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Sonderveröffentlichung

Würzburg

Bei Beschwerden gleich zum Arzt

Probleme beim Wasserlassen können ein Symptom einer vergrößerten Prostata sein. FOTO: GETTY IMAGES


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Bei vielen Männern beginnt die Prostata ab einem Alter von 45 Jahren gutartig zu wachsen. Weil die Vorsteherdrüse wie ein Ring um die Harnröhre liegt, kann diese Wucherung Probleme beim Wasserlassen bereiten.

Sie lässt sich aber gut behandeln, betont die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände in ihrer Zeitschrift „Neue Apotheken Illustrierte“. Wichtig sei, bei den ersten Beschwerden direkt zum Arzt zu gehen.

In schweren Fällen ist eine Operation nötig, bei der Teile der Drüse entfernt werden. Außerdem kann der Arzt Medikamente verschreiben, die die Muskulatur um die Blase entspannen. Andere Arzneimittel verkleinern die Drüse, können aber starke Nebenwirkungen haben. Pflanzliche Präparate eignen sich bei noch schwachen Symptomen.

Trinkmenge gleichmäßig über den Tag verteilen

Generell sollten Prostata-Patienten ihre Trinkmenge gleichmäßig über den Tag verteilen, nur wenig Alkohol und Kaffee trinken und vor dem Schlafengehen besser auf die Tasse Tee verzichten. tmn

Gesundes Essen senkt Krebsrisiko

Mit unserem Essverhalten können wir unseren Körper dabei unterstützen, gesund zu bleiben. Doch hat eine gesunde Ernährung auch einen schützenden Effekt bei Prostatakrebs? Dieser Frage gingen Wissenschaftler aus dem Iran nach. Sie bezogen 50 Prostatakrebs-Patienten und 150 gesunde Vergleichspersonen, die im Alter und Gewicht mit den Patienten übereinstimmten, in ihre Studie ein.

Nachdem andere mögliche Risikofaktoren berücksichtigt wurden, stellten die Wissenschaftler bei ihrer Analyse der Daten fest, dass ein gesundes Essverhalten mit einem geringeren Prostatakrebs-Risiko einherging. Ein gesundes Essverhalten zeichnete sich durch viel Hülsenfrüchte, Nüsse, Gemüse, Früchte, Fruchtsäfte, Fisch, Eier, Geflügelfleisch und fettarme Milchprodukte aus.

Andersrum schien ein ungesundes Essverhalten das Risiko für Prostatakrebs zu erhöhen. Zu einer ungesunden Ernährung zählten in dieser Studie folgende Lebensmittel: gehärtete Fette, raffinierte Körner, Butter, rotes Fleisch, verarbeitetes Fleisch, Innereien, Süßigkeiten, Desserts, Softdrinks, Salz, fettreiche Milchprodukte, Snacks, Tee und Kaffee. Eine ungesunde Ernährung erhöhte somit das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken. Andersrum waren Personen, die sich gesund ernährten, seltener von Prostatakrebs betroffen. DGP

Zurück in den BerufZurück in den Beruf

Obst und Gemüse ist ohnehin gesund – und kann außerdem das Krebsrisiko senken. FOTO: ROBERT GÜNTHER/TMN
Obst und Gemüse ist ohnehin gesund – und kann außerdem das Krebsrisiko senken. FOTO: ROBERT GÜNTHER/TMN
Die Diagnose Prostatakrebs kann das Leben aus den Angeln heben. Die Betroffenen müssen aufgrund einer Krebstherapie und einem Aufenthalt in einer Rehabilitationsklinik oft für eine längere Zeit aus dem Beruf austreten. Danach in diesen zurückzufinden ist nicht immer leicht.

Wissenschaftler sammelten Daten von 711 Prostatakrebs-Patienten, die berufstätig waren und sich einer operativen Entfernung der Prostata unterzogen hatten. Patienten, die bereits Metastasen aufwiesen oder deren Lymphknoten befallen waren, wurden aus der Analyse ausgeschlossen. Die Wissenschaftler stellten fest, dass 87 Prozent der Patienten zwölf Monate nach Abschluss der Reha wieder ihrem Beruf nachgingen.

Den Patienten gelang der Wiedereinstieg in den Beruf im Durchschnitt nach 73,7 Tagen. Faktoren, die das Risiko erhöhten, dass der Patient noch nicht wieder im Berufsleben stand, waren, wenn der Patienten das Gefühl hatte, generell nicht arbeiten gehen zu können, oder wenn er sich unfähig fühlte, den früheren Tätigkeiten nachzugehen. Andere Risikofaktoren waren zum Beispiel ein höheres Alter und Prostatakrebs im Stadium III. DGP

Früherkennung: Welche Untersuchungen gibt es?

Mit verschiedenen Untersuchungen kann ein Prostatakarzinom schon frühzeitig erkannt werden. FOTO: GETTY IMAGES
Mit verschiedenen Untersuchungen kann ein Prostatakarzinom schon frühzeitig erkannt werden. 
FOTO: GETTY IMAGES
Ab dem 45. Lebensjahr haben Männer einmal jährlich Anspruch auf eine Untersuchung zur Früherkennung von Prostatakrebs. Sie hilft, ein Prostatakarzinom frühzeitig zu entdecken, was die Erfolgschancen der Therapie verbessert. Gleichzeitig spürt die Suche aber möglicherweise auch Tumoren auf, die nie Beschwerden gemacht hätten. Diese Überdiagnose und Übertherapie kann schwere gesundheitliche Folgen für die betroffenen Männer haben. Jeder Mann sollte deshalb den persönlichen Nutzen und das Risiko der Früherkennung abwägen und sich dazu von einem Arzt beraten lassen.

Tastuntersuchung

Ein Prostatakarzinom lässt sich in vielen Fällen durch eine rektale (durch den After) Tastuntersuchung der Prostata feststellen. Veränderungen wie eine vergrößerte Prostata oder knotige Verhärtungen des hinteren Teils werden mit dem Finger aufgespürt. Tastbare Prostatakarzinome sind oft nicht mehr auf die Vorsteherdrüse begrenzt, sondern haben schon die Kapsel der Prostata durchbrochen. Nicht fühlbar sind Prostatakarzinome, die seitlich oder zur Bauchseite hin wachsen.

PSA-Test

PSA steht für „Prostataspezifisches Antigen“ und ist ein Eiweiß, das nur die Prostata produziert und im Blut gemessen werden kann. Ein erhöhter PSAWert besagt aber noch nicht, dass ein Mann auch tatsächlich Prostatakrebs hat. Er kann zum Beispiel auch bei einer Prostataentzündung (Prostatitis) erhöht sein. Außerdem steigt der PSAWert nach jeder Art der Prostatastimulation. Umgekehrt heißt ein niedriger PSA-Wert nicht zwangsläufig, dass kein Prostatakrebs vorliegt.

Bei einem Wert zwischen 0 und 2 Nanogramm pro Milliliter Blut (ng/ml) sollte alle zwei Jahre, bei einem Wert von 2 bis 4 ng/ml jedes Jahr kontrolliert werden, ob sich die Prostata verändert hat. Ab 4 ng/ml werden zusätzliche Untersuchungen empfohlen, darunter die Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie). Denn bei vier von zehn Männern mit einem PSA-Wert zwischen 4 und 10 ng/ml wird dabei tatsächlich Krebs entdeckt.

Der PSA-Test ist nicht Teil der gesetzlichen Prostatakrebsfrüherkennung. Nur wenn der Tastbefund auffällig ist, bezahlen die Krankenkassen den PSA-Test. Er spielt außerdem beim Verlauf und der Kontrolle einer bestehenden Prostatakrebserkrankung eine wichtige Rolle.

Gewebeentnahme (Biopsie)

Eine Gewebeentnahme (Biopsie) kann Gewissheit bringen, ob Prostatakrebs vorliegt. Mit einer feinen Nadel werden mehrere Gewebeproben aus der Prostata entnommen (Stanzbiopsie). Die Biopsie wird in den meisten Fällen unter Ultraschallkontrolle durch den Enddarm entnommen. Ein Pathologe untersucht das Gewebe anschließend auf Krebszellen.

Metastasensuche

Bestätigt sich die Diagnose Prostatakrebs, werden gegebenenfalls weitere Untersuchungen durchgeführt, um mögliche Tochtergeschwulste (Metastasen) zu finden. Das können zum Beispiel Ultraschall der Nieren oder Röntgen der Lunge sein. Barmer

Sanfte Operation per Wasserstrahl

Patienten mit einer gutartigen Prostatavergrößerung können künftig von einer neuen Technik profitieren, die in der Urologie nach und nach Einzug hält. Bei dem Verfahren kommt ein „AquaBeam“-OP-Roboter zum Einsatz. Damit können die Spezialisten überschüssiges Prostatagewebe besonders genau und gleichzeitig schonend entfernen.

Das Geheimnis hinter der neuen Technik, die im Silicon Valley in den USA entwickelt wurde, ist eine Kombination aus Bildgebung und hoch fokussiertem Wasserstrahl. Anders als bei anderen Operationsverfahren können die Urologen mit dem „AquaBeam“ den zu entfernenden Teil der Prostata zu Beginn des Eingriffs besonders genau identifizieren und markieren.

Die so markierten Bereiche kann der Operateur dann schonend mit einem Hochdruck- Wasserstrahl unter computergestützter Führung entfernen. Die operative Behandlung von gutartigen Prostatavergrößerungen durch die Harnröhre ist bereits seit vielen Jahrzehnten möglich. Seit gut 15 Jahren auch mit Hilfe von Speziallasern, mit denen man das überschüssige Gewebe entweder verdampfen oder entkernen kann.

Gleichbleibende und hohe Qualität

Das „AquaBeam“-Verfahren gilt als noch schonender. Der Patient profitiert gleich mehrfach von der neuen Technik: Die Operationszeit ist sehr kurz – und da es sich um ein robotisches Verfahren handelt, ist eine gleichbleibende und hohe Qualität gesichert. Zum einen kann so der Schließmuskel sicher geschont werden, sodass keine Gefahr der Inkontinenz besteht. Zum anderen kann die Funktion des Samenergusses mit großer Wahrscheinlichkeit erhalten werden. Quelle: Asklepios

Prostatabiopsie: Infektionen vermeidenHeading 2

Bei einer Biopsie wird Gewebe entnommen und auf Krebszellen untersucht. FOTO: GETTY IMAGES
Bei einer Biopsie wird Gewebe entnommen und auf Krebszellen untersucht. 
FOTO: GETTY IMAGES
Eine US-amerikanische Studie zeigt: Patienten, die vor einer Prostatabiopsie vorbeugend mit Antibiotika behandelt werden, leiden deutlich seltener an Infektionen nach dem Eingriff. Fluorchinolone gelten als Mittel der Wahl. Doch Resistenzen gegen Medikamente aus dieser Substanzgruppe nehmen zu.

Leitlinien zum Thema Prostatakrebs empfehlen, die Patienten vor einer Prostatabiopsie prophylaktisch mit Antibiotika zu versorgen.

Ein Rektalabstrich vor der Biopsie ermöglicht mittels Antibiogramm klare Erkenntnisse darüber, ob und welche Resistenzen vorliegen. Der Abstrich muss dafür rechtzeitig vor dem Eingriff erfolgen, um gesicherte Laborergebnisse zu erhalten.

Bakterien gezielt bekämpfen

Ein Team um den Urologen David Preston von der University of Kentucky in Lexington konnte in einer Studie nachweisen, dass dieses Verfahren sehr wirksam ist: Männer, die statt gezielter Antibiotikagabe die Standardprophylaxe erhielten, hatten 6,5-mal häufiger mit Infektionen zu kämpfen als Patienten, die sich vor dem Eingriff gezielt mit Antibiotika behandeln ließen.

Bei den resistenten Keimen handelte es sich am häufigsten um E. coli. Die Wissenschaftler stellten fest, dass Kolibakterien besonders auf Ciprofloxacin immer schlechter reagierten: Die Ansprechrate sank im Zeitraum zwischen 2010 und 2014 von 71 Prozent auf 65 Prozent. IPF

Abwarten oder direkt operieren?

Die Prostata liegt unter der Harnblase und umschließt die Harnröhre wie ein Ring. FOTO: GETTY IMAGES
Die Prostata liegt unter der Harnblase und umschließt die Harnröhre wie ein Ring. FOTO: GETTY IMAGES
Aufgrund der immer besseren Früherkennungsuntersuchungen wird Prostatakrebs häufiger schon in frühen Stadien erkannt – also dann, wenn er noch auf die Prostata beschränkt ist. Dies ist wichtig, da die Heilungschancen umso besser sind, je früher der Krebs entdeckt und behandelt wird. Nicht selten kommt es jedoch vor, dass ein Prostatakrebs entdeckt wird, der die Lebenszeit und die Lebensqualität des Patienten nicht beeinträchtigt hätte. Bei dieser Art von Prostatakrebs würde eine Therapie die Lebensqualität der Patienten aufgrund der Nebenwirkungen stärker beeinträchtigen als der Krebs selbst.

Es ist jedoch schwer vorherzusagen, ob der Prostatakrebs lebensbedrohlich wird oder ob von ihm keine Gefahr ausgeht. Viele Patienten stehen daher vor der schwierigen Entscheidung, ob sie sich operieren lassen sollen oder doch besser erstmal abwarten.

Im Rahmen einer Langzeitstudie untersuchten Wissenschaftler 695 Männer mit einem Prostatakrebs, der noch auf die Prostata beschränkt war. Diese Patienten haben sich zwischen 1989 und 1999 entweder die Prostata entfernen lassen (347 Patienten) oder die Erkrankung engmaschig kontrollieren lassen, ohne sofort einzugreifen (348 Patienten). Die Patienten wurden bis 2017 begleitet.

OP verringert Sterberisiko

Die Studie zeigte, dass Patienten, die sich direkt einer Operation unterzogen, ein 45 Prozent geringeres Risiko, an Prostatakrebs zu sterben hatten, als die Patienten, die den Krankheitsverlauf zunächst nur beobachteten. Die Wissenschaftler berechneten, dass mit einer sofortigen Operation bei einer 23-jährigen Beobachtungszeit durchschnittlich 2,9 Jahre Lebenszeit gewonnen wurden.

Zwei Faktoren beeinflussten das Sterberisiko besonders: die Ausbreitung des Tumors und dessen Aggressivität. DGP