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Sonderveröffentlichung

Kitzingen

In Corona-Zeiten: Arbeitgeber kann Kinderbetreuung bezuschussen

Wegen der Corona-Krise sind die Kitas geschlossen – Arbeitgeber können Eltern daher für beruflich bedingten Betreuungsbedarf finanziell unterstützen. FOTO: UWE ANSPACH


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Dipl.-Betriebswirtin (FH) Steuerberaterin Claudia Grindel
Arbeitgeber können ihren Beschäftigten bei der Kinderbetreuung finanziell unter die Arme greifen. Sie können einen Betrag von bis zu 600 Euro im Kalenderjahr für zusätzlichen und kurzfristig zu organisierenden beruflich bedingten Betreuungsbedarf für Kinder unter 14 Jahren auszahlen.

„In der aktuellen Zeit wird das Vorliegen eines zusätzlichen Betreuungsbedarfes unterstellt, wenn der Arbeitnehmer aufgrund der Corona-Krise zu außergewöhnlichen Dienstzeiten arbeitet oder die Regelbetreuung der Kinder wegen Schul- und Kitaschließungen weggefallen ist“, erklärt Uwe Rauhöft vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine in Berlin.

Voraussetzung für die Steuerfreiheit der Zahlung ist außerdem, dass die Betreuung kurzfristig zu organisieren ist, was während der Corona-Krise ebenfalls als gegeben angesehen wird. Auch muss der Betrag zusätzlich zum normalen Arbeitslohn gezahlt werden.

„Zu beachten ist aber, dass diese 600 Euro kein pauschaler Betrag sind, sondern dass der Arbeitnehmer tatsächlich Aufwendungen in dieser Höhe für die kurzfristige Kinderbetreuung hatte“, erläutert Rauhöft. Der Betrag darf auch steuerfrei gezahlt werden, wenn es um vergleichbare kurzfristige und berufsbedingte Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen geht. tmn

Bei Corona-Engpass ist eine Darlehensstundung möglich

Beschäftigte, die wegen der Corona-Pandemie in Kurzarbeit sind, können bei einer Kontoüberziehung eine Darlehensstundung bekommen.

Das Amtsgericht Frankfurt am Main entschied in einem Eilverfahren, dass ein Bankkunde in dieser Situation eine längere Rückzahlungsfrist für einen Überziehungskredit verlangen kann. Das ergebe sich aus dem Gesetz zur Abmilderung der Folgen der Covid-19-Pandemie (Az.: 32 C 1631/20 (89)). Der Beschluss ist nicht rechtskräftig.

In dem Fall hatte die Bank dem Arbeitnehmer die Geschäftsbeziehung gekündigt und ihn zur Rückzahlung seiner Kontoüberziehung bis zum 8. April 2020 aufgefordert. Im Zuge der Coronavirus-Pandemie ist der Kunde aber von Kurzarbeit betroffen und hat deshalb aktuell geringere Einnahmen. Nachdem die Bank seine Bitte um Gewährung einer verlängerten Rückzahlungsfrist abgelehnt hatte, wandte er sich mit einem Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung an das Gericht.

Mit Erfolg: Die Richter gaben dem Antrag weitgehend statt. Sie begründeten die Entscheidung mit dem kürzlich in Kraft getretenen Gesetz zur Abmilderung der Folgen der Corona-Pandemie.

Danach werden Ansprüche des Darlehensgebers, die zwischen dem 1. April und dem 30. Juni 2020 fällig werden, aus Darlehensverträgen mit Verbrauchern, die vor dem 15. März 2020 abgeschlossen wurden, für die Dauer von drei Monaten gestundet.

Voraussetzung ist laut Gericht, dass der Verbraucher aufgrund der außergewöhnlichen Verhältnisse Einnahmeausfälle hat. Diese Nachweise habe der Antragsteller erbracht. tmn