Ein doppeltes Jubiläum Image 1
Sonderveröffentlichung

Haßberge

Ein doppeltes Jubiläum

Im Jahre 1990 entstand dieses Foto der ehrenamtlichen Wonfurter Feuerwehrler zusammen mit dem damaligen Kommandanten Josef Kram (rechts).


Festprogramm
Sägewerk Reitz GmbH
Gemeinde Wonfurt
Freiwillige Feuerwehr Wonfurt
maintal Autohaus Hofmann & Schneider
Göller
Auto Helbig
Auto Englert
Newo-Bau GmbH
Stefan Sauer
Theo Müller
Gärtnerei Weber
Sandra´s Frisierstübchen
Dröschler GmbH Wonfurt
Ein doppeltes Jubiläum kann am kommenden Wochenende in Wonfurt gefeiert werden. Seit 150 Jahren besteht nämlich dort die Freiwillige Feuerwehr und auch schon seit 20 Jahren wird sich mit der Jugenfeuerwehr intensiv um die Nachwuchsgewinnung bemüht.

Am Feuerwehrhaus hinter der Kirche beginnt am Freitag, 17. Mai, um 18 Uhr der Festbetrieb. Ab 20 Uhr wird die "Dr.- Weak-Band" für die passende Stimmung sorgen. Als Vorband werden ab circa 19 Uhr die "Raben Rocker" ihr Können zeigen, deren Bandmitglieder auch in der Jugendfeuerwehr aktiv sind.

Im Herbst 1996 trat die damalige Damengruppe der Feuerwehr Wonfurt zu ihrem ersten Leistungsabzeichen an.
Im Herbst 1996 trat die damalige Damengruppe der Feuerwehr Wonfurt zu ihrem ersten Leistungsabzeichen an.
Am Samstag, 18. Mai, beginnt der Festbetrieb bereits ab 14 Uhr. Alle Ortsfeuerwehren der Verwaltungs- gemeinschaft Theres werden ab 17 Uhr in einer eindrucksvollen Schauübung dem Publikum zeigen, wie im Ernstfall der Bevölkerung durch einen schnellen und effizienten Einsatz geholfen werden kann. Ab 20 Uhr ist dann Party angesagt, wobei DJ Kult immer die richtigen Rhythmen auflegen wird, damit die Gäste einen unvergesslich schönen Abend erleben.

Mit einem Gottesdienst, bei dem auch das neue Einsatzfahrzeug gesegnet wird, beginnt um 10.30 Uhr der Festbetrieb am Sonntag, 19. Mai. Zum großen Festzug werden um 14 Uhr zahlreiche befreundete Feuerwehren und Vereine erwartet, die von der Blaskapelle Wonfurt und den Zeller Musikanten bei ihrem Marsch durch die Hauptstraße musikalisch begleitet werden.

Nach den Festansprachen, die im Anschluss stattfinden, werden
nochmals die Zeller Musikanten aufspielen und den Nachmittag gestalte.

Das fabrikneue Mittlere Löschfahrzeug (MLF) wird am Festsonntag offiziell eingeweiht. FOTO: CHRISTIAN LICHA
Das fabrikneue Mittlere Löschfahrzeug (MLF) wird am Festsonntag offiziell eingeweiht.
FOTO: CHRISTIAN LICHA
An allen Tagen ist der Eintritt frei, denn die Feuerwehr ist immer für alle Bürger da und will dementsprechend auch mit allen feiern, erklärte Feuerwehrvereinsvorsitzende Conny Klaus. Für Speisen und Getränke ist bestens gesorgt, wobei einige örtliche Vereine die Feuerwehr bei der Bewirtung helfen. An allen drei Tagen wird es eine historische Bilderausstellung im Gerätehaus geben und auch die EInsatzfahrzeuge können besichtigt werden.

Für die jüngsten Besucher wird am Samstag und Sonntag ein Kinderprogramm im Schlosspark angeboten. Hier wird es mit einer Spielstraße, Hüpfburg, Rollkastenrutsche und beim Kinderschminken bestimmt nicht langweilig werden. (cl)

Auch damals galt: „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“

Die aktuelle Mannschaft der Aktiven der Feuerwehr Wonfurt, zusammen mit der Jugenfeuerwehr. FOTO: CHRISTIAN LICHA
Die aktuelle Mannschaft der Aktiven der Feuerwehr Wonfurt, zusammen mit der Jugenfeuerwehr. FOTO: CHRISTIAN LICHA
Beherzte Männer, haben sich anno 1860/1870 zusammengefunden und die Freiwillige Feuerwehr Wonfurt ins Leben gerufen. Das bestätigt eine Urkunde aus dem Jahre 1899. Der Wahlspruch lautete früher schon „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“.

Es gab noch keine Wasserleitung wie man sie heute hat, ja nicht einmal eine Motorspritze und nicht einmal eine Handdruckspritze. Es waren die primitivsten Mittel, mit denen man dem Feuer zu Leibe rückte. Mit Eimer und Wannen, Stangen und Reißhaken.

Man schaffte in der Gemeinde zwei Leitern mit acht und elf Metern Länge an. Eine kleine und eine große Hand- und Drückspritze waren die ersten Feuerwehrgeräte.

Die große Spritze musste mit acht Mann und die kleine mit zwei Mann bedient werden. Bei einem Brand wurde das Wasser von den Bauern mit Jauchefässern aus der Lehmgrube angefahren, in eine große Wanne gelassen und mittels der Saug- und Druckspritze dann in den Brandherd gespritzt.

Trotz der viel gepriesenen Feuerwehr waren die Frauen immer die Ersten mit Eimern und Kannen am Brandobjekt. Sie hatten schon oft dem Feuer im Entstehen den Garaus gemacht. Als persönliche Ausrüstung hatte man einen Helm, eine Jacke und einen Gürtel.

Als Kommandant wurde damals ein Herr mit Namen Ritter genannt. In dieser Zeit wurde mit Geräten gearbeitet, die heute noch im Feuerwehrhaus vorhanden sind. Sie gehören schon längst zum Altertum.

Nach dem Krieg hatte Hans Götz als Kommandant eine schwere Aufgabe, denn die Feuerwehr war abgebrannt.

In seinen fünf Jahren Amtszeit wurde die erste Motorspritze TS 8/8 angeschafft sowie neue Schläuche und ein Schlauchwagen gekauft.

1963 wurde das das 90-jährige Bestehen der Feuerwehr begangen. Es war damals ein großes Fest, mit Einweihung der zweiten Motorspritze TS 8/8.

Die so lange ersehnte Wasserleitung kam im Jahre 1967. Mit den damals eingebauten Unter- und Überflurhydranten konnte die Feuerwehr die Schläuche überall und jederzeit bei einem Brand sofort anschließen und hatte Wasser zur Verfügung. Ebenso wurde ein Hydrantenfahrzeug für 1800 DM angeschafft.

Auf eine Werbeaktion hin, mit der Frauen zum Eintritt in die Feuerwehr bewegt werden sollten, meldeten sich sehr viele Freiwillige. Deshalb wurde 1996 eine Damengruppe gegründet, die lange Zeit bestand. Dank einer eigenen Maschinistin und Gruppenführerin, konnten sogar selbständig Einsätze gefahren werden. Großeinsätze waren seinerzeit zum Beispiel in den 1980-er Jahren der Brand bei Korbwaren Baunacher oder der Schlossbrand. In jüngerer Zeit waren die Wonfurter Rothelme ebenfalls bei Großbränden mit im Einsatz, wie zum Beispiel bei dem Bauernhofbrand in Gädheim, beim Brand des Bowlingcenters in Haßfurt oder erst kürzlich beim Wohnhausbrand in Sailershausen. Heute ist die Freiwillige Feuerwehr Wonfurt eine schlagkräftige Truppe. Mit moderner Ausstattung kann auf die insgesamt 56 Aktiven gezählt werden, denen Marius Schad seit 2007 als Kommandant vorsteht. Zweiter Kommandant ist Florian Klaus und dritter Kommandant Roland Fuhl.

Für die Nachwuchsgewinnung sind als Jugendwart Steffi Klaus und deren Stellvertreter Florian Klaus und Julian Ehehalt zuständig. Vorsitzende des Feuerwehrvereins, der 120 Mitglieder zählt, ist Conny Klaus. Ihr steht der zweite Vorsitzende Christian Vogt zur Seite. Die Jugendfeuerwehr Wonfurt besteht in diesem Jahr seit 20 Jahren und hat derzeit 14 Jugendliche, die sich ehrenamtlich betätigen. Auch die Jüngsten, die Gruppe der "Löschzwerge" hat schon stolze 13 Mitglieder im Alter ab sechs Jahren, von denen bestimmt so mancher später einmal seinen Dienst bei den "Großen" leisten wird. Seit März diesen Jahres ist die Freiwillige Feuerwehr Wonfurt stolzer Besitzer eines nagelneuen Mittleren Löschfahrzeugs (MLF), das die Ehrenamtlichen direkt im Herstellerwerk Rosenbauer in Österreich abgeholt haben. Das neue Fahrzeug ist mit einer Besatzung von sechs Personen für die selbstständige Brandbekämpfung, zum Fördern von Löschwasser und für einfache technische Hilfeleistungen konzipiert. Neben der üblichen Beladung nach DIN-Norm verfügt das MLF über einen 600 Liter- Wassertank und eine vierteilige Alu-Steckleiter. Bewusst wählte Kommandant Marius Schad bei den Planungen zur Anschaffung vor einem Jahr ein Auto aus, das mit einer maximalen Nutzlast von 7,49 Tonnen auch noch mit dem alten Führerschein der Klasse 3 gefahren werden kann. Zusätzlich dürfen Inhaber des sogenannten Feuerwehrführerscheins das MLF im Einsatz fahren, so dass damit ein stark erweiterter Fahrerkreis zur Verfügung steht. Durch diese Beschaffungsmaßnahme wird das aus dem Jahre 1982 stammende Löschgruppenfahrzeug 8 ersetzt. Zum Jubiläum am Festsonntag folgt nun die offizielle Einweihung des neuen MLF, das nach Anmeldung bei der Integrierten Leitstelle Schweinfurt (ILS) für den Ernstfall zur Verfügung stehen wird. (cl)