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Kitzingen

Der blöde erste Satz: Drei Tipps für das Bewerbungsanschreiben

Die größte Hürde gleich am Anfang: Einen guten Einstieg für das Anschreiben zur Bewerbung zu finden, ist eine echte Herausforderung. FOTO: CHRISTIN KLOSE


Nicole Klinger
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Nichts ist gruseliger als ein leeres Blatt Papier. Das gilt auch beim Anschreiben zur Bewerbung. Eine Patentlösung für das Problem gibt es leider nicht. Wer Floskeln und Tippfehler vermeidet, macht aber schon einiges richtig – und braucht dann nur noch etwas Charme. 

«Sehr geehrte Damen und Herren...» Bis dahin kommen die meisten Bewerber noch – und dann wird es schwierig. Einen guten Einstieg für das Anschreiben zur Bewerbung zu finden, ist eine echte Herausforderung. «Viele tun sich da unglaublich schwer mit», sagt Jürgen Hesse, Bewerbungscoach und Ratgeberautor. Ein Grund dafür ist die ungewohnte Werbung in eigener Sache: «Wir sind so erzogen worden, dass Eigenlob stinkt. Aber in dem Fall geht es eben nicht ohne.»

Die schlechte Nachricht: Den einen Zaubersatz zum Einstieg gibt es nicht. Aber es gibt die folgenden drei Tipps, mit denen die erste Hürde etwas kleiner wirkt.

- Auf den Punkt kommen: Beim Anschreiben geht es nicht um den ersten Eindruck. Denn viele Personaler lesen zuerst den Lebenslauf, sagt Hesse. Erst wenn der passt, folgt das Anschreiben. Niemand muss also gleich am Anfang wiederholen, was ihn alles für eine Stelle qualifiziert. Das wäre auch zu viel Text. «Länger als zwei bis drei Zeilen sollte der Einstieg nicht sein», rät Hesse – und zwar mit möglichst kurzen Sätzen. «Überlegen Sie sich, was ihre Kernbotschaft ist: Warum bewerben Sie sich, und was hat der Arbeitgeber umgekehrt davon, sie einzustellen?»

- Charme gewinnt: «Ihre Anzeige hat mich angesprochen.» Das lesen Personaler unzählige Male am Tag, damit heben sich Bewerber nicht von der Masse ab. Hesse sagt deshalb: Lieber ganz was anderes machen, auch wenn es ungewöhnlich ist. Wer ganz in der Nähe wohnt, kann zum Beispiel damit werben, dass er sicher nie im Stau steht. «Wenn das charmant rüberkommt, ist es allemal besser als eine Floskel.» Im Idealfall transportiert man so gleich die Kernbotschaft, beweist also etwa seine Kreativität – oder wenigstens besonderen Einsatz.

- Kleine Fehler vermeiden: Zahlendreher und Vertipper in der Anschrift, Großschreibung nach dem Komma der Anrede. Auch wenn das Anschreiben nicht der erste Eindruck ist, sind solche Fehltritte fatal. «Es geht darum, einen positiven Gesamteindruck abzurunden», sagt Hesse. Und kleine Fehler zeigen, dass sich jemand keine Mühe gegeben hat. Deshalb rät der Experte auch, die Anrede zu personalisieren, auch wenn kein Ansprechpartner genannt ist. «Notfalls kann man immer den Präsidenten oder Geschäftsführer des Unternehmens anschreiben, gefolgt von "Sehr geehrte Damen und Herren".» tmn

Flunkerei im Lebenslauf

Eine kleine Lüge im Lebenslauf ist schnell getippt – Experten raten davon aber dringend ab. FOTO: CHRISTIN KLOSE
Eine kleine Lüge im Lebenslauf ist schnell getippt – Experten raten davon aber dringend ab. 
FOTO: CHRISTIN KLOSE
Die Versuchung ist groß: Hier etwas hinzugedichtet, dort ein wenig übertrieben – und schon sieht die Bewerbung viel besser aus. Ganz unüblich ist das offenbar nicht, wie eine Studie von Market Probe im Auftrag des Personaldienstleisters Robert Half zeigt. 71 Prozent der dafür befragten Manager haben schon einmal einen Bewerber wegen falscher Angaben im Lebenslauf aussortiert. Experten raten von der Flunkerei aber dringend ab. „Das streut nur Sand ins Getriebe und muss wirklich nicht sein“, so Karriereberater Thorsten Knobbe.

Das bedeutet nicht, dass etwas Trommelei in eigener Sache verboten ist. Und natürlich sollte man den Lebenslauf so anpassen, dass er zum ausgeschriebenen Job passt. „Ich würde aber nie Sachen angeben, die man nicht gemacht hat“, sagt Knobbe. Denn selbst wenn man damit durchkommt, kann es negative Folgen haben. „Ich grabe mir selbst das Wasser ab, weil ich dann in der neuen Rolle nicht performe.“ tmn

Die Karriere beginnt nicht mit dem Meister

Den Durchblick behalten: Wer fachlich fit bleiben möchte, muss sich kontinuierlich weiterbilden. Im Handwerk gibt es dafür viele Möglichkeiten. FOTO: JAN-PETER KASPER
Den Durchblick behalten: Wer fachlich fit bleiben möchte, muss sich kontinuierlich weiterbilden. Im Handwerk gibt es dafür viele Möglichkeiten. FOTO: JAN-PETER KASPER
Der junge Tischlergeselle will bereits vor der Meisterprüfung Karriere machen. Fertigungsplaner, Fachbauarbeiter oder Kundenberater, alle mit dem Siegel «Geprüfter» ausgestattet – das alles, kann er nach einem Jahr Berufspraxis anstreben. Etwa 300 berufsbegleitende Unterrichtsstunden fallen vor dem Examen in der Handwerkskammer an, das nachgewiesene Wissen wird auf die Meisterprüfung angerechnet. «Berufslaufbahnkonzept» heißt das Modell des lebensbegleitenden Lernens im Handwerk. Junge Menschen sollen damit von Anfang an erkennen, welche Karrierewege möglich sind.

Unternehmer investieren – genau wie ihre Mitarbeiter – zunehmend systematisch in die Weiterbildung. Beispielsweise im Fahrzeugbereich: Nach 320 Unterrichtsstunden können ausgelernte Mechatroniker zur Prüfung zum Kfz-Service-Techniker antreten. Er steht auf der Karriereleiter zwischen dem Gesellen und Meister. Handwerkskammern und auch die Automobilindustrie bieten ein berufsbegleitendes Schulungsprogramm an.

In 41 Handwerken muss in die «Königsklasse» aufsteigen, wer eine eigene Firma gründen will. Der Meisterbrief ist das Aushängeschild für Qualität und Kompetenz. Zur Finanzierung der Fortbildung kann Aufstiegs- Bafög beantragt werden. Zum Beispiel im Ausbildungsberuf Prozesstechnologe erwartet die Gesellen nach dem Facharbeiterabschluss in drei Jahren die gezielte Ausbildung zum Prozess- oder zum Applikationsexperten.

In Schlüsseltechnologien wie Mikroelektronik und Mikrosystemtechnik wird auf die Fortbildung der Facharbeiter großen Wert gelegt. «Geprüfter Prozessmanager Mikrotechnologie » lautet der Titel nach erfolgreichem Examen. Die Baubranche ist ein weiteres Beispiel für Gesellenqualifizierung: Vorarbeiter und Werkspolier sind die Stationen auf dem Weg zum Geprüften Polier, der einem Industriemeister entspricht. Auch Metallbauer und Feinwerkmechaniker können diese Karrierebausteine nutzen. tmn

www.aufstiegs-bafoeg.de

Karriere mit dem Aufstiegs-BAföG

Ein sicherer Arbeitsplatz, ein verantwortungsvoller Posten, ein höheres Gehalt – wer will das nicht? Mit einer Aufstiegsfortbildung (zum Beispiel zum/ zur Meister/in, Erzieher/in, Fachwirt/ in oder Betriebswirt/in) werden aus guten Vorsätzen für 2019 echte Erfolge. Bei der Umsetzung hilft das Aufstiegs-BAföG: Das Förderangebot unterstützt angehende Fach- und Führungskräfte bei der Vorbereitung auf mehr als 700 Fortbildungsabschlüsse. Dabei gibt es attraktive Zuschüsse zu den Lehrgangskosten und ein zinsgünstiges Darlehen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Wird die Aufstiegsfortbildung in Vollzeit absolviert, gibt es außerdem die Möglichkeit, einen monatlichen Beitrag zum Lebensunterhalt zu erhalten.

Der Handwerksmeister ist ein höherer Abschluss in handwerklichen und künstlerischen Berufen. Der Meisterbrief wird nach einer Aufstiegsweiterbildung verliehen. Er bescheinigt dem Inhaber umfassende fachtechnische und kaufmännischbetriebswirtschaftliche Kenntnisse sowie praktisches Können in seinem Meister-Beruf. Der Abschluss zum Handwerksmeister soll in erster Linie dazu befähigen, ein Handwerk selbständig auszuüben, somit einen eigenen Betrieb zu führen und Auszubildende einzustellen und auszubilden.