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Sonderveröffentlichung

Würzburg

Ein gesundes Gebiss hält auch den Körper gesund

Eine professionelle Zahnreinigung kann helfen, das Gebiss gesund zu halten. Manche Krankenkassen bezuschussen diese Privatleistung. FOTO: FRANK RUMPENHORST


Dr. Winfried Gärtner und Kollegen Zahnärzte
Dr. med. dent. Jens Sachau
Dr. Manuel Eichinger
Der regelmäßige Gang zum Zahnarzt fällt vielen schwer. Und nicht jeden stört es, wenn der eine oder andere Zahn irgendwann raus muss. Aber: Entzündungen im Mund können den ganzen Körper krank machen. Deswegen ist es wichtig, vorzubeugen – und sich behandeln zu lassen.

Entzündungen am Zahnfleisch können weitere Entzündungen hervorrufen

Das Mundsystem mit Zähnen und Zahnfleisch ist nur ein kleiner Ausschnitt des Körpers. Aber Entzündungen im und am Zahnfleisch können weitere Entzündungen im Körper hervorrufen. „Dass eine Wechselwirkung zwischen Parodontitis und Krankheiten wie insbesondere Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen besteht, ist inzwischen wissenschaftlich gesichert“, sagt Prof. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer (BZAEK). „Aufgrund der guten Durchblutung können Bakterien der Mundhöhlenflora schnell einen Zugang zum Blutgefäßsystem finden“, erklärt Prof. Roland Frankenberger, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK). So gelangen sie auch in entfernte Organe und schädigen schlimmstenfalls Herz oder Lunge.

So gehen Fachleute heute davon aus, dass eine unbehandelte Parodontitis das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie zum Beispiel Arteriosklerose oder Herzinfarkte, für Schlaganfälle und sogar für die Entwicklung von Diabetes erhöht.

Verhindern lassen sich Entzündungen im Mund am ehesten durch eine optimale Hygiene. Entscheidend sind die richtige Zahnputztechnik und die Verwendung von Zahnzwischenraumbürsten. Manchen hilft es auch, auf eine elektrische Zahnbürste umzusteigen. Tipps gibt der behandelnde Zahnarzt. Den Zahnärzten zufolge sei auch eine professionelle Zahnreinigung ein wirksames Instrument, um die Mundgesundheit zu erhalten. Sie ist allerdings keine Kassenleistung, sondern wird vom Patienten selbst bezahlt.

Hat sich doch mal eine Entzündung breitgemacht, ist es wichtig, frühzeitig einzugreifen. Schon bei den ersten Anzeichen einer Mundschleimhautentzündung muss die Behandlung beginnen. In dieser Phase sind Entzündungen im Mund gut zu behandeln.

„Die ersten Anzeichen für eine Erkrankung des Zahnbettes sind Schwellungen und Rötungen, Zahnfleischbluten und unter Umständen Mundgeruch“, erklärt Oesterreich. Mit solchen Symptomen sollten Betroffene schnell zum Zahnarzt gehen.

Wurde eine Parodontitis nicht rechtzeitig erkannt oder ist sie so schwer, dass ein Zahn verloren geht, kommt eine sogenannte Implantat-Therapie infrage. Zahnimplantate ersetzen die Zahnwurzel. Sie können eingepflanzt werden, wenn die Parodontitis beseitigt ist und der gesundheitliche Allgemeinzustand des Patienten einen chirurgischen Eingriff erlaubt.

Aber Achtung: Wer glaubt, sich damit aller Probleme entledigt zu haben, irrt. Denn auch Implantate benötigen eine intensive Mundhygiene, um langfristig stabil im Kieferknochen verankert zu bleiben. Ein Zahnimplantat muss mindestens so gut gepflegt werden wie die natürlichen Zähne. tmn

Schutz vor Karies: Gib der Säure keine Chance

Wer über den ganzen Tag verteilt immer wieder Süßkram isst, lässt seine Zähne leiden. Kariesbakterien haben dann ein leichtes Spiel. Weniger zuckerhaltige Nahrung, gründliches Zähneputzen und Fluor beugen Löchern in den Zähnen vor.

Bei der Vorbeugung von Karies kommt es darauf an, wie effektiv die Mundhygiene ist: Zweimal am Tag gründlich ist besser als viermal ein bisschen. Mit Mundduschen oder Mundwässern alleine kann man den Biofilm nicht beeindrucken, man muss schon die Zähne richtig putzen.

Auch der Verzicht aufs Rauchen ist sinnvoll: Denn Rauchen reduziere unter anderem den Speichelfluss und dadurch Abwehrmechanismen, die Karies entgegenwirkten.

Als wichtiger Schutz vor Karies gilt neben zuckerarmer Ernährung die Fluoridierung. Fluoride stärken die Zahnhartsubstanz und beeinflussen den Bakterienstoffwechsel negativ. Dadurch helfen sie, Karies vorzubeugen und beginnende Schäden zu reparieren. tmn