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Der erste Kontakt zum Patienten: So läuft die Ausbildung zur ZFA

 

Sie sind oft die ersten, zu denen Patienten Kontakt haben: Zahnmedizinische Fachangestellte spielen eine wichtige Rolle in Praxen. FOTO: CHRISTIN KLOSE, TMN

          
Seit die Assistentinnen in Zahnarztpraxen „Empfangsfräulein des Zahnarztes“ genannt wurden, sind mehr als 100 Jahre vergangen. Heute heißen sie Zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA) und sind mit einer ganzen Reihe von Aufgaben betraut, die den reibungslosen Ablauf in einer Praxis sicherstellen. „Rund 70 Prozent der Arbeit ist medizinisch“, erklärt Sylvia Gabel, Referatsleiterin Zahnmedizinische Fachangestellte im Verband medizinischer Fachberufe.  

Die reguläre duale Ausbildung dauert drei Jahre. Eine gesetzliche Zugangsbeschränkung gibt es nicht, wenn die Schulpflicht erfüllt ist. Der Verband empfiehlt jedoch einen guten Realschulabschluss. „Ein gutes Zeugnis ist wichtig“, sagt Gabel, die selbst Zahnmedizinische Fachangestellte ist. Vor allem die Beurteilungen über soziales Verhalten sollten positiv sein.

Zudem seien gute Deutschnoten sowie Englischkenntnisse notwendig, denn Kommunikation ist einer der zentralen Punkte des Berufs. In einer Zahnarztpraxis sind die Fachangestellten die Ersten, mit denen die Patienten in Kontakt kommen.
                    

Thoraxzentrum Bezirk Unterfranken

                   
Doch nicht nur beim Zahnarzt können die Fachleute arbeiten, die bis heute zum Großteil Frauen sind. Auch in kieferorthopädischen, oral- und kieferchirurgischen Praxen sowie Zahnkliniken, im öffentlichen Gesundheitswesen, in der Dentalindustrie, bei Krankenkassen, Versicherungen und in Abrechnungszentren finden sie Jobs.

Die Ausbildung ist breitgefächert, beschreibt Gabel. Zu den Inhalten gehören zum Beispiel Hygiene und die Grundlagen der Prophylaxe. Auch in den Bereichen Röntgen und Strahlenschutz müssen sich die Auszubildenden auskennen. Daneben geht es um Hilfeleistungen bei Not- und Zwischenfällen, um Arzneimittel und Instrumentenkunde.

Um später zu wissen, worauf es ankommt, damit alles in der Praxis reibungslos vonstatten geht, beschäftigen sich die angehenden ZFA etwa mit Arbeitsorganisation, Dokumentation, Leistungsabrechnung oder Datenschutz.
                     

Rhön-Klinikum Campus Bad Neustadt

Praxen auf der Suche nach Nachwuchs

Die Praxen brauchen also gut organisierte junge Leute, die auch in stressigen Situationen einen kühlen Kopf behalten und körperlich dazu in der Lage sind, dem Mediziner zu assistieren. Denn die Arbeit „am Stuhl“, wie es bei den Zahnärzten heißt, kann anstrengend sein.

Empathie und eine gute Auffassungsaufgabe seien wichtig bei der Auswahl der Bewerber. „Dazu kommen gute Kommunikationsfähigkeit sowie gutes Deutsch in Wort und Schrift“, so Gabel.

Bewerberinnen gibt es indes nicht genug, wie der Verband und auch verschiedene Mediziner beklagen.

In den Kammerbereichen mit Tarifanbindung, das gilt für das Saarland, Hessen, Westfalen Lippe und Hamburg, bekommen Auszubildende im ersten Jahr 870 Euro, im zweiten 910 und im dritten 970 Euro. Weil sich die Vergütung je nach Bundesland und Praxis unterscheiden kann, gibt die Bundesagentur für Arbeit Orientierungswerte zwischen 600 und 870 Euro brutto pro Monat im ersten Ausbildungsjahr und zwischen 750 und 980 Euro im letzten Jahr an.

Der Karriereweg muss für Zahnmedizinische Fachangestellte nicht nach der Ausbildung enden. Mancher spielt mit dem Gedanken, selbst Zahnmedizin zu studieren und zunächst eine Ausbildung zu machen. ZFA können sich aber etwa auch zur Zahnmedizinischen Prophylaxeassistentin oder zur Dental-Hygienikerin weiterbilden. Im betriebswirtschaftlichen Bereich bietet sich die Qualifizierung zur Fachwirtin für Gesundheit und Soziales, zur Fachwirtin für Zahnärztliche Praxismanagement oder zur Praxismanagerin an. tmn

Die rechte Hand des Apothekers

Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) sind die rechte Hand des Apothekers. In der Apotheke informieren und beraten sie – unter der Aufsicht eines Apothekers – den Patienten bei der Arzneimittelabgabe und stellen Rezepturen her. Sie sind aber auch im Krankenhaus oder der Industrie tätig. Die Ausbildung ist medizinisch-naturwissenschaftlich ausgerichtet und dauert zweieinhalb Jahre.

Voraussetzung für die Ausbildung als PTA ist ein Realschuloder gleichwertiger Abschluss. Daneben sollten gut schulische Leistungen in Mathematik und den naturwissenschaftlichen Fächern nachgewiesen worden sein. Manuelle Geschicklichkeit, die Fähigkeit zu sorgfältigem und verantwortungsvollem Arbeiten sind ebenso unerlässlich wie Kontaktfreude und Einfühlungsvermögen im Umgang mit Menschen.

Die PTA-Ausbildung dauert 2,5 Jahre: eine zweijährige schulische Ausbildung an einer staatlichen oder staatlich anerkannten privaten Berufsfachschule und eine sechsmonatige praktische Ausbildung in der Apotheke. An der Schule erhalten die angehenden PTA Unterricht in Fächern, wie Chemie, Galenik, Botanik, Drogenkunde, Arzneimittelkunde, Ernährungskunde, Diätetik und Körperpflegekunde.

An die Ausbildung in der PTA-Schule schließt sich die praktische Ausbildung in der Apotheke an. Die Bearbeitung ärztlicher Verschreibungen, Beschaffung von Informationen sowie Beratung von Patienten zur ordnungsgemäßen Anwendung und Aufbewahrung von Arzneimitteln und apothekenüblichen Waren gehört zu den Aufgaben einer zukünftigen PTA. ABDA
                      

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