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Hüft- und Knie-Endoprothesen laut Studien lange haltbar

Bei 78 Prozent der Patienten zeigte die Hüft-Endoprothese eine Haltbarkeit von 25 Jahren. FOTO: FLORIAN SCHUH / TMN  

Bei einer Arthrose baut sich der Knorpel in den Gelenken ab, die Gelenke verschleißen und versteifen. Auch die entzündlichen Prozesse bei einer rheumatoiden Arthritis können zu einem Knorpelabbau führen. Bei schweren Fällen von Arthrose kann es erforderlich sein, ein künstliches Gelenk, eine Endoprothese, einzusetzen.

Auch künstliche Gelenke können verschleißen

Künstliche Knie- und Hüftgelenke sind weit verbreitet und die Funktion der künstlichen Gelenke prinzipiell gut. Doch auch sie können verschleißen. Wissenschaftler aus Großbritannien untersuchten jüngst, wie lange die künstlichen Gelenke durchschnittlich halten.

Die Wissenschaftler durchsuchten wissenschaftliche Datenbanken nach Studien zur Haltbarkeit von Hüft- und Knieendoprothesen. Außerdem werteten sie die Daten aus nationalen Registern aus, die Operationen und den weiteren Verlauf der Behandlung bei den Patienten erfassen. Den Daten aus den Registern maßen sie eine größere Bedeutung bei, da das Risiko für statistische Fehler oder Verzerrungen geringer ist.

Praxis Klinik Werneck

Für die Hüft-Endoprothesen werteten die Wissenschaftler Studien mit insgesamt über 13 000 eingesetzten künstlichen Gelenken aus. Bei etwa 78 Prozent der Patienten zeigte die Endoprothese eine Haltbarkeit von 25 Jahren. Außerdem werteten die Wissenschaftler über 200 000 Daten zu künstlichen Hüftgelenken aus Registern aus Australien und Finnland aus. Hier zeigte sich bei etwa 58 Prozent der Gelenke eine Haltbarkeit von 25 Jahren.

Kniegelenke: Über 70 Prozent hielten länger als 25 Jahre

Für die Bewertung der Knie-Endoprothese unterschieden die Wissenschaftler zwischen einer Total-Endoprothese (TEP) oder einer Teil-Endoprothese (unikondyläre Endoprothese). Sie fanden Studien zu fast 6500 TEPs und über 700 Teil-Endoprothesen. Für die Haltbarkeit nach 25 Jahren lagen für die Total-Endoprothese keine Daten vor, für die Teil-Endoprothese betrug die Rate 72 Prozent.

Aus den Registern werteten die Wissenschaftler Daten zu fast 300 000 Total-Endoprothesen und über 7000 Teil-Endoprothesen aus. Hier betrug die Anzahl der nach 25 Jahren haltbaren Endoprothesen bei einer Total-Endoprothese 82 Prozent und bei einer Teil-Endoprothese 70 Prozent. dgp


Qualifikation der Klinik prüfen

Bei einer Knie- oder Hüftgelenk-Operation ist die Wahl einer qualifizierten Fachklinik wichtig. Die Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik (AE) rät Patienten, vor allem darauf zu achten, dass die Einrichtung in allen Behandlungsschritten über die nötige Expertise verfügt.

Auch die jeweiligen Abläufe der Operationen spielen bei der Qualifizierung der Klinik eine Rolle. Im besten Fall erfolgt der Eingriff komplett – also von der Vorbereitung über die Operation bis zur Nachbehandlung – standardisiert.

Patienten sollten außerdem darauf achten, wie viele Eingriffe dieser Art im Krankenhaus und vom jeweiligen Operateur durchgeführt werden. Diese Daten sind im jeweiligen Qualitätsbericht des Krankenhauses öffentlich einsehbar. Laut AE spricht eine Zahl von jährlich mindestens 300 Eingriffen in der Klinik für Sachverstand. Bei einem Operateur sollten es mindesten 50 pro künstlichem Hüft- oder Kniegelenk sein. tmn

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