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Haßberge

Flohmarkt lockt viele Besucher nach Hofheim – Eindrücke aus dem Jahr 2016

Volle Landgerichtsstraße beim Flohmarkt-Samstag 2016. FOTO: MARTIN SCHWEIGERVolle Landgerichtsstraße beim Flohmarkt-Samstag 2016. FOTO: MARTIN SCHWEIGER


Eine klare Aussage kommt von Trödelhändler Hartmut Wölfert: „Der Spaßfaktor ist hoch hier. Nächstes Jahr komm ich wieder.“ Er kommt nach eigener Auskunft aus dem „nahen Osten“, genauer gesagt aus Ummerstadt in Südthüringen, und hat zum ersten Mal seinen Stand beim Flohmarkt in Hofheim vor der „Wühlkiste“ aufgebaut. Er veranstaltet selbst Flohmärkte und kam per Zufall über den Tipp eines Bekannten nach Hofheim. Mit ihm kam seine Bekannte Wilfriede Eberhardt, „mit dt am Ende, wie Damen-Toilette“, meint der gut gelaunte Trödel-Ossi. Sie kommt aus Neustadt bei Coburg und ist ebenfalls mit ihrem Stand zum ersten Mal in Hofheim. Sie besuchen immer gemeinsam Flohmärkte, damit der eine auf den Verkaufstisch des anderen mal aufpassen kann. „Es wird mehr geklaut in letzter Zeit“ meint Hartmut. Auch Wilfriede gefällt es in Hofheim. Sie findet den Flohmarkt „amüsant“. Der bedeckte Himmel sei gut fürs Geschäft: „da kommt nicht so viel Konkurrenz“ sagt Hartmut.

Der Spruch: „der frühe Vogel fängt den Wurm“ stammt wohl aus der Feder eines Trödelhändlers und gilt natürlich auch für Hartmut und Wilfriede. Schon früh am Morgen haben sie sich die Waren der privaten Anbieter angeschaut und das ein oder andere Schnäppchen gemacht, das sie dann selbst teurer weiterverkaufen. Dabei gehe es aber in Hofheim noch vergleichsweise ruhig zu, meinen beide. In Orten wie Lichtenfels oder Kronach sei es „schlimm mit den Schnäppchenjägern“ sagt Wilfriede. „Die lauern da bereits an den Kofferräumen, noch bevor die Waren auf den Verkaufstischen landen“. Da gehe es in Hofheim noch gesitteter zu, meint sie und verspricht ebenfalls, im nächsten Jahr wiederzukommen. Aber zuvor geht's am Sonntag nach Bamberg zum nächsten Flohmarkt.

Ebenfalls zum ersten Mal mit einem Stand vertreten waren die Hofheimer Asylfreunde, wo Abdullah und Sahab gegen eine Spende selbstgemachte syrische Leckereien verkauften. Darunter waren Gebäckstücke mit Kirschen, Erdbeeren und Knoblauch, ein syrischer Salat und Plätzchen mit Dattelfüllung. Stadträtin Judith Geiling rührte die Werbetrommel und bot Interessenten Armbänder an, auf denen der Name des Besitzers in arabischer Sprache geschrieben wurde – nicht von ihr, sondern von einem syrischen Mädchen.

Neben den exotischen syrischen Happen gab es natürlich auch wieder die altbewährten Kirchweihschmankerl der einzelnen Vereine, wie Bratwürste, Gyros oder Steckerlfisch.

In der Grüne-Markt-Straße fand der Kinderflohmarkt statt. Dort musste Silke Hebig aus Hofheim Kleider und Spielsachen der Tochter verkaufen, die lieber Karussell fuhr, anstatt sich ums Geschäft zu kümmern. Musikhändler Martin Hofmann hatte seinen Stand gar nicht aufgebaut. Immerhin nutzte er den Platz vor seinem Geschäft, um ein Bobby-Car samt Anhänger feil zu bieten. „Den hat er seinem Enkel geklaut und will ihn nun zu Geld machen“ feixte Robert Markert aus Friesenhausen. Hofmann hatte wohl der katastrophalen Wettervorhersage geglaubt, die für den ganzen Samstag Regen prophezeit hatte. Doch der kam erst nachmittags pünktlich um 14 Uhr zum offiziellen Ende des Flohmarkts. Dennoch ließen sich einige, wie Hofmann, von der Wetterprognose beeinflussen, sodass mehrere Stände nicht aufgebaut wurden. Dies tat jedoch dem Besucherandrang keinen Abbruch. Denn viele Besucher kamen, um zu sehen und gesehen zu werden, alte Bekannte wiederzusehen oder die Marktatmosphäre zu genießen.

Genuss war auch bereits am Vorabend angesagt, als Bürgermeister Wolfgang Borst mit einem sicheren Hieb beim Bieranstich die Kirchweih offiziell eröffnete. Seit Montag befinde sich die Stadt „im Feiermodus“, meinte er und prostete gemeinsam mit den Stadträten seinen Bürgern zu. Borst konnte auch eine Abordnung der Musikzüge Buxtehude und Gäste aus Hochstadt am Main begrüßen. Nach dem Bieranstich stand das traditionelle Kesselfleischessen auf dem Programm, das von Mitgliedern des Spielmannszugs verteilt wurde. Für den musikalischen Rahmen sorgten die „Weisachtaler“ aus Maroldsweisach, die ihr ganzes Repertoire von böhmischer Traditionsmusik über Udo Jürgens bis Abba darboten. (msch)