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Inkasso-Schreiben nicht ignorieren

Inkassoschreiben schaut man sich besser genau an, Ignorieren ist immer der falsche Weg. FOTO: JENS BÜTTNER/DPA  

Verbraucher sollten Inkasso-Schreiben keinesfalls ignorieren, auch wenn sie von einem Betrug ausgehen. Darauf weist die Verbraucherzentrale Brandenburg (VZB) hin.

Zwar handelt es sich bei Inkassoschreiben häufig um gefälschte Schreiben. Sind die Forderungen aber berechtigt und stammen von einem seriösen Unternehmen, hat das Ignorieren schwerwiegende Folgen. Eine erste Prüfung des Schreibens ist einfach: In der Betreffzeile und dem Anschreiben ist der Gläubiger genannt. Prüfen Sie, ob Sie mit diesem zu tun hatten.

Ist das Inkassounternehmen seriös? Dann ist es im Rechtsdienstleistungsregister (RDG) eingetragen. Inkassounternehmen werben häufig damit, dass sie einem Verband angehören. Dies sagt aber laut der Verbraucherzentrale nichts über die Seriosität aus. Ebenso ist eine Eintragung im Handelsregister nicht aussagekräftig.

Auch berechtigte Forderungen prüfen

Stellt sich heraus, dass es sich grundsätzlich um eine berechtigte Forderung handelt, sollten Betroffene prüfen, ob die Höhe der Kosten gerechtfertigt ist, rät die VZB. Dies ist auf ihrer Website unter verbraucherzentrale-brandenburg.de/inkasso-check möglich.

Spätestens dann, wenn ein Mahnbescheid vom Gericht eintrifft, sollten Betroffene unmittelbar zahlen, falls alles korrekt ist, oder eben Widerspruch einlegen, falls das nicht der Fall ist.

In einem konkreten Fall hatte eine Frau aus Potsdam ihren Einkauf beim Bäcker in Höhe von 9,40 Uhr mit der Karte bezahlt. Die Abbuchung scheiterte jedoch, weil ihr Konto nicht gedeckt war. Der Bäcker beauftragte ein Inkasso-Unternehmen.

Auf das Schreiben der Firma reagierte die Frau aber nicht, weil sie von einer unzulässigen Masche ausging. Sie merkte erst, dass es ernst ist, als die Karte vom Geldautomat eingezogen wurde und das Konto gepfändet war. Die Gebühren betrugen zu diesem Zeitpunkt schon über 280 Euro, außerdem erhielt sie einen Schufa-Eintrag. mag


Elterngeld: Was sich ab September ändert

Zum 1. September greifen Reformen des Elterngeldes. Besonders für Eltern von Frühchen und für jene, die mehr partnerschaftliche Betreuungsarbeit leisten wollen, tut sich hier etwas. Die wichtigsten Änderungen im

Überblick: Frühgeborene: Mütter und Väter erhalten in dieser schwierigen Situation ab sofort länger Elterngeld. So gibt es für jene Kinder, die sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin auf die Welt kommen, einen zusätzlichen Monat Elterngeld pro Elternpaar.

Wird das Kind acht Wochen zu früh geboren, werden zwei zusätzliche Monate gewährt, bei zwölf Wochen drei und bei 16 Wochen vier zusätzliche Monate.

Teilzeitarbeit: Wer im Job arbeiten und zugleich zu Hause Betreuungsarbeit leisten möchte, darf ab 1. September bis zu 32 Wochenstunden arbeiten. Rechnerisch ist in vielen Fällen nun also eine Vier-Tage-Woche möglich. Vorher waren nur maximal 30 Stunden erlaubt.

Auch die Vorgaben für den Partnerschaftsbonus, wenn beide Elternteile zeitgleich in Teilzeit sind, werden entsprechend erweitert: auf 24 bis 32 Wochenstunden.

Hohe Einkommen: Zur Finanzierung dieser Änderungen erhalten Elternpaare, die mehr als 300 000 Euro Einkommen im Jahr beziehen, nun kein Elterngeld mehr. Die Grenze lag bisher bei 500 000 Euro. mag

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