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Sonderveröffentlichung

Haßberge

Die neue Kirche ist ein Ort, an dem man Halt erfahren kann

Die Jüngsten der beiden Sander Kindergärten St. Nikolaus und St. Martin sangen "Wir feiern heut ein Fest". FOTOS: C. LICHA

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Das Lied: „Wir feiern heut ein Fest", sangen die Jüngsten der beiden Sander Kindergärten St. Nikolaus und St. Martin unter der Leitung von Christel Oppelt an ihrer Gitarre. Weiterhin brillierte die Gruppe "Gospel and more" zusammen mit weiteren Sängerinnen und Sängern des Gesangvereins Sand mit ihren Darbietungen. Auch die Kommunionkinder sangen ein Lied. Die neue elektronische Kirchenorgel brachten die beiden Organisten Maria Zettelmeier und Dieter Dürrnhöfer zum Klingen. Das hochwertige Instrument wurde vorher von Pfarrer Erhart gesegnet.

Technisch auf dem neuesten Stand, kann der Altarraum nun auch bei Bedarf farblich illuminiert werden. Passend zur Predigt erleuchtete dann blaues, rotes, grünes und sogar goldfarbenes Licht, was Pfarrer Erhart sichtlich faszinierte. "Die neue Kirche ist ein Ort, der innerlich bestärkt und in dem man Auftanken und Halt erfahren kann", sagte der Seelsorger und dankte gleichzeitig den unzähligen fleißigen Händen, die bei der Renovierung mit angepackt hatten. Unglaublich beeindruckt von der Hilfsbereitschaft erzählte Erhart in seiner bekannt humorvollen Art, wie auch er das Messgewand gegen Arbeitskleidung tauschte und den Presslufthammer in der Hand hielt. Sehr beeindruckt war er zum Beispiel von einem Gemeindemitglied, das "30 Jahre älter und 30 Kilo leichter" ist als er. Nach dem gemeinsamen Aufräumen der alten Bodenplatten zusammen mit diesem Senior, war dieser noch topfit und sprühte vor Schaffenskraft, während er total fertig war, so Erhart. "Die Sander haben einen langen Atem" und den haben sie auch wortwörtlich gebraucht, denn seit der ersten Anfrage bis zur jetzigen Fertigstellung vergingen ganze 16 Jahre. Um so schneller gingen dann die Arbeiten voran, die nach rund einem Jahr abgeschlossen waren. "Ich hatte das Gefühl, die Kirchenverwaltung schläft in der Kirche, denn immer wenn ich gekommen bin, waren sie schon da", lobte der Pfarrer.

Die Kirchenverwaltung war es dann auch, die symbolisch zeigte, was alles für die Renovierung nötig war. Kirchenpflegerin Edeltraud Schnapp und ihr Team, bestehend aus Irene Mück, Liane Ullrich, Klaus Ullrich, Rudolf Rippstein und Alexander Förtsch erklärten unterhaltsam in Reimform die Renovierungsarbeiten und zeigten dabei Steine, Farbe, Holz, Besen und einen Topf. Dieser spiegelte die gute Verpflegung der ehrenamtlichen Arbeiter wieder, die natürlich auch nicht zu kurz kam. Die planerische Leitung hatte das Architekturbüro Herlein aus Zeil. Das erfahrene Team rund um Inhaber Gerhard Herlein verwirklichte die Vorstellungen der Sander hervorragend.

Landrat Wilhelm Schneider hob die 3200 Arbeitsstunden hervor, die die freiwilligen Helfer geleistet und damit einen Großteil ihrer Freizeit geopfert haben. "Fliesen und Putz herausgeklopft, Boden abgetragen, Bauschutt weggefahren, Kirchenbänke ausgebaut und wieder eingebaut und vieles mehr", der Landrat zollte seinen Respekt für diese Leistungen. Froh war Schneider auch, dass seine Mitarbeiter der Unteren Denkmalschutzbehörde beim Abstimmungsbedarf mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalschutz erfolgreich vermitteln und so manche Bedenken und Spannungen aus dem Weg räumen konnten.
  
"Wir alle, die Bürgermeister, der Gemeinderat, die Verwaltung und die Bürger standen hinter diesem großen Bauvorhaben unserer Pfarrgemeinde", sagte Zweiter Bürgermeister Gerhard Zösch. Voller Stolz verkündete er, dass die Gemeinde ohne große Diskussionen im Gemeinderat die Kosten für die Außenrenovierung des Turmes in Höhe von 80000 Euro bewilligt hat, was in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit mehr sei. Für die weitere Außenrenovierung wurden nochmal 50000 Euro bewilligt und die gleiche Solidarität der Gemeinde setzte sich bei der Innenrenovierung mit einem Zuschuss von stolzen 100000 Euro fort. "Diese gemeindliche Investition hat sich, wie wir heute alle sehen können, auf jeden Fall gelohnt", so Zösch.

Die ursprüngliche Kirche wurde in den Jahren 1728 bis 1731 erbaut. Um ihr herum war zur damaligen Zeit der Friedhof angelegt. Der Kirchturm wurde 1733 fertiggestellt und ist der älteste Teil des heute bestehenden Gebäudes. Dieses wurde im Jahr 1928 neu errichtet. Der letzte Umbau vor der jetzigen Maßnahme fand vor knapp 40 Jahren statt. Wer erwartet hat, dass bei den Ausgrabungen im vergangenen Jahr Knochen oder gar Skelette gefunden werden, muss enttäuscht werden. Außer einem kleinen Schnapsfläschen das sich in dem aus Bauschutt bestehenden Untergrund der Kirche befand, wurde nichts entdeckt. "Leider auch kein Goldschatz, der den Kirchenumbau finanzieren könnte", erzählte Karl Löser seinerzeit bei den Bauarbeiten. Der Rentner führte penibel Protokoll über die geleisteten Arbeiten, um sie der Nachwelt zu bewahren. Die Kostenvolumen der Gesamtmaßnahme beträgt stolze 1,4 Millionen Euro, von denen 65.000 Euro in Eigenleistung erbracht wurden. (cl)