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Sonderveröffentlichung

Würzburg

Elektroantrieb und Luxusdesign: Reisemobile beim Caravan Salon

Zur Ausstattung des neuen Reisemobils von Variomobil gehört eine kleine Garage am Heck – für einen Smart mit automatischem Einzug. FOTO: CTILLMANN/MESSE DÜSSELDORF/TMN

Die weltgrößte Messe für Reisemobile und Caravans

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Es gibt sie im Flower-Power-Look oder geländetauglich, manche sind besonders leicht, andere riesengroß: Die über 600 Aussteller des Caravan Salons in Düsseldorf hatten Anfang September für Campingfans 2100 Freizeitfahrzeuge in den 13 Messehallen aufgefahren.

Hoch im Kurs standen kompakte Modelle, Komfort auf kleinem Raum, mehr Fahrsicherheit und möglichst leichte Fahrzeuge, damit das Gefährt mit dem Auto-Führerschein gelenkt werden kann. Beim Luxus scheint es keine Grenzen nach oben zu geben.

In diesen Bereich gehört ein neues Reisemobil von Variomobil mit einem 354 PS starken Motor, ein luxuriös ausgestattetes Heim auf Rädern. Das Interieur besteht aus amerikanischem Nussbaumfurnier und ist von Hand gefertigt. Warme Töne in Creme und Beige dominieren. Das fast zehn Meter lange Reisemobil ist mit teilautonomen Fahrsystemen ausgestattet und ermöglicht entspanntes Lenken. Komfort ist alles. „Mit der Fahrt beginnt der Urlaub“, sagt Geschäftsführer Frank Mix.

Dunkles Holz und Edelstahl geben dem Wohnraum im Luxus-Caravan Cellini von Tabbert ein edles Ambiente. FOTO: CTILLMANN/MESSE DÜSSELDORF/TMN
Dunkles Holz und Edelstahl geben dem Wohnraum im Luxus-Caravan Cellini von Tabbert ein edles Ambiente. FOTO: CTILLMANN/MESSE DÜSSELDORF/TMN
Dicke Brummer: Wohnmobile für Lkw-Führerschein

Der Dieseltank fasst 180 Liter, zusätzlich gibt es Kapazität für 400 Liter Trinkwasser sowie 300 Liter Abwasser. Zur Ausstattung gehört auch eine kleine Garage am Heck für einen Smart mit automatischem Einzug. Allerdings: Wer dieses Schwergewicht lenken möchte, braucht einen Lkw-Führerschein. Das könne man in Ferien- Fahrkursen innerhalb von zehn Tagen schaffen, sagt der Hersteller. Nach seinen Angaben beträgt die Lieferzeit 18 Monate. Die Käufer sind in der Regel über 50 Jahre alt. Die günstigsten Modelle kosten gut eine halbe Million Euro, eine besonders exquisite Version 870 000 Euro.

Spezielle Modelle für Familien mit Kindern bot Hobby Wohnwagenwerk. Mehrere der Grundrisse haben ein eigenes Abteil für den Nachwuchs. Das Stapelbett ist groß genug für Kinder bis etwa zehn Jahre, an der Wand hängt eine Bärchenlampe.

Die vorgestellte Version bietet Schlafplätze für fünf Personen, ist 2,50 Meter breit und knapp 7,50 Meter lang. „Familiengrundrisse laufen super“, sagt Cilia Eckrich, die Pressesprecherin. Die Basisversion kostet rund 21 700 Euro und ist vor allem als Einstieg für junge Familien gedacht.

Mit Aufstelldach und in zwei verschiedenen Farben bietet Volkswagen den überarbeiteten California 6.1 an. FOTO: VOLKSWAGEN AG/TMN
Mit Aufstelldach und in zwei verschiedenen Farben bietet Volkswagen den überarbeiteten California 6.1 an. FOTO: VOLKSWAGEN AG/TMN
Ein Reisemobil mit Elektroantrieb

Dethleffs zeigte ein erstes, serienreifes Elektro-Hybrid-Reisemobil. Rund 75 000 Euro soll der Globevan kosten. Als Basis dient ein Ford Transit Custom, dessen Antriebsachsen rein elektrisch angetrieben werden. Über den im Fahrzeug eingebauten Akku sind bis zu 50 Kilometer rein elektrische Reichweite möglich. Bei Bedarf lädt der Benzinmotor die Batterie auf.

Vorteil dieser Kombination: „Der alltagstaugliche Globevan kann in Städten rein elektrisch gefahren werden. Eventuelle Fahrverbote gelten hier für den Hybriden also nicht“, so die Messe Düsseldorf. Das Modell habe eine maximale Reichweite von 500 Kilometern, erläutert Dethleffs-Sprecher Helge Vester. Die Akkus können an einer normalen Haushaltssteckdose innerhalb von fünfeinhalb Stunden aufgeladen werden. An einer Schnell-Ladedose dauert das drei Stunden.

Doppelbett in der Seitenschublade

Zu den Raumwundern der Messe gehörte ein neuer Caravan von Tabbert. Das 10,33 Meter lange Gefährt kann zur Seite nach außen mit einem Slide-out wie mit einer großen Schublade vergrößert werden. Auf der zusätzlichen Fläche befindet sich das Doppelbett, im Innenraum ist so mehr Platz.

Dunkles Holz und Edelstahl geben dem Wohnraum ein edles Ambiente. Das Lichtdesign ist aufwendig, und die Härte der Sitze kann per Knopfdruck verstellt werden. Das in Düsseldorf ausgestellte Modell kostet fast 97 000 Euro. Weniger aufwendige Grundrisse ohne Slide-out beginnen ab 53 000Euro.

Bewusst ein Leichtgewicht ist der Conceptvan 2020 von Vöhringer. Der Camper auf Basis eines Mercedes-Benz Sprinter ist von vorne bis hinten auf Gewichtsreduktion getrimmt: Deckenhimmel, Möbel, Bodenkonstruktion und Wandverkleidung sind mit leichten Materialien gestaltet.

Bei einer Länge von 7,35 Metern bringt er rund drei Tonnen auf die Waage und darf noch mit Pkw-Führerschein gelenkt werden. Der Van hat eine Heckgarage, die je nach Wunsch gestaltet werden kann. Es ist Platz genug, um Fahrräder darin unterzubringen. Auch ein Kinderbett und eine Tür zum Wohnraum können dort unterkommen.

Neuer Bulli-Klassiker von VW

Volkswagen hatte den neuen California 6.1 in den Messehallen geparkt. Der meistverkaufte Campingbus in Deutschland hat ein überarbeitetes Design bekommen, dazu mehr Fahrsicherheit. Vom Fahrersitz aus lassen sich über einen kleinen Bildschirm oberhalb der Windschutzscheibe Standheizung und Kühlbox anschalten oder das Aufstelldach öffnen. Die Sitzbank lässt sich zur Matratze ausklappen. Bei Bedarf kann das Kopfteil höher gestellt werden.

„Der Innenraum wurde modernisiert und hat ein neues Design bekommen“, sagt Pressesprecher Christian Schlüter. Das Innere dieser Weiterentwicklung des traditionellen VW-Busses wird in zwei Farben geliefert: einem Grauton und in einer Holzoptik. Im Vorjahr wurden in Deutschland von dem Klassiker nach Herstellerangaben mehr als 18 500 Fahrzeuge verkauft. tmn


Reisemobile werden immer beliebter

Die Zulassungszahlen für Reisemobile sind in diesem Jahr gestiegen. FOTO: ROLF VENNENBERND/DPA
Die Zulassungszahlen für Reisemobile sind in diesem Jahr gestiegen. FOTO: ROLF VENNENBERND/DPA
Reisemobile und Caravans sind in Deutschland so beliebt wie noch nie. Allein in den ersten sieben Monaten dieses Jahres seien mehr als 61 000 Freizeitfahrzeuge neu zugelassen worden, teilte der Caravaning Industrie Verband (CIVD) kürzlich mit. Die Verkaufszahlen hätten damit eine Rekordhöhe erreicht und das Vorjahresniveau noch einmal um gut 13 Prozent übertroffen.

Auch für das Gesamtjahr rechnet die Branche mit einem neuen Zulassungsrekord von rund 78 000 neuen Freizeitfahrzeugen. Die Zahl der neu gekauften Reisemobile werde voraussichtlich im Gesamtjahr um 12 Prozent, die der Wohnanhänger um 8 Prozent zulegen, prognostizierte CIVD-Geschäftsführer Daniel Onggowinarso. Vor allem die Nachfrage nach kompakten Reisemobilen, den sogenannten Kastenwagen, boomt. Sie machen einen immer größeren Teil der Reisemobilproduktion aus. Die Kunden schätzten vor allem, dass sie leichter zu bewegen und daher besser für Städtetrips und den Alltag geeignet seien als größere Wohnmobile, sagte Onggowinarso.

Dabei greifen die Caravaning-Freunde für ihre neuen Gefährte immer tiefer in die Tasche. Der Durchschnittspreis für neue Reisemobile stieg in den vergangenen zwölf Monaten um rund 2000 Euro auf 73 500 Euro. Für neue Wohnanhänger gaben die Käufer im Schnitt knapp 21 000 Euro aus, fast 1000 Euro mehr als im Vorjahr. Denn die Käufer legen immer mehr Wert auf Komfort und elektronische Helfer im fahrbaren Heim. Das gelte etwa für Rückfahrkameras bei Reisemobilen und Rangiersysteme, die das Einparken von Caravans erleichtern. Inzwischen seien fast alle Geräte im Freizeitfahrzeug über ein zentrales Bedienpanel intuitiv steuerbar und die Füllstände von Batterie, Wassertanks und Gasflasche per Smartphone abrufbar, sagte Onggowinarso. Und immer öfter seien auch Flachbildschirme und Audiosysteme in das Wohnmobil integriert.

Caravaning-Touristen geben der Studie zufolge rund 50 Euro pro Urlaubstag aus. Rund 50,5 Millionen Übernachtungen gab es im vergangenen Jahr auf deutschen Campingplätzen. Mehr als 1,2 Million Freizeitfahrzeuge waren im vergangenen Jahr in der Bundesrepublik zugelassen. dpa