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Sonderveröffentlichung

Würzburg

Brustkrebs: Wissen gibt Mut und Kraft

Immunzellen im Blut sollen Aufschluss geben. FOTO: DEUTSCHE KREBSHILFE
Radiologisches Zentrum Würzburg
MainRadiologie
Schön & Endres
Universitätsklinikum Würzburg
Haarpraxis Blankenhagen
Sanitätshaus Otto Traub GmbH
Atelier für Zweithaar
Jede zehnte Frau in Deutschland ist im Laufe ihres Lebens von Brustkrebs betroffen. Damit ist das Mammakarzinom mit 65500 Neuerkrankungen pro Jahr der häufigste Tumor bei Frauen. Die Diagnose wirft Fragen auf: Welche Therapie ist die richtige? Wo bekomme ich Hilfe?

Die Deutsche Krebshilfe unterstützt Krebspatienten bei ihrem Kampf gegen die Erkrankung. Sie bietet allen Betroffenen eine kostenfreie telefonische Beratung an und hält allgemeinverständliche Informationsmaterialien rund um das Thema Brustkrebs bereit.

Warum Ich?

Die Diagnose Brustkrebs ist für viele Frauen eine schockierende Nachricht und verändert oft das ganze Leben. Die Betroffenen fragen sich: Warum habe ausgerechnet ich Krebs? Doch darauf gibt es keine klare Antwort. Es ist noch nicht bis ins kleinste Detail erforscht, wie Krebs entsteht, denn die Ursachen sind komplex.

Allerdings sind sich die Wissenschaftler darüber einig, dass sich ein bösartiger Tumor durch eine Erbgutveränderung einer einzelnen Zelle bilden kann.

Dadurch wird das natürliche Zellwachstum gestört, die Zelle kann sich nun unkontrolliert vermehren: aus Millionen von Krebszellen bildet sich schließlich ein Tumor.

Prävention & Früherkennung

Ein gesunder, zigarettenfreier Lebensstil mit Bewegung, ausgewogener Ernährung und wenig Alkohol kann mit dazu beitragen, gesund zu bleiben. Wenn bereits eine Krebserkrankung besteht, ist es entscheidend, den Tumor früh zu entdecken: Dadurch verbessern sich nicht nur die Heilungschancen, es können auch schonendere Therapiemethoden angewendet werden.

Daher bieten die gesetzlichen Krankenkassen Frauen ab 30 Jahren einmal jährlich eine kostenlose Untersuchung der Brust bei ihrem Frauenarzt an.

Mit zunehmendem Lebensalter erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, zu erkranken, deutlich. Ab dem 50. Lebensjahr können Frauen deshalb an einer speziellen Früherkennungsuntersuchung teilnehmen.

Dieses sogenannte Mammographie-Screening wird ebenfalls von der Krankenversicherung übernommen und unterliegt strengen Qualitätsvorschriften.

Fünf bis zehn Prozent der Brustkrebspatientinnen sind erblich vorbelastet: Die Veranlagung, ein Mammakarzinom zu entwickeln, wird dann von den Eltern weitergegeben.

Die betroffenen Frauen haben ein deutlich höheres Erkrankungsrisiko. Oft entwickeln sie schon in jungen Jahren einen Tumor.

Genetische Diagnostik kann helfen

17 universitäre Zentren in Deutschland haben sich auf diese Patientengruppe spezialisiert und ermöglichen den jungen Frauen ein individuelles Früherkennungsprogramm, bereits ab einem Alter von 25 Jahren.

Diese Zentren bieten genetische Diagnostik an und sind medizinisch und psychologisch beratend tätig. Bei Verdacht oder Diagnose kann man sich jederzeit an diese wenden. DKH
  

Es muss nicht zwingend Krebs sein
   

Frauen ab 20 Jahren können einmal im Jahr zur Gebärmutterhalskrebsvorsorge gehen. FOTO: SHUTTERSTOCK
Frauen ab 20 Jahren können einmal im Jahr zur Gebärmutterhalskrebsvorsorge gehen. FOTO: SHUTTERSTOCK
Meldet sich der Frauenarzt nach der Vorsorgeuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs, befindet sich die Patientin unmittelbar in einer Ausnahmesituation.

Wurden nämlich Zellveränderungen festgestellt, müssen diese schnell abgeklärt werden. Nicht immer bedeuten sie eine Krebserkrankung. Dennoch ist die Angst davor groß. Ein neuer Test ermöglicht es, schnell und unkompliziert Klarheit zu schaffen.

Frauen ab einem Alter von 20 Jahren können aktuell einmal im Jahr zur Gebärmutterhalskrebsvorsorge gehen. Dabei wird der sogenannte Pap-Test durchgeführt: Eine Abstrichprobe vom Muttermund wird unter dem Mikroskop auf Zellveränderungen untersucht, die auf eine Krebserkrankung hinweisen könnten. Ist der Pap-Test auffällig, folgt häufig ein HPV-Test.

Denn humane Papillomviren sind die Auslöser für Gebärmutterhalskrebs. Bestätigt dieser den Befund, ist ein operativer Eingriff üblich, bei dem das betroffene Gewebe entfernt wird.

Auffälligkeiten können auch von selbst ausheilen

Bereits die lange Wartezeit für einen Termin zu den Spezialsprechstunden und das erneute Anvertrauen an einen fremden Arzt ist für viele Frauen nervenaufreibend. Der operative Eingriff kann gesundheitliche Folgen nach sich ziehen: Bei einer nachfolgenden Schwangerschaft steigt zum Beispiel das Risiko einer Frühoder gar Fehlgeburt.

Allerdings sind weder ein auffälliger Pap-Befund noch ein positiver HPV-Test ein sicheres Zeichen für eine tatsächliche Krebserkrankung. In den meisten Fällen heilen sowohl Auffälligkeiten als auch Virusinfektionen von selbst aus.

Molekularbiologische Tests schaffen Klarheit

Eine neue Alternative zur Abklärung von Auffälligkeiten bieten molekularbiologische Tests. Dabei wird die DNA der Zellen auf krebstypische Veränderungen untersucht. GynTect der Firma oncgnostics ist ein solcher Test. Er unterscheidet zwischen Zellveränderungen, die von selbst ausheilen, und jenen, die sich sehr wahrscheinlich zu Krebs entwickeln.

Für seine Durchführung ist eine Abstrichprobe beim Gynäkologen ausreichend, wie sie auch für den Pap-Test genommen wird. Der Test bietet eine schonende und schnelle Methode, um abzuklären, was sich hinter einem auffälligen Pap-Befund und/oder einer HPV-Infektion verbirgt.

Die Testergebnisse sind innerhalb weniger Tage verfügbar und betroffene Frauen können beim Arzt ihres Vertrauens bleiben. djd
  

Was tun gegen Krebs?
  

Neben einer gesunden Lebensweise können auch Früherkennungsuntersuchungen ein nützliches Mittel sein, um Krebs, wenn auch nicht zu verhindern, so doch rechtzeitig für eine erfolgreiche Behandlung zu erkennen. Die Entscheidung, welche Maßnahmen man wahrnehmen will, hängt dabei immer auch von der persönlichen Situation ab.

Auch beim Mammographie-Screening für Frauen sei die Entscheidung immer individuell: „Hier geht es um die Abwägung der Frage, ob die Sorge, Brustkrebs nicht rechtzeitig zu entdecken, größer ist als die Angst vor einem Fehlalarm oder vor der Strahlenbelastung“, erläutert die Expertin und verweist auf die verschiedene Infoblätter zur Krebsfrüherkennung.

Bereits mit einer Krebsdiagnose konfrontierte Patienten wollen oft wissen, was sie zusätzlich zu den medizinischen Therapien selbst zu ihrer Genesung beitragen können.

Erhalt der Lebensqualität

Dabei kann eine aktive oder ,kämpferische‘ Grundhaltung hilfreich sein, aber genauso auch das Zulassen von Gefühlen wie Angst, Traurigkeit oder Wut. Wichtig ist, so mit der Erkrankung leben zu lernen, dass eine möglichst hohe Lebensqualität erhalten bleibt oder wieder erreicht werden kann.

Ein weiteres großes Thema ist die Ernährung. Hier kursieren zahlreiche Mythen, etwa über „Krebsdiäten“, deren Nutzen aber nicht wissenschaftlich belegt ist. djd