Krebsrisiko vorhersagen Image 1
Sonderveröffentlichung

Würzburg

Krebsrisiko vorhersagen

Regelmäßige Arztbesuche und Vorsorge sind wichtig für das Erkennen von Krebserkrankungen. FOTO: THINKSTOCK
MainRadiologie
Sanitätshaus Otto Traub GmbH
Thea‘s Perücken-Toupets
Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen. Wie diese Tumorart genau entsteht, ist noch weitgehend unbekannt. Forscher aus Heidelberg gehen nun der Vermutung nach, dass eine veränderte Zusammensetzung von Immunzellen im Blut eine wichtige Rolle dabei spielt. Wenn sich dieser Verdacht bestätigt, könnten sie Frauen mit erhöhtem Risiko in Zukunft möglicherweise durch eine Analyse der Immunzellen frühzeitig identifizieren und präventiv behandeln.

Die Vision der Wissenschaftler: den Ausbruch der Krankheit verzögern oder sogar verhindern. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Projekt mit rund 300.000 Euro.

EPIC-Studie liefert Grundlage für Forschungsprojekt

Aber welche Rolle spielt das Abwehrsystem bei der Entstehung von Brustkrebs? „Wir vermuten, dass sich die Zusammensetzung der Immunzellen von Frau zu Frau unterscheidet. Frauen mit einer insgesamt schwächeren Abwehr haben ein höheres Erkrankungsrisiko,“ so Professor Dr. Rudolf Kaaks.

Die Wissenschaftler nutzen dafür erneut Daten der großen EPIC-Studie, die bereits seit 1992 läuft und in die über 500000 Teilnehmer eingeschlossen sind. EPIC steht für „European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition“, was so viel bedeutet wie „europaweite Studie, die den Zusammenhang von Ernährung und Krebs untersucht“. Zu Beginn der Studie haben alle Teilnehmer auch eine Blutprobe abgegeben. Diese werden bis heute tiefgefroren gelagert und stehen für Analysen zur Verfügung.

Im Laufe der Zeit sind einige Frauen in der EPIC-Studie an Brustkrebs erkrankt. Kaaks und sein Team haben insgesamt fast 1000 Patientinnen ausgewählt und jeweils eine gesunde Frau als Pendant mit sehr ähnlichen „Eckdaten“ wie beispielsweise dem Alter. Die Forscher analysieren nun die Immunzellen in den eingefrorenen Blutproben. DKH
   

Schutz vor Gebärmutterhalskrebs

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat die Impfempfehlungen zur HPV-Impfung erweitert. Während es die offizielle Empfehlung für Mädchen bereits seit dem Jahr 2007 gibt, empfiehlt sie die HPV-Impfung seit diesem Jahr auch für Jungen. Um auf die Wichtigkeit der HPV-Impfung hinzuweisen, hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Informationsmaterialien entwickelt, die derzeit an die ärztlichen Praxen versendet werden und darüber auch Eltern und Jugendliche erreichen.

Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA, betont: „Deutschland ist eines der ersten Länder, das die Empfehlung zur HPVImpfung auch für Jungen ausspricht. Nun gilt es, die HPVImpfung bekannter zu machen und die Impfquoten sowohl bei den Jungen als auch bei den Mädchen zu steigern.

Die HPV-Impfung ist ein wirksamer und sicherer Schutz vor Gebärmutterhalskrebs und anderen Krebsarten, die durch das Humane Papillomvirus ausgelöst werden können. Durch die Impfung können sowohl Mädchen als auch Jungen noch besser vor HPV und HPV-bedingten Krebserkrankungen geschützt werden. Trotz der hohen Schutzwirkung waren in 2015 nur 44,6 Prozent der 17-jährigen Mädchen und nur 31,5 Prozent der 15-jährigen Mädchen vollständig geimpft. Für Jungen liegen derzeit noch keine Daten zur bundesweiten Impfquote vor.

Die HPV-Impfung wird seit diesem Sommer für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren empfohlen. Jugendliche, die noch nicht geimpft sind, können sich bis einschließlich 17 Jahre nachimpfen lassen. Die Impfung wird in diesen Altersgruppen von den gesetzlichen Krankenkassen und den privaten Krankenversicherungen bezahlt.

Das aktuelle Maßnahmenpaket der BZgA richtet sich an niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie an Eltern und Jugendliche.

Im Rahmen einer Versandaktion werden ärztlichen Praxen Informationsmaterialien zur Verfügung gestellt. Begleitende Medien machen Eltern und Jugendliche auf die HPV-Impfung aufmerksam. BZgA
  

Bewegung senkt Risiko für Krebs

Wer sich regelmäßig bewegt, beugt vielen Krebserkrankungen vor. Darauf weist die Deutsche Krebshilfe hin. An mindestens 13 Krebsarten erkranken Menschen, die Sport treiben, seltener als andere.

Dazu gehören Darmkrebs und Burstkrebs. Einen Marathon laufen muss man dafür nicht. Es genügt, an fünf Tagen in der Woche eine halbe Stunde lang so aktiv zu sein, dass man ein wenig ins Schwitzen kommt. Das wirkt sich auch sonst positiv auf die Gesundheit aus. Bewegung ist gibt keine Garantie der Nichterkrankung, kann aber trotzdem das Risiko senken und den gesundheitlichen Zustand verbessern. tmn