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Sonderveröffentlichung

Würzburg

Die Savanne von Glen Affric

Im Dorf Tomich sind alle Häuser denkmalgeschützt. In der Hälfte davon sind Ferienwohnungen untergebracht. FOTO: FLORIAN SANKTJOHANSER/DPA-MAG

             
Ortsnamen können in die Irre führen. Vor allem, wenn sie so gut passen wie Glen Affric. Wandert man hinein in dieses Tal, das einige für das schönste in Schottland halten, denkt man sofort: Klar, das afrikanische Tal.  

Wie die Savanne der Serengeti wellen sich die Heidehügel. Die Kaledonischen Kiefern mimen mit ihren ausladenden Ästen überzeugend Schirmakazien. Dazu in der Mitte ein langgezogener See vor steilen Berghängen – die Miniaturversion des ostafrikanischen Grabenbruchs.  

Tatsächlich bedeutet der gälische Name Glen Affric „gesprenkeltes Tal“. Passt auch. Die Berge sind in braun-grünes Tarnfleck gekleidet, die Moospolster changieren von lindgrün über orange bis blutrot, und der Ginster am Wegesrand tupft leuchtendes Gelb in das Gemälde.
               

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Trotz dieser Anmut haben viele Schottlandreisende noch nie vom Glen Affric gehört. „Unsere Gegend wird immer noch übersehen“, sagt der Wanderführer Rule Anderson. Gleich nebenan liegen weitaus berühmtere Ziele wie Loch Ness. Auch Traumgipfel gebe es hier nicht. Von den 282 Munros, wie die Schotten ihre Berge über 3000 Fuß Höhe (914,4 Meter) nennen, hat Anderson schon 180 bestiegen.

Mangels berühmter Gipfel setzt die Gemeinde Cannich am Taleingang auf ein anderes Konzept: Sie hat einen Fernwanderweg ausgeschildert. Affric Kintail Way ist in die hölzernen Wegweiser geschnitzt, die seit 2015 an dem Kiesweg entlang der Südufer der beiden Seen stehen. Die Zahl der Wanderer im Tal hat seitdem zugenommen.

Wild anmutend und doch von Menschenhand geformt

Der Affric Kintail Way windet sich 71 Kilometer durch die Hügel, von Drumnadrochit am Loch Ness bis nach Morvich am Loch Duich. Die erste Etappe bis Cannich kann man sich derzeit noch sparen, kilometerweit ginge man hier auf einer Teerstraße.

Ein Wanderpfad soll folgen. Ein paar Kilometer hinter Cannich wandert man schließlich entlang des Loch Beinn a’ Mheadhoin. Eine fast kanadische Wildnis, könnte man meinen, mit Kiesstränden und bewaldeten Inselchen.

Wer Filme wie „Braveheart“ gesehen hat, nimmt an, dass die Berge Schottlands von Natur aus karg und öde sind. Die Römer aber nannten das Land Caledonia: bewaldete Höhen. Einst bedeckte ein Urwald aus Eichen, Erlen, Birken und Kiefern die weiten Hügel. In Jahrhunderten des Raubbaus rodeten die Menschen den Wald. Nur in winzigen Ecken konnte sich der alte Wald halten. Die vielleicht schönste ist das Glen Affric. dpa

Seelenwandern auf dem Pilgerweg

Herbstzeit ist Pilgerzeit – die beste Zeit, das Leben und die Gedanken im Stillen zu betrachten. Das Wort „pilgern“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „unterwegs sein“ oder „wandern“. In Verbindung mit Kraftorten wie Kapellen, Kirchen und stillen Landschaften wird einfaches Gehen zu heilsamem Seelenwandern. Der neue Pilgerweg „Contemplatio“ lädt in Neumarkt in der Oberpfalz und Umgebung zur Gehmeditation ein. Auf 39 Kilometern führt er von der Pfalzgrafenstadt in Etappen entlang spiritueller Orte nach Freystadt und endet dort im „Garten der Stille“. tt


Nordpfade durch das flache Land

Der niedersächsische Landkreis Rotenburg hat sich unter dem Motto „Nordpfade – flach, weit, einzigartig“ als Flachland- Wanderregion etabliert. Hier führen Halbtages- und Tagestouren durch dichte Wälder, weite Moore und Heideflächen, entlang idyllischer Flusstäler, durch Grün- und Ackerland sowie beschauliche Bauerndörfer und Kleinstädte – garantiert ohne Berge. Über die 24 Rundwanderwege mit einer Länge zwischen sechs und 32 Kilometern kann man sich im Internet unter www.nordpfade.de detailliert in der 96-seitigen Wanderbroschüre Nordpfade-Tourenbegleiter informieren. tt


Fahrrad-Kombi für das Bodensee Ticket

Das Bodensee Ticket ist ein grenzüberschreitender Fahrschein für die ganze Seeregion. Es gilt für Bahn und Bus, zudem für zwei Fährverbindungen quer über den See – vom Rheinfall bei Schaffhausen über den gesamten See bis nach Oberstaufen im Allgäu, von Ravensburg in Oberschwaben bis in die Ostschweiz.

Dank der „Fahrrad-Kombi“ des Bodensee Tickets sind spektakuläre Radtouren quer über den See möglich. Zwei besondere Tipps: Auf dem Königsee-Bodensee-Radweg geht es von Oberstaufen durch das Allgäu bis Lindau – Anreise nach Oberstaufen und Rückreise ab Lindau mit der Bahn. Oder man nimmt in Friedrichshafen die Fähre über den See nach Romanshorn und weiter den Zug nach St. Gallen. Von dort führt eine abwechslungsreiche Route über das wunderschöne Wasserschloss Hagenwil und die Rosenstadt Bischofszell nach Weinfelden. jpb

www.bodensee-ticket.com