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Sonderveröffentlichung

Main-Spessart

Komfortabler und nachhaltiger wohnen

Verschiedene Branchen, etwa für Bodenbelägse oder Möbel, widmet sich zunehmend den gesundheitlichen und nachhaltigen Aspekten ihrer Produkte. FOTO: SWISS KRONO/MAG


Ziegler
M. Feser Holz & Wohnen
Binner Dekormarkt GmbH
Was manche den Greta-Effekt nennen, hat auch Auswirkungen auf die Einrichtungsbranche. Die hat endlich eine Chance, etwas an den Mann zu bringen, was sie seit Jahren massiv vorantreibt: nachhaltiger und umweltbewusster produzierte Möbel. Viele Hersteller haben längst solche Möbel im Programm. Doch bislang war Nachhaltigkeit oft kein Kaufargument. Doch das ändert sich nun verstärkt.

Laut Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM) zeigen Verbraucher Interesse. „Die Menschen sind sich bewusst, dass nicht nur Regierungen und NGOs etwas tun müssen, sondern auch sie selbst im Privaten“, so die Möbelexpertin.

Auch bei Boden und Wand bemühe sich die Branche, das Wohlfühlen zu verbessern, beobachtet Trendanalystin Susanne Schmidhuber. Sie bewertete im Auftrag der Messe Domotex die Trends. Zum Beispiel indem sie die Eigenschaft eines Bodens, Schall zu schlucken oder Trittschall zu minimieren, verbessere.

„Die Hersteller sind außerdem sehr bedacht darauf, im Herstellungsprozess Schadstoffe zu reduzieren“, berichtet Schmidhuber. Besonders wichtig sind auch Nachhaltigkeit und Ökologie. So werden etwa noch ungewöhnliche, vor allem natürliche Materialien zunehmend genutzt: etwa Hanf, Nessel, Raps, Rizinus oder Kreide.

Sichtbares Holz kommt zurück

Geismann hat sich vor der wichtigsten deutschen Möbel-Schau umgehört, was die VDM-Mitgliedsunternehmen in Köln zeigen wollen. Ihr Ergebnis: „Holz erlebt eine Renaissance.“ So werden Möbel, an denen bislang etwa nur Kleinteile aus Holz waren, zunehmend sichtbare Elemente daraus tragen. Ein Beispiel: Sofas mit einer hölzernen Rückwand. Auch die Formsprache der Möbel und die Farben der gesamten Einrichtung werden symbolisch für Nachhaltigkeit stehen, erwartet IMM-Sprecher Markus Majerus. „Wir werden viel sanftes Beige und helles Braun sehen. Auch Blau ist ein Riesenthema“, zählt der Trendexperte auf. „Ich erwarte auch einen klaren Trend zum Minimalismus, wir werden weniger üppige Möbel sehen.“

Für diesen Stil steht in der Möbelwelt insbesondere Skandinavien. Ein weiteres Land dient laut Majerus den Designern neuerdings als Inspirationsquelle: Japan.

Mehr denn je beschäftigen sich die Möbeldesigner auch mit altersgerechten Möbeln wie verstellbaren Sesseln oder Betten mit höherem Einstieg. Bislang gab es dabei eine Hürde: Für Senioren zu bauen, galt als unsexy. Und so sah man bei Messen wie der IMM bislang kaum altersgerechte Möbel. „Das dreht sich nun langsam“, berichtet Geismann.

Die Firmen gestalten solche Möbel heute hübscher. „Man hat endlich erkannt, dass der Geschmack sich mit 70 nicht plötzlich ändert.“ Die neuen schöneren Senioren-Möbel laufen nun auch unter einem neuen, attraktiveren Begriff: Komfort-Wohnen. mag

Am besten ist ein Mix aus Lichtquellen

Nicht zu ungemütlich, aber auch nicht zu dunkel: Eine als angenehm empfundene Beleuchtung lässt sich gut mit einem Mix aus drei verschiedenen Lichtquellen erzeugen.

Das ist zum einen die Grundbeleuchtung, welche den gesamten Raum in eine Basis-Helligkeit taucht. Hierfür nimmt man meist Deckenleuchten. Zusätzliche Leuchten erzeugen das Zonenlicht, welches bestimmte Plätze im Raum zielgenau intensiver beleuchtet.

Das können Stehleuchten oder Strahler sein: Sie schaffen helles, kontrastreiches Licht etwa an der Arbeitsfläche in der Küche oder am Schreibtisch fürs Lesen, erläutert der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH).

Zusätzlich kommen weitere Lichtquellen fürs Stimmungslicht dazu. Dieses setzt nur Akzente, schafft damit aber die Atmosphäre. Der ZVEH rät insbesondere in der dunklen Jahreszeit im Wohnzimmer dazu. Zum Beispiel lassen sich hier dekorative Stehlampen mit Dimmern aufstellen. mag