Apostel Judas Thaddäus und Simon der Zelot die Besucher. Der Festgottesdienst mit Weihbischof Boom läutet ein Festjahr mit monatlichen Akzenten und Feierlichkeiten ein, das mit einem Abschlussgottesdienst am Kirchweihsonntag, 19. September 2021, endet. (msch)

Weitere Informationen im Internet unter www.hofheim-katholisch.de