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Würzburg

Für jedes Alter: Ski-Langlauf

Rundum belastet: Beim Ski-Langlauf kommt fast jede Muskelgruppe zum Einsatz. Das ist gut für die Durchblutung und damit auch fürs Herz. FOTO: TOBIAS HASE/MAG
MainRadiologie
Facharztpraxis für Neurochirurgie Dr. med. Dipl. Psych. Horst Poimann
Dr. med. Michael Schneider Main, Spessart, Chirurgie
Hauptsache Bewegung, oder? Gesund ist fast jeder Sport. Doch es gibt Sportarten und Disziplinen, die in dieser Hinsicht besser sind als andere. Ganz oben auf der Rangliste vieler Sportmediziner ist der Ski-Langlauf.

Es hat gleich mehrere Gründe, warum das Gleiten auf den Brettern gut ist, erklärt Hubert Hörterer, Arzt und Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS). „Beim Ski-Langlauf werden alle Muskelgruppen beansprucht“, sagt er. Und das trainiert nicht nur diese Muskeln, die allumfassende Beanspruchung fördert auch die Durchblutung und stärkt damit das Herz.

Gleichmäßig und glücklich

Zudem sorgt die gleichmäßige Verteilung der Belastung auch dafür, dass die einzelne Muskelgruppe und Gelenke wenig belastet werden. „Dadurch ist die Sportart auch für Patienten mit Arthrose zum Beispiel ideal, anders als alpines Skifahren“, sagt Hörterer. Langlauf macht glücklich. „Wie bei anderen Ausdauersportarten wird auch beim Langlauf Serotonin ausgeschüttet, das sogenannte Glückshormon“, erklärt Hörterer.

Frei von Risiken ist der Sport trotzdem nicht, allen segensreichen Faktoren zum Trotz. die Verletzungsgefahr ist beim Langlauf zwar sehr gering, sagt Hörterer – gerade im Vergleich zum alpinen Skifahren. Stürze zum Beispiel kommen aber auch abseits der Abfahrt vor. „Da kann man aber Vorsorge treffen, mit breiteren Ski zum Beispiel und indem man auf steilere Abfahrten verzichtet.“

Trotzdem kann es natürlich nicht schaden, sich vor dem Start in die Langlauf-Karriere oder die -Saison einmal sportmedizinisch untersuchen zu lassen. Dazu rät Hörterer nicht nur den älteren Freizeitsportlern, gerade Jüngere würden sich schnell überschätzen.

Laufen oder Skaten?

Die körperliche Belastung beim Ski-Langlauf ist auch eine Frage der Technik. Zwei Varianten stehen dabei zur Wahl: der Klassik-Langlauf mit Diagonaltechnik und das sogenannte Skating. „Schlittschuhlaufen auf Schnee mit zusätzlichem Vortrieb durch die Stöcke“, nennt Hubert Fehr vom Deutschen Skiverband das. Der Bewegungsablauf ist also ein ganz anderer, und damit ändert sich auch die Belastung für den Körper. „Der Klassik-Langlauf ist körperlich erst einmal weniger belastend als das Skating“, sagt Fehr. „Wobei das natürlich auch von der Ausführung abhängt.“

Stöcke müssen passen

Die Wahl der Technik bestimmt auch die Wahl der Ausrüstung, der Stöcke zum Beispiel. Bei der Diagonaltechnik liegt ihre Ideallänge bei 85 Prozent der Körperlänge, erklärt das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz auf seiner Webseite. Der Schlaufenaustritt liegt damit ungefähr auf Achselhöhe.

Beim Skaten ist das ideale Längenverhältnis dagegen 90Prozent, der Schlaufenaustritt läge auf Kinnhöhe. Wer flexibel bleiben will, bekommt auch verstellbare Langlaufstöcke.

Welche Ausrüstung am besten passt, erfahren Langlauf- Anfänger in einer Skischule. Zu deren Besuch rät Experte Fehr unbedingt: „Die gibt es zum Beispiel in allen Mittelgebirgen und in den Alpenorten, die jeweiligen Fremdenverkehrsämter helfen da weiter.“

Hier können Einsteiger in der Regel auch erst einmal Ausrüstung leihen, auch das empfiehlt Fehr grundsätzlich. „Erstens weiß man ja noch nicht, ob es wirklich Spaß macht. Und zweitens wachsen gute Läufer aus dem Anfänger-Material oft schnell heraus – wenn man die dann gekauft hat, ist man darauf festgelegt.“

Zu viel ist nie gesund

Wer nach den ersten Probestunden vom Langlauf-Virus befallen ist, braucht noch zwei Dinge: Erstens etwas Geduld. Denn übertreiben sollte man es nicht, so gesund die Sportart auch sein mag. „Wichtig ist auch beim Langlauf, dass man sich nicht jeden Tag auspowert, sondern Regenerationstage einplant – je älter man ist, desto mehr“, sagt Hörterer.

Und zweitens müssen es für Langlauf nicht unbedingt die Alpen sein, Schnee ist aber unverzichtbar. Langläufer brauchen also einen Ausgleichssport für die wärmere Jahreszeit. Naheliegend sind da Nordic Walking und der Cross Trainer im Fitness-Studio, sagt Hörterer. Eine weitere gute Ergänzung und dabei ähnlich schonend für die Gelenke: Radfahren. tmn
  

Schmerzen am Kunstgelenk

Wer anhaltende Schmerzen am künstlichen Knie- oder Hüftgelenk hat, sollte umgehend zum Arzt gehen und das abklären lassen. Das gilt ebenso für Rötungen und Schwellungen des Gelenks.

Denn dahinter kann eine Infektion stecken. Und diese sollte so schnell wie möglich behandelt werden. Eine realistische Chance, sie mit Antibiotika in den Griff zu bekommen, bestehe lediglich in den ersten drei Wochen nach Beginn der Symptome, erklärt Prof. Rudolf Ascherl, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Endoprothetik. Im schlimmsten Fall drohen langwierige Behandlungen mit Operationen.

Ursachen sind vielfältig

Infektionen könnten durchaus Jahrzehnte nach der Implantation auftreten. Die möglichen Ursachen sind vielfältig: Selbst durch eine kleinere Verletzung beim Heimwerken gelangen mitunter Bakterien ins Blut und darüber zum Implantat, das sich als unbelebter Fremdkörper nicht selbst vor der Besiedlung durch diese Erreger schützen könne. Deshalb blieben Bakterien dort bevorzugt haften und könnten sich ungestört vermehren, erläutert Ascherl. Bereits verhältnismäßig wenige Keime lösen eventuell eine ernsthafte Infektion aus.

Kleine Wunden beobachten

Träger eines künstlichen Gelenks sollten aus diesem Grund auch kleinere Wunden immer gut desinfizieren und beobachten, wie diese verheilen. Ascherl empfiehlt ihnen generell, ihren Körper ihr Leben lang von Kopf bis Fuß besonders aufmerksam zu pflegen. tmn