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Sonderveröffentlichung

Haßberge

Die Qual der Wahl

Tontechniker als Traumberuf? Welche Ausbildung zu ihnen passt, finden Schüler (wie hier beim Besuch eines Tonstudios) am ehesten in der Praxis heraus. FOTO: BRITTA PEDERSEN

Nach dem Schulabschluss steht einem die ganze Welt offen. Das Problem ist nur: Für einen Weg müssen Jugendliche sich entscheiden. Immer häufiger haben Jugendliche keine Ahnung, wie es nach der Schule weitergehen soll. Über Ausbildungsmöglichkeiten informieren sich junge Leute immer später, alles ist kurzlebiger und schneller geworden.

Um eine passende Lehrstelle zu finden, müssen Jugendliche sich frühzeitig über ihre Wünsche klarwerden. Der erste Schritt ist daher, die eigenen Interessen und Stärken zu analysieren. Danach raten Experten zum Praxistest im Wunschberuf. Nicht immer steckt dahinter, was man sich vorstellt. Ein Jugendlicher braucht in dieser Phase Helfer. Das könnten Eltern, Freunde oder Berufsberater sein. Auch ein Praktikum, ein Schülerjob oder der Besuch von Berufsmessen könnten Aufschluss geben.

Es hilft auch, mit Leuten zu reden, die den vermeintlichen Traumjob schon haben. Der Beruf der Erzieherin z.B. besteht nicht nur aus Spielen mit Kindern, sondern auch aus Büroarbeit oder dem Erstellen pädagogischer Konzepte.

Hat Jugendliche nach dem Probetag im Kindergarten die Realität eingeholt, sollten sie das als Schritt nach vorn verstehen. Immerhin besteht heute bei der Ausbildungssuche im wahrsten Sinne die Qual der Wahl: Es gibt etwa 360 Ausbildungsberufe. Das Ranking führen Einzelhandelskaufleute an, auf Platz zwei stehen Verkäufer, dann kommen Bürokaufleute.

Dabei steigt die Chance auf die Lehrstelle der Wahl, wenn man sich mit Exoten als Beruf anfreunden kann. Als Alternative sollten Jugendliche sich nach Berufen umschauen, die ihrem Traumjob ähnlich sind. Dabei sollten sie sich fragen: Warum will ich eigentlich Zimmermann werden? Reizt mich der Umgang mit Holz, oder bin ich einfach gerne auf dem Bau? Dann sei nämlich nicht die Tischlerlehre die richtige Wahl, sondern womöglich eher der Beruf des Maurers oder Glasers. Bessere Chancen hat außerdem, wer regional flexibel ist. Viele Jugendliche sind nicht bereit, ihre Heimatstadt zu verlassen. Grund dafür ist häufig bloß die Angst vor dem Unbekannten. Daher sollten gerade Eltern ihren Kindern Mut zur Luftveränderung machen.

Und was ist zu tun, wenn trotz aller Flexibilität keine Lehrstelle zu bekommen ist? Abwarten ist kaum sinnvoll – es sei denn, Jugendliche können zwischendurch einen höheren Abschluss wie das Abitur nachholen. Statt sich zu früh etwas anderes zu suchen, kann man auch über Überbrückungsmöglichkeiten nachdenken. Dazu bietet sich etwa ein Freiwilliges Soziales Jahr an. mag