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Sonderveröffentlichung

Haßberge

Hainert – Der Ortsname bedeutet „gehauener Wald“

Das bedeutendste Bauwerk im Knetzgauer Gemeindeteil Hainert ist die St. Josefs Kirche, die vor 20 Jahren eine grundlegende Renovierung erfuhr. FOTO: CHRISTIANE REUTHER


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Am kommenden Wochenende, von Samstag, 9. November, bis einschließlich Montag, 11. November, feiern die Hainerter ihr Kirchweihfest. In der Kirche, die dem Heiligen Josef geweiht ist, findet aus diesem Anlass am Sonntag um 10 Uhr eine Messfeier statt.

Links des Maines, etwa drei Kilometer südlich von Haßfurt liegt in einem engen Tal Hainert, ein Gemeindeteil von Knetzgau. Nach Norden hin wird die Flur durch den Main begrenzt, während sich im Süden der Steigerwald mit seinen Höhen am Horizont erhebt. Wie in dem Buch „Die Knetzgauer Straßennamen – eine Heimatgeschichte“ der Autoren Dr. Rainer Wailersbacher und Leo Maag zu lesen ist, geht der Name Hainert auf die Urform „Hawenhart oder Houenhard“ zurück, das so viel wie „gehauener Wald“ bedeutet. Östlich des Dorfes im Waldstück „Oberholz“ befindet sich der größte Friedhof der Vorzeit im alten Landkreis Haßfurt. Seine 23 Grabhügel verweisen in die Hallstattzeit, eine Epoche, die auch die ältere Eisenzeit genannt wird.

Über die St. Josefs Kirche, dem in der Dorfmitte emporragenden bedeutendsten Bauwerk, wird in dem Buch ebenfalls berichtet. Der Vorläuferbau, eine gotische Kapelle aus dem frühen 15. Jahrhundert, ist seit den Wirren des Dreißigjährigen Krieges schadhaft. Im Jahr 1683 erfolgte der Aus- und Neubau, dem die vormalige Kapelle nunmehr als Sakristei dient.

Hainert, das über Jahrhunderte hinweg zur Mutterpfarrei Knetzgau gehört, wird im Jahr 1745 dem Pfarrsprengel von Westheim angegliedert. In den Jahren 1776 und 1860 erfährt das Langhaus der St. Josefs Kirche verschiedene bauliche Veränderungen, denen 1909 eine gründliche Renovierung des gesamten Gotteshauses folgt. Die Umgestaltung und Erweiterung der Dorfkirche begann im Herbst 1973.

Im Vollzug einer von 1999 bis 2002 währenden umfassenden Außen- und Innenrenovierung wird der aus Holz bestehende Altartisch durch einen Steinaltar ersetzt. Der heute stilgerecht und geschmackvoll erneuerten Barockkirche schließt sich im Westen ein moderner Flachbau mit über 70 Plätzen an. Der Hochaltar im Inneren des Gotteshauses und die beiden Seitenaltäre, die von Christoph Halbig geschaffen wurden, stammen aus der Zeit um 1800. Kanzel, Kommunionbank, Chorstuhl und Bankwangen sind etliche Jahrzehnte älter.
    
Das Deckengemälde zeigt den Heiligen Josef auf dem Sterbebett. Er ist von den vier Kirchenvätern Ambrosius, Hieronymus, Augustinus und Gregor umrahmt. Weitere Kirchenfiguren sind die Heiligen Erhard, Kilian, Bonifatius, Wendelin und Sebastian.

   
Ein in der Taufnische angebrachtes Gemälde von Cosmas Damian Asam ist ebenfalls sehenswert. Es zeigt den Heiligen Josef mit Jesuskind.

An der Außenwand der jetzigen Sakristei, der ehemaligen gotischen Kapelle, ist die künstlerisch wertvollste Skulptur, eine in die Ostwand eingemauerte Sandsteinfigur. Die starke Verwitterung lässt lediglich auf das Bildnis einer Frau schließen, das vor rund 500 Jahren gefertigt wurde. Um welche Heilige es sich dabei handelt, bleibt offensichtlich unklar. (cr)