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Sonderveröffentlichung

Haßberge

Laurentius und „die wahren Schätze der Kirche“

Im Braurerei-Gasthof Zenglein warten zur Laurenzi-Kirchweih die traditionellen Spezialitäten auf die Gäste.

Normalerweise ist zum Patrozinium das Gotteshaus der Mittelpunkt der Feier, doch auch der Gottesdienst zu Laurenzi am kommenden Sonntag, 9. August, wird nicht in der Pfarrkirche, sondern auf dem Friedhof in Oberschleichach stattfinden. Hier kann genügend Abstand gehalten werden und alle Gottesdienstbesucher finden Platz. Pfarrer Bernhard Öchsner und Pastoralreferentin Barbara Heinrich gestalten den Festgottesdienst am Sonntag um 10.30 Uhr.  

Die sonst übliche anschließende Prozession durch den Ort kann heuer nicht stattfinden. Wie immer jedoch, sind die beiden Oberschleichacher Gaststätten mit den besonderen Spezialitäten zur Laurenzi-Kirchweih bestens gerüstet.

„Laurenzi“ in Oberschleichach – um den 10. August wird traditionell Kirchweih gefeiert, es handelt sich aber eigentlich um das Patrozinium der Pfarrkirche St. Laurentius. Geweiht wurde die ursprüngliche Kirche in Oberschleichach während der Pfingstnovene im Jahre 1600. Wie aus alten Unterlagen hervorgeht, wurde jedoch schon immer Laurenzi als Kirchweih gefeiert.

Auf dem rechten Seitenaltar der Pfarrkirche Oberschleichach steht der Märtyrer in der typischen Darstellung mit dem Rost, auf dem er zu Tode gefoltert wurde.

In diesem Jahr findet der Festgottesdienst zur Laurenzi-Kirchweih nicht in der Pfarrkirche, sondern auf dem Friedhof Oberschleichach statt. FOTOS: SABINE WEINBEER
In diesem Jahr findet der Festgottesdienst zur Laurenzi-Kirchweih nicht in der Pfarrkirche, sondern auf dem Friedhof Oberschleichach statt. FOTOS: SABINE WEINBEER

Laurentius ist ein Heiliger, dessen Katholiken, Protestanten und orthodoxe Christen gleichermaßen am 10. August gedenken. Laurentius war zur Zeit der Christenverfolgung unter Kaiser Valerian einer der sieben Diakone der Stadt Rom und damit für die Finanzen und die Sozialarbeit der Kirche von Rom zuständig. Als ein Bischof Sixtus II. festgenommen und enthauptet wurde, erteilte Sixtus seinem Diakon den Auftrag, den Kirchenschatz unter den Leidenden und Armen zu verteilen. Diese Schätze reklamierte Kaiser Valerian für sich. Laurentius wurde mehrfach gegeißelt, um die Herausgabe zu erzwingen. Der jedoch verteilte die Güter und präsentierte dann die beschenkten und christlich gewordenen Armen dem Kaiser als „die wahren Schätze der Kirche“. Nachdem verschiedene Foltermethoden Laurentius nicht zum heidnischen Opferdienst zwingen konnten, befahl Valerian, den unerschütterlichen Diakon auf einem Rost über offenem Feuer langsam zu Tode zu martern. Die Legende erzählt, Laurentius habe seinen Henker geneckt, indem er ihn aufforderte, ihn auf dem Feuer zu wenden, der Braten sei auf einer Seite schon gar. Sein Henkermeister Hippolytus wurde durch die Standhaftigkeit von Laurentius bekehrt und begrub ihn. (swe)