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Cash an der Kasse: Bar bezahlen geht fast immer

Banknoten werden sie seit Corona weniger genutzt. FOTO: CHRISTIN KLOSE, MAG  

Es scheint, als sei Barzahlung in Deutschland auf dem Rückzug. Zwar bezahlten voriges Jahr noch 60 Prozent der Bürger alltägliche Waren mit Barem, wie aus einer Umfrage der Bundesbank hervorgeht. Im Vergleich zur Vorgängerbefragung 2017 war dies jedoch ein Rückgang um 15 Prozent. Auch das bar entrichtete Umsatzvolumen schrumpfte von rund 50 Prozent auf rund ein Drittel. Corona beschleunigt den Trend weg vom Zahlen mit Bargeld.

Allerdings sind in Deutschland auf Euro lautende Münzen und Scheine das einzige gesetzliche Zahlungsmittel. Daraus leitet sich eine Annahmepflicht ab. Johannes Beermann, für Bargeld zuständiges Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank in Frankfurt, erläutert: „Jedermann ist gehalten, Zahlungen mit Euro-Banknoten oder -Münzen als ordnungsgemäße Erfüllung einer Verbindlichkeit zu akzeptieren“.

Das sind die Ausnahmen

Es gibt jedoch Ausnahmen. Die erste leitet sich aus dem Münzgesetz ab (§ 3 Abs. 1 Satz 2). Demnach ist weder ein Laden noch ein Lokal verpflichtet, mehr als 50 Münzen anzunehmen oder die Bezahlung von Einkäufen über eine Gesamtsumme von 200 Euro hinaus in Cent und Euro-Stücken zuzulassen.

Die zweite Ausnahme ist für den Alltag viel relevanter und resultiert aus der Vertragsfreiheit zwischen Händler und Kunde. Demnach bleibt es ihnen überlassen, miteinander andere Zahlungsoptionen zu vereinbaren (§ 14 Abs. 1 Satz 2 Bundesbankgesetz). Diese reicht Beermann zufolge vom Ausschluss bestimmter Banknotenstückelungen bis zur Festlegung einer bestimmten Zahlungsart. Im Prinzip kann ein Laden oder Restaurant so die Annahme von Bargeld komplett ausschließen. Nutzen Geschäfte solche Regeln, haben sie darauf aufmerksam zu machen. „Der Kunde muss vor Kaufabschluss über die Zahlungsbedingungen informiert werden“, unterstreicht Ulrich Binnenbößel vom Handelsverband HDE. Meistens weisen Schilder im Kassenbereich darauf hin.

Selbst wenn Verbraucher ihre Einkäufe von Apotheke über Supermarkt bis Tankstelle zunehmend mit Karte zahlen, erfüllt Bargeld aus Sicht der Bundesbank weiterhin eine wichtige Funktion: die der eisernen Reserve für schlechte Zeiten. „Es wird in großem Umfang als Wertaufbewahrungsmittel genutzt“, stellt Johannes Beermann fest.

Bargeld „robust“

Dazu passt, dass der Wert der von der Bundesbank ausgegebenen Scheine 2020 um zehn Milliarden Euro höher ausfiel als im Vorjahr. Der mit der Nachfrage vergleichbare Notenumlauf (netto) stieg um 70 Milliarden Euro, davon allein 21 Milliarden im ersten Lockdown-Monat März 2020. Hartmut Walz, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Ludwigshafen lobt dessen „Robustheit“: Cash zu bunkern, helfe zum einen gegen Negativzinsen. Zum anderen blieben Verbrauchern im Unterschied zu digitalen Zahlungsweisen bei Systemausfällen infolge von Hackerangriffen, Stromausfall oder Währungskrisen flüssig. mag


Medizinische Masken steuerlich absetzen

Krankheitskosten machen sich steuerlich bezahlt. Sie gelten als außergewöhnlichen Belastungen und mindern ab einer bestimmten Höhe die Steuerlast, erklärt der Bund der Steuerzahler in Berlin. Das Finanzamt erkennt zum Beispiel Ausgaben für Zahnersatz, Brillen, Kuren oder orthopädische Hilfsmittel an. Auch medizinische Masken, die wegen der Corona-Pandemie gekauft wurden, können geltend gemacht werden.

Allerdings muss hier unterschieden werden: Wurden die Masken für den privaten Gebrauch gekauft, zählen die Kosten zu den außergewöhnlichen Belastungen. Wurden die Masken ausschließlich aus beruflichen Gründen gekauft, handelt es sich um Werbungskosten beziehungsweise Betriebsausgaben.

Damit sich außergewöhnliche Belastungen steuermindernd auswirken, muss die sogenannte zumutbare Eigenbelastung überschritten werden. Diese ist unterschiedlich hoch und richtet sich nach dem Einkommen, dem Familienstand und der Anzahl der Kinder.

Ein Beispiel: Bei einem Ehepaar mit zwei Kindern und einem Gesamtbetrag der Einkünfte von 40000 Euro beträgt die zumutbare Eigenbelastung 1046 Euro. Erst Ausgaben, die darüber liegen, werden steuerlich berücksichtigt. tmn

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