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Bewegung im Alter hält Knorpel in Schuss

Auf geht’s: Es nie zu spät, um Fitnessroutinen zu entwickeln. FOTO: CHRISTIN KLOSE

Wer rastet, der rostet - stimmt das? Bei Bewegungsmangel im Alter gilt das Sprichwort auf jeden Fall, sagen Orthopäden.

Ob spazieren gehen, kleine Haushaltsaufgaben, Gartenarbeit oder Sport: Auch ältere Menschen sollten aktiv sein und sich mehrmals täglich bewegen. Das hält Muskeln und Gelenke in Schuss und beugt Arthrose vor. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) hin.

Rund jeder und jede Fünfte über 60 Jahre hat nach Schätzung der Fachgesellschaft mit Arthrose zu kämpfen. Das liege an geschädigten Gelenkknorpeln. Damit diese ernährt werden und gut in Schuss bleiben, müssen sie regelmäßig belastet werden.

Ähnlich wie ein Schwamm

Laut DGOU-Experte Prof. Bernd Kladny kann man sich den Knorpel wie einen Schwamm vorstellen: „Belastet man den Körper, wird der Knorpel ausgedrückt und Schlackenstoffe können entweichen. Bei Entspannung kann der Knorpel wieder Nährstoffe aus der Gelenkflüssigkeit aufnehmen“, erklärt er.

Weiterer Effekt der Aktivität: Bewegung kräftigt die Muskeln, was ebenfalls die Gelenke entlastet.

Wichtig ist aber, dass man sich nicht überlastet und auf seinen Körper hört. Es spricht nichts dagegen, im Alter einen neuen Sport auszuprobieren. Nur Sportarten mit „unkontrollierten Bewegungen und Stoßbelastungen“ sollte man aus Sicht der DGOU als ältere Anfängerin oder älterer Anfänger lieber meiden - dazu zählen etwa Fußball oder Tennis. Schonender sind etwa Tanzen, Wandern oder Schwimmen. tmn


Durchs Wasser laufen: Aquajogging ist vielseitig

Für Anfänger und Spitzensportler günstig, jahreszeitenunabhängig, ohne Verletzungsgefahr: Aquajogging ist ein Sport für alle. Der Name verrät es eigentlich schon: Aquajogging ist im Grunde nichts anderes als eine Lauf-Runde im Wasser - entweder mit Bodenkontakt im flachen Wasser oder im tiefen Beckenbereich. Die erstgenannte Variante ist oft nicht wirklich praktikabel, weil man dazu häufig durch das Kinderbecken des Bades stapfen müsste. Die meisten betreiben die Tiefwasser-Variante.

Die erforderliche Ausrüstung ist überschaubar: Badezeug und im Tiefwasser einen Aqua-Gürtel, den man oft vor Ort im Bad einmal ausprobieren kann, bevor man in einen eigenen investiert. Der Gürtel sorgt für Auftrieb, sodass der Körper im Wasser schwebt und man ohne viel Aufwand die korrekte, aufrechte Haltung einnehmen kann. Eine Alternative sind sogenannte Beinschwimmer: Manschetten aus Schaumstoff, die an den Füßen befestigt werden.

Die Bewegungsabläufe sind recht einfach: „Stell Dir vor, Du läufst draußen, die Bewegung ist nur konzentrierter und langsamer“, sagt Jan Fitschen. Der ehemalige Europameister im 10000-Meter-Lauf arbeitet heute als Lauftrainer (www.laufenisteinfach.de).

Wichtig beim Aquajogging ist, dass man aufrecht bleibt und sich nicht unwillkürlich nach vorne lehnt. Abwechslung ist erlaubt: Mal mit steifen Beinen eine Bahn gehen, mal mit schnelleren oder langsameren Bewegungen arbeiten. Dazwischen bietet sich eine Runde Aquagymnastik an oder mal eine Bahn mit Kniehebeläufen.

„Am Anfang kann man auch abwechselnd im Wasser joggen und schwimmen“ rät der ehemalige Profiläufer. Nach seinen Worten braucht man für diesen Sport „wenig Anleitung und kaum Ausrüstung“.

Aquajogging ist fordernd: „Durch das Wasser laufen, ist für den Körper weitaus anstrengender als an Land, denn der Widerstand im Wasser ist rund 800 Mal höher als an der Luft“, erklärt Prof. Rüdiger Reer, Generalsekretär des Deutschen Sportärztebundes (DGSP) und Leiter des Arbeitsbereichs Sport- und Bewegungsmedizin der Universität Hamburg. tmn

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