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Sonderveröffentlichung

Schweinfurt

Menschen mit Diabetes Typ 1 können „Doppeldiabetes“ entwickeln

Wer die Diagnose Diabetes bekommt, muss den Umgang mit der Krankheit erst lernen. Dazu gehört auch das Blutzuckermessen.                                           FOTO: JENS BÜTTNER, TMN


Geomed Kreisklinik GmbH
Dr. C. Beatrix U. Freihöfer
Diabetologie + Nephrologie Ochsenfurt
Die Therapie des Diabetes Typ 1 hat in den vergangenen Jahrzehnten Fortschritte gemacht: Dank moderner Insuline, der intensivierten konventionellen Insulin- und Pumpentherapie und neuen Methoden der Blutzuckerkontrolle müssen Betroffene bei ihren Mahlzeiten und Insulingaben keine strengen Zeit- und Mengenvorgaben mehr einhalten. Auch Verbote sind Vergangenheit: Menschen mit Diabetes Typ 1 dürfen wie Stoffwechselgesunde grundsätzlich alles essen. Dabei sollten sie jedoch auf eine ausgewogene Ernährung und einen aktiven Lebensstil achten. Süßigkeiten und hochkalorische Lebensmittel sollten schon in jungem Alter Ausnahmen und tägliche körperliche Bewegung die Regel sein, rät diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe.

Denn wie auch immer mehr bislang stoffwechselgesunde Kinder und Jugendliche in westlichen Industrieländern haben zunehmend bereits junge Menschen mit Typ-1-Diabetes Übergewicht oder gar Adipositas. Wie von Diabetes Typ 2 Betroffene können auch sie eine Insulinresistenz entwickeln und aufgrund dessen an einem „Doppeldiabetes“ erkranken.

Grundsätzlich gilt: Weder bei Typ-1-, noch bei Typ-2-Diabetes sind spezielle Ernährungsweisen vorgeschrieben oder bestimmte Lebensmittel verboten. „Auch Zucker ist nicht untersagt, mehr als 25 Gramm täglich sollten aber sowohl stoffwechselgesunde als auch an Diabetes Typ 1 oder Typ 2 erkrankte Menschen nicht verzehren“, sagt Professor Haak, Vorstandsmitglied von diabetes- DE – Deutsche Diabetes-Hilfe und Chefarzt am Diabetes Zentrum Mergentheim. Denn Zucker besteht aus schnell verdaulichen Kohlenhydraten und sorgt für einen raschen Blutzuckeranstieg.

Hohen Blutzuckerspiegeln müssen Menschen mit Diabetes Typ 1 mit jeweils individuell angepassten Insulingaben entgegenwirken. „Eine auf den Punkt korrekte Dosierung ist nicht immer einfach, da zahlreiche Faktoren den Blutzuckerspiegel mitbeeinflussen“, erklärt der Diabetologe. Eine zu hohe Insulingabe könne dann eine Unterzuckerung nach sich ziehen. diabetesDE

Risiko lässt sich leicht senken

Rund um den Weltdiabetestag am Mittwoch, 14. November, finden bundesweit eine Reihe von Veranstaltungen zur Diabetesaufklärung statt. Informationen sind wichtig. In Deutschland sind mehr als sieben Millionen Menschen erkrankt. Und zwei Millionen sind „unerkannt unterwegs“ – sie wissen noch nichts von ihrer Erkrankung, denn eine Insulinresistenz und ein hoher Blutzuckerspiegel verursachen lange Zeit keine spürbaren Beschwerden.

Durch eine Umstellung auf einen gesünderen Lebensstil lässt sich das Diabetesrisiko leicht senken. Gefährlich sind: eine unausgewogene Ernährung wie zu viele leere Kalorien, zu viel Fett und zu wenig Ballaststoffe, Übergewicht, vor allem der Fettansatz im Bauchbereich, zu wenig Bewegung und Rauchen. diabetesDE

Mit Diabetes regelmäßig die Augen untersuchen lassen

Zu hohe Blutzuckerwerte können Schäden an der Netzhaut im Auge verursachen. Deswegen sollten Menschen mit dem sogenannten Typ-2-Diabetes sofort nach der Diagnose einen Termin beim Augenarzt ausmachen, empfiehlt die Zeitschrift „Diabetes Ratgeber“ (Ausgabe 8/2018). Anschließend müssen die Augen mindestens alle zwei Jahre überprüft werden. Sogenannte Typ-1-Diabetiker sollten ab dem fünften Erkrankungsjahr mindestens alle zwei Jahre zum Augenarzt gehen. Um die Termine dort muss man sich rechtzeitig kümmern. tmn