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Sonderveröffentlichung

Schweinfurt

Kartoffelsalate für alle Fälle

Sesamöl, Thai-Basilikum, Soja-, Fisch- und Chilisoße geben dem thailändischen Kartoffelsalat mit Rindfleisch eine asiatische Note. FOTO: HUBERTUS SCHULER/BECKER JOEST VOLK VERLAG/MAG

Er ist wohl die einzige Beilage, die in der Grillsaison genauso innig geliebt wird wie zu Weihnachten: der Kartoffelsalat. Egal ob im Sommer oder im Winter: „Viele Leute haben eine feste Vorstellung davon, was ein Kartoffelsalat ist – für sie existiert nur diese einzige Variante. Dabei ist der Kartoffelsalat unfassbar vielseitig“, finden Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhofer aus der WDR-Sendung „Kochen mit Martina und Moritz“.

Beide haben für ein Kochbuch 100 Variationen des Klassikers entwickelt. Dass es „den einen“ Kartoffelsalat nicht gibt, zeigt allein ein Blick auf die Deutschlandkarte. Während man im Norden eher zur cremigen Mayonnaise greift, bevorzugt man im Süden Essig, Öl und Brühe, um den Salat anzumachen. Auch die Wahl der Kartoffel führt zu unterschiedlichen Resultaten in der Schüssel.

„Die Kartoffelsorte ist entscheidend“, sagen die Foodblogger Chris Ackermann und Marie Wolgast („einfachgeschmack“). Denn: Die Sorten unterscheiden sich zum Teil stark in Geschmack, Konsistenz und Farbe. Das Duo bevorzugt für Salate die festkochende Belana oder Annabelle.
   

Generell gilt: Warme Kartoffeln saugen Flüssigkeit und Aromen am besten auf, festkochende Sorten bleiben dabei besser in Form. „Wer eine mehligkochende Kartoffel warm zum Salat anmacht, erhält eine breiige Konsistenz“, so Neuner-Duttenhofer. „Wichtig ist, die Kartoffel in der Schale zu kochen und erst danach zu pellen“, erklärt Ackermann. Sonst verkleistert die Stärke, die in der Kartoffel steckt – und der Salat neigt dazu, schleimig zu werden.

„Mediterran wird es, wenn man im Salat Kartoffeln, Staudensellerie, getrocknete Tomaten, Oliven und eine Essig-Öl-Vinaigrette kombiniert“, schlägt Chris Ackermann vor.

Nach Urlaub auf dem eigenen Balkon schmeckt der Kanarische Kartoffelsalat von Meuth und Neuner-Duttenhofer. „Dafür verwenden wir sehr kleine Kartoffeln, die ganz bleiben“, erläutert Meuth. Die Kartöffelchen werden in viel Salz gekocht, sodass sie an den letzten Besuch in der Tapas-Bar erinnern. Angemacht werden sie anschließend mit einer Mojo, einer cremig-pikanten Soße aus Knoblauch, Chili, Paprikaschoten, Olivenöl und Koriander.

anders kommt der Kartoffelsalat daher, wenn er sich von der japanischen Küche inspirieren lässt: Wer etwas Wasabipulver und Wasser in eine (asiatische) Mayonnaise einrührt, erhält einen Salat, der scharf und cremig zugleich ist.

Egal ob Wasabi, Pesto oder Kokosmilch: Da die Kartoffel an sich im Geschmack eher zurückhaltend ist, lässt sie sich auf fast jede Kombination ein. mag