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Sonderveröffentlichung

Schweinfurt

Infektionen möglichst vermeiden

Bei einer Biopsie wird Gewebe entnommen und auf Krebszellen untersucht. FOTO: GETTY IMAGES

   

Eine US-amerikanische Studie zeigt: Patienten, die vor einer Prostatabiopsie vorbeugend mit Antibiotika behandelt werden, leiden deutlich seltener an Infektionen nach dem Eingriff. Fluorchinolone gelten als Mittel der Wahl. Doch Resistenzen gegen Medikamente aus dieser Substanzgruppe nehmen zu.

Leitlinien zum Thema Prostatakrebs empfehlen, die Patienten vor einer Prostatabiopsie prophylaktisch mit Antibiotika zu versorgen. Ein Rektalabstrich vor der Biopsie ermöglicht mittels Antibiogramm klare Erkenntnisse darüber, ob und welche Resistenzen vorliegen. Der Abstrich muss dafür rechtzeitig vor dem Eingriff erfolgen, um gesicherte Laborergebnisse zu erhalten.

Radiologie Schweinfurt

Ein Team um den Urologen David Preston von der University of Kentucky in Lexington konnte in einer Studie nachweisen, dass dieses Verfahren sehr wirksam ist: Männer, die statt gezielter Antibiotikagabe die Standardprophylaxe erhielten, hatten 6,5-mal häufiger mit Infektionen zu kämpfen als Patienten, die sich vor dem Eingriff gezielt mit Antibiotika behandeln ließen.

Bei den resistenten Keimen handelte es sich am häufigsten um E. coli. Die Wissenschaftler stellten fest, dass Kolibakterien besonders auf Ciprofloxacin immer schlechter reagierten: Die Ansprechrate sank von 71 auf 65 Prozent. IPF

Rehabilitations- & Präventionszentrum Bad Bocklet

Früherkennung: Welche Untersuchungen gibt es?

Ab dem 45. Lebensjahr haben Männer einmal jährlich Anspruch auf eine Untersuchung zur Früherkennung von Prostatakrebs. Sie hilft, ein Prostatakarzinom frühzeitig zu entdecken, was die Erfolgschancen der Therapie verbessert.

Gleichzeitig spürt die Suche aber möglicherweise auch Tumoren auf, die nie Beschwerden gemacht hätten. Diese Überdiagnose und Übertherapie kann schwere gesundheitliche Folgen für die betroffenen Männer haben. Jeder Mann sollte deshalb den persönlichen Nutzen und das Risiko der Früherkennung abwägen und sich dazu von einem Arzt beraten lassen.

Tastuntersuchung

Ein Prostatakarzinom lässt sich in vielen Fällen durch eine rektale (durch den After) Tastuntersuchung der Prostata feststellen. Veränderungen wie eine vergrößerte Prostata oder knotige Verhärtungen des hinteren Teils werden mit dem Finger aufgespürt. Tastbare Prostatakarzinome sind oft nicht mehr auf die Vorsteherdrüse begrenzt, sondern haben schon die Kapsel der Prostata durchbrochen. Nicht fühlbar sind Prostatakarzinome, die seitlich oder zur Bauchseite hin wachsen.

PSA-Test

PSA steht für „Prostataspezifisches Antigen“ und ist ein Eiweiß, das nur die Prostata produziert und im Blut gemessen werden kann. Ein erhöhter PSA-Wert besagt aber noch nicht, dass ein Mann auch tatsächlich Prostatakrebs hat. Er kann zum Beispiel auch bei einer Prostataentzündung (Prostatitis) erhöht sein. Außerdem steigt der PSA-Wert nach jeder Art der Prostatastimulation. Umgekehrt heißt ein niedriger PSA-Wert nicht zwangsläufig, dass kein Prostatakrebs vorliegt.

Bei einem Wert zwischen 0 und 2 Nanogramm pro Milliliter Blut (ng/ml) sollte alle zwei Jahre, bei einem Wert von 2 bis 4 ng/ml jedes Jahr kontrolliert werden, ob sich die Prostata verändert hat. Ab 4 ng/ml werden zusätzliche Untersuchungen empfohlen, darunter die Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie). Denn bei vier von zehn Männern mit einem PSA-Wert zwischen 4 und 10 ng/ml wird dabei tatsächlich Krebs entdeckt.

Der PSA-Test ist nicht Teil der gesetzlichen Prostatakrebsfrüherkennung. Nur wenn der Tastbefund auffällig ist, bezahlen die Krankenkassen den PSA-Test. Er spielt außerdem beim Verlauf und der Kontrolle einer bestehenden Prostatakrebserkrankung eine wichtige Rolle.

Gewebe-Entnahme (Biopsie)

Eine Gewebeentnahme (Biopsie) kann Gewissheit bringen, ob Prostatakrebs vorliegt. Mit einer feinen Nadel werden mehrere Gewebeproben aus der Prostata entnommen (Stanzbiopsie). Die Biopsie wird in den meisten Fällen unter Ultraschallkontrolle durch den Enddarm entnommen. Ein Pathologe untersucht das Gewebe anschließend auf Krebszellen.

Metastasensuche

Bestätigt sich die Diagnose Prostatakrebs, werden gegebenenfalls weitere Untersuchungen durchgeführt, um mögliche Tochtergeschwulste (Metastasen) zu finden. Das können zum Beispiel Ultraschall der Nieren oder Röntgen der Lunge sein. Barmer