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Sonderveröffentlichung

Haßberge

Die Terrasse trockenlegen

Flächendrainagen bilden unter den Belägen auf der Terrasse ein Kanalsystem und verhindern so das Anstauen von Feuchtigkeit. FOTO: DJD/GUTJAHR SYSTEMTECHNIK


Engelhardt Treppen Schreinerei GmbH
Bau-Stein kompetenz am Bau
Bernhard Kehl
Bernhard Lang Bauunternehmen
Baumaterialien im Außenbereich müssen besonders robust sein, um Wind und Wetter standzuhalten. Beim Belag für Terrasse oder Balkon zum Beispiel entscheiden sich viele Hausbesitzer für hochwertige frostbeständige Belagsmaterialien. Zu ärgerlich ist es dann, wenn Feuchtigkeitsprobleme von unten entstehen. Eine fehlende oder fehlerhafte Drainage ist oft der Grund für Verfärbungen, Feuchtigkeitsflecken oder gar Risse in den Platten. Bisweilen bleibt nur eine Komplettsanierung als Ausweg. Umso wichtiger ist es daher, schon bei der Planung auch an einen soliden Unterbau zu denken.

Den Fliesen oder Platten selbst kann ein Regenguss nichts anhaben. Probleme entstehen, wenn Feuchtigkeit, die durch die Fugen eindringt, sich unter dem Belag ansammelt und gar im nächsten Winter gefriert. „Die Drainage hat die Aufgabe, das Wasser unter den Platten durch ein kleines Kanalsystem schnell abzuleiten. So lassen sich Risse, Frostschäden oder Unkraut in den Fugen vermeiden“, erklärt Ralph Johann von der Gutjahr Systemtechnik. Eine praktische Lösung für den Außenbereich sind Flächendrainagen, die zeitsparend ausgerollt werden und bereits mit Minikanälen zum Abführen des Wassers ausgestattet sind. Für barrierefreie und stolpersichere Übergänge vom Wohnbereich nach außen gibt es darüber hinaus System-Drainroste. Sie werden im Türbereich direkt an die Drainage angeschlossen und verhindern, dass Wasser in den Innenraum eindringen kann. (djd)

reitz GmbH

Es grünt auf Dächern und Fassaden

Auch private Bauherren können ihre Dächer begrünen. FOTO: DJD/BUGG
Auch private Bauherren können ihre Dächer begrünen. FOTO: DJD/BUGG
Grüne, bepflanzte Dächer und Fassaden werden gerade im Hinblick auf den herrschenden Klimawandel immer wichtiger. Die Pflanzen verbessern zum einen das Mikroklima rund um das Haus, denn sie befeuchten die Luft, mindern den Lärm und filtern Feinstaub.

„Studien weisen nach, dass schon die Pflanzen einer anspruchsloseren, extensiven Dachbegrünung Feinstaub, Stickoxide und weitere Schadstoffe aus der Luft filtern und abbauen können“, sagt Dr. Gunter Mann, Präsident des Bundesverbands GebäudeGrün.

Zudem helfen die Gebäudepflanzen dabei, die Artenvielfalt der Insekten und Tiere zu fördern. Denn Wildbienen, Schmetterlinge und andere Kleinlebewesen finden auf Gründächern Nahrung, etwa in den Blüten der zahlreichen Pflanzen.

Vögel nutzen eine begrünte Fassade gern als Nistplatz. Desweiteren schützen Pflanzen die Dachabdichtungen vor Extremtemperaturen und -witterungen. Damit wird die Lebensdauer eines Daches verlängert. Der Gründachaufbau hält das Regenwasser zurück, somit wird die Kanalisation entlastet und der Hausbesitzer spart Abwassergebühren.

Nicht zuletzt erhält der Bauherr neu nutzbaren Wohn- und Freizeitraum, wenn er beispielsweise auf dem Flachdach einen Dachgarten anlegt. Auch Städteplaner und Architekten nutzen heutzutage das Wissen um die Klimafreundlichkeit der Gebäudebegrünung.

Wer als privater oder auch gewerblicher Bauherr einen grünen Neubau plant oder ein Bestandshaus begrünen möchte, kann in manchen Städten eine direkte oder zumindest indirekte finanzielle Förderung dafür in Anspruch nehmen.

Der Bundesverband hat eine Umfrage unter deutschen Städten durchgeführt. Daraus geht hervor, dass in den Städten mit mehr als 50 000 Einwohnern insgesamt 47 Förderprogramme für Dachbegrünung und 44 für Fassadenbegrünung laufen. Weitere 33 Städte betreiben Programme, die Dach- und Fassadenbegrünung kombinieren und teilweise Innenhöfe, Vorgärten und Freiflächen beinhalten.

International wird das Thema klimafreundliche Dächer und Fassaden ebenfalls immer wichtiger.

Als Folge findet vom 16. bis 18. Juni der Weltkongress GebäudeGrün mit etwa 100 Vorträgen in Berlin statt. (djd)

Eine Wand aus Rohrkolben

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Schilf kann mehr als nur ein Sichtschutz für Balkongitter sein: Das Produkt kommt etwa auch in Innenwänden von Häusern zum Einsatz. FOTO: HISS REET SCHILFROHRHANDEL GMBH, MAG
Schilf kann mehr als nur ein Sichtschutz für Balkongitter sein: Das Produkt kommt etwa auch in Innenwänden von Häusern zum Einsatz. FOTO: HISS REET SCHILFROHRHANDEL GMBH, MAG
Die Klimadebatte macht vor dem Baugewerbe nicht halt. Nachhaltigere Baustoffe wie Lehm, Holz und Stroh rücken damit wieder in den Fokus, auch wenn sie genau genommen ein alter Hut sind. Schließlich werden sie bereits seit Jahrhunderten genutzt.

Zudem findet die Forschung heute zum Teil ungewöhnliche Ansätze für das nachhaltige Bauen der Zukunft. Ausgereift sind die allerdings noch nicht immer. Eine Auswahl:

Seegras ist ein marktreifer nachwachsender Wärmedämmstoff – und es bietet nach Einschätzung von Rene´ Görnhardt viele Vorteile. „Man muss es nicht anbauen, denn es wächst auf dem Meeresgrund“, sagt der Baustoffexperte der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR). Seegras habe einen hohen Salzgehalt und brenne dadurch nicht so leicht, so Görnhardt. Es lasse sich einfach verarbeiten. Der Dämmwert sei mit einer konventionellen Dämmmatte vergleichbar. Dazu kommt: Die Faser kann relativ viel Feuchte aufnehmen, ohne dass sie an Dämmwirkung und Massenvolumen verliert, während sich viele der herkömmlichen Stoffe vollsaugen und zusammensacken – die Folge sind Hohlstellen, die schlimmstenfalls zu Schimmel führen.

Schilf und Rohrkolben (Typha) wirken nicht gerade stabil. Doch verarbeitet als Platten halten sie durch ihre Kammerform – sie sind innen hohl – Lasten aus. „Sie können in tragenden Innenwänden verbaut werden oder als Matte für die Dämmung genutzt werden“, erklärt Görnhardt. Durch die Wiedervernässung der Moore, so hofft er, könnten die Pflanzen wieder in größeren Massen regional angebaut werden.

Die Pflanzen an sich gebe es am Bau schon länger, nur durchgesetzt haben sie sich bislang nicht. „Das große Problem ist, dass sich viele Firmen sträuben, innovativen Entwicklungen im Baubereich eine Chance zu geben“, bemängelt Görnhardt.

Popcorn zum Beispiel. Da geht es nicht um Kinofeeling auf der Baustelle, sondern um Spanplatten, die zu rund zwei Dritteln aus Holzspänen und zu rund einem Drittel aus Popcorngranulat bestehen, also aus verarbeitetem Mais.

Sie sind seit 2011 unter dem Namen „BalanceBoard“ auf dem Markt und wesentlich leichter als übliche Spanplatten. Entwickelt wurde der Werkstoff an der Uni Göttingen.

Und das Forscherteam um Prof. Alireza Kharazipour will noch weiter gehen. Es arbeitet daran, Produkte aus 100 Prozent Popcorngranulat herzustellen. Das wird beleimt und kann anschließend in Form gepresst werden, zum Beispiel zu Stühlen, Platten oder Verpackungsboxen, also zu natürlichem Styropor-Ersatz. „Es funktioniert auch als Dämmstoff oder für Trennwände in Büros“, ergänzt Kharazipour.

Die Produkte könnten bald auf den Markt kommen. Es liefen Gespräche zwischen der Universität und mehreren Firmen über Lizensierungen, so der Wissenschaftler. „Wir sind schon sehr weit, diese Produkte haben Hand und Fuß.“ Er hofft darauf, dass sie dieses oder nächstes Jahr kommerziell produziert werden.

Klassischerweise wird Beton durch Stahlstreben verstärkt. Modernere Bewehrungen bestehen aus Carbon oder Kunststoff. Künftig aber könnten sie aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen, zum Beispiel Flachs. Das hoffen die Forscher am Fraunhofer-Institut für Holzforschung in Braunschweig, die daran arbeiten.

Der Stoff sei korrosionsfrei, lange haltbar und habe die gleichen statischen Eigenschaften wie Stahlbeton, heißt es. Er soll günstiger in der Produktion sein und habe eine bessere CO2-Bilanz. Außerdem sei Flachs vielseitig einsetzbar: Da sich die Bewehrung aus Textil fast allen Formen anpasse, seien auch filigrane Bauten möglich.

Allerdings ist der Textilbeton noch nicht am Bau verfügbar. „Leider ist der Stoff noch nicht ausgereift“, sagt Baustoffexperte Görnhardt. (mag)