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Würzburg

Grüne Berufe für die Generation Greta?

Umweltschutz auch in der Ausbildung ausleben: Jugendliche haben die Möglichkeiten noch nicht immer auf dem Radar. FOTO: GUSTAFSSON/WESTEND61/MAG

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Mit Fridays for Future hat plötzlich eine ganze Schülergeneration eine Agenda, so scheint es: Umweltschutz steht bei Kindern und Jugendlichen hoch im Kurs. „Sämtliche Jugendstudien weisen das Thema als eines der Topthemen aus“, sagt Krischan Ostenrath, Koordinator des Netzwerks Grüne Arbeitswelt.

Liegt es da nicht nahe, das Thema auch zum Beruf zu machen – und die Begeisterung für grüne Themen mit in die Ausbildung zu nehmen? Es gebe eine Lücke zwischen dem ehrenamtlichen Engagement wie es bei Fridays for Future an den Tag gelegt wird und der Vorstellung, dass man sich auch beruflich damit beschäftigen kann. „Das haben viele Jugendliche noch zu wenig auf dem Radar“, sagt Ostenrath. Wer auch im Berufsleben Wert auf Umweltschutz legt, hat viele Möglichkeiten. „Es gibt nicht so eindeutig Berufe, von denen man sagen kann, das ist per se grün“, stellt Ostenrath klar. Die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker etwa habe in der klassischen Variante nicht viel mit Umweltschutz zu tun.

Wer sich aber auf die Hochvolttechnik spezialisiert, handelt schon eher im Sinne des Klimas. Ähnlich sieht es mit anderen gängigen Ausbildungsberufen aus, zum Fachinformatiker oder Elektroniker etwa. Jugendliche sollten daher besser umgekehrt vorgehen: Zuerst überlegen, was sie gut können - und dann sehen, wo ihr Platz im Umweltschutz ist.

„Eigentlich kommt man mit jedem Beruf in den grünen Bereich. Ich muss nur wissen, wie“, so Ostenrath. Einen nachhaltig agierenden Ausbildungsbetrieb zu finden, könne aber durchaus mühsam sein. „Es gibt kein Label oder kein Schild an der Tür. Interessierte müssen selbst recherchieren, genau prüfen und kritisch nachfragen, wo die Ausbildungsschwerpunkte sein werden.“ Ostenrath empfiehlt, den Betrieb einfach mal anzugucken: „Ein Praktikum hilft immer.“

Katharina Reuter, Geschäftsführerin bei Unternehmensgrün, einem ökologisch orientiertem Unternehmensverband, rät, sich die Website des Unternehmens anzusehen. Gibt es dort einen eigenen Menüpunkt zum Thema Nachhaltigkeit? Dort könne man dann etwa erfahren, ob der Betrieb einen eigenen Nachhaltigkeitsbericht erstellt, ob es Produkte mit etablierten Nachhaltigkeitssiegeln herstellt oder ob das Unternehmen mit einem Umweltmanagement-System arbeitet.

Eigeninitiative kann sich lohnen

Wer sich für den Umweltschutz einsetzen will, kann aber auch selbst mit kleinen Schritten anfangen. „Auch als Auszubildender kann ich im Unternehmen tätig werden und Dinge anschieben“, sagt Ostenrath. Wenn der Arbeitgeber mitspielt, könne man seiner Ausbildung mit dieser Art von Engagement oft noch „das Sahnehäubchen“ aufsetzen.

Entscheidend sei, den Spagat hinzubekommen – zwischen „ökologischer Klugscheißerei“ und der Möglichkeit, eigene kleine Projekte selbst anzustoßen. Der Ausbildungsbetrieb würde nämlich zunächst mal Arbeitsleistung erwarten – und keine Revolution. tmn
   

Neue Ausbildung für die Bankfachleute

Immer häufiger kommunizieren Bankfachleute mit ihren Kundinnen und Kunden per E-Mail oder Telefon – statt direkt in einer Filiale. Die Branche will den Nachwuchs darauf vorbereiten: Ab 1. August bekommen Bankfachleute eine neue Ausbildungsordnung, teilt das Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) mit. Die neue Verordnung ersetzt damit die bestehenden Regelungen aus dem Jahr 1998. In Zukunft stehen in der Ausbildung die Kundenbeziehung, digitale Kompetenzen sowie ganzheitliche Beratungskompetenzen besonders im Fokus.

Zudem spielen durch die Digitalisierung veränderte Arbeitsprozesse und Themen wie Datenschutz eine wichtigere Rolle. tmn
  

Förderung für Auslandspraktika

Auch Zahnarztpraxen können für Auszubildende eine Förderung für Auslandspraktika beantragen. FOTO: CHRISTIN KLOSE
Auch Zahnarztpraxen können für Auszubildende eine Förderung für Auslandspraktika beantragen. FOTO: CHRISTIN KLOSE
Bisher profitierten nur Azubis einer dualen Berufsausbildung von dem Förderprogramm „AusbildungWeltweit“. Das hat sich geändert. Für wen die neue Richtlinie gilt.

In der Berufsausbildung Erfahrung im Ausland sammeln: Azubis können für Aufenthalte außerhalb Europas eine Förderung aus dem Programm „AusbildungWeltweit“ erhalten. Künftig steht das Angebot noch mehr Menschen offen: Auch wer eine vollzeitschulische Ausbildung macht, kann gefördert werden, wie das Bundesbildungsministerium mitteilt. Das sind vor allem Auszubildende aus dem Sozial- und Gesundheitswesen.

Außerdem neu: Neben Kammern und Ausbildungsbetrieben können nun Berufsschulen eine Förderung für ihre Auszubildenden beantragen. Gleiches gilt für Betriebe der freien Berufe, wie etwa Anwaltskanzleien. Die Förderrichtlinie gilt den Angaben zufolge ab sofort. Neben Auszubildenden kommen die Mittel auch Ausbilderinnen und Ausbildern zugute. tmn
  

Netzwerk kann helfen bei Suche nach Lehrstelle

Und was machst du so? Wer mit anderen Menschen kommuniziert und sich für sein Gegenüber interessiert, bekommt oft nützliche Informationen.

Bereits Schüler können vom Netzwerken profitieren – etwa bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz. „Netzwerken ist für mich, Leute um mich zu sammeln, die mir helfen können“, erklärt Personalberater Gunnar Belden auf dem Portal „Planet-Beruf“ von der Bundesagentur für Arbeit.

Kommunikation gilt in fast allen Berufen als Schlüsselkompetenz – die Regeln dafür könne man lernen und üben. Man sollte nur keine Angst davor haben, Fragen zu stellen. „Die meisten Menschen geben und helfen gerne.“ tmn
  

Freiwilliges Engagement

Mit freiwilligem Engagement können Schüler bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz punkten. Darauf weist die Bundesagentur für Arbeit auf „Planet-Beruf.de“ hin. Bewerber können potenziellen Arbeitgebern damit Soft Skills wie Verantwortungsbewusstsein und Teamfähigkeit zeigen.

Wichtig ist, solche Tätigkeiten im Lebenslauf aufzuführen, zum Beispiel im Abschnitt „Praktische Erfahrungen“. tmn