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Sonderveröffentlichung

Bad Kissingen

Richtig vorgehen beim Lehrstellenwechsel

Wer sich im Lehrbetrieb nicht wohlfühlt, sollte über einen Wechsel nachdenken. Auszubildende sollten aber nur kündigen, wenn sie schon eine neue Lehrstelle haben. FOTO: CHRISTIN KLOSE, TMN


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Da ist dieses mulmige Gefühl, jeden Morgen zum Arbeitsbeginn. Ein Unwohlsein, vielleicht Überforderung, vielleicht unerfüllte Erwartungen. Es gibt die unterschiedlichsten Gründe, die dazu führen können, dass Auszubildende sich in ihrem Lehrbetrieb nicht wohlfühlen. Ob fachliche, betriebliche oder zwischenmenschliche Differenzen – wenn die Unzufriedenheit zu groß wird, heißt es, die Reißleine zu ziehen. Das bedeutet nicht immer auch einen Ausbildungsabbruch. Oft kann der Wechsel in einen anderen Lehrbetrieb helfen.

„Zunächst sollte man aber versuchen, die Probleme anzusprechen, dabei kann vieles bereits geklärt werden“, sagt Daniel Gimpel von der Jugendabteilung im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). In der Regel ist der Ausbildungsverantwortliche des Betriebs der erste Ansprechpartner. Auch andere Kollegen, der Betriebsrat, die zuständigen Kammer, die Gewerkschaft oder einer Ausbildungsberatung können helfen.

Selbst wenn es später zur Kündigung kommen sollte, ist es wichtig, vorab mit den Verantwortlichen über mögliche Pflichtverletzungen des Ausbildungsbetriebs gesprochen zu haben. Wenn sich trotzdem nichts ändert, hat der Lehrling unter Umständen einen Grund zur Kündigung.

Vor jeder Kündigung muss aber ein Plan B her. „Man sollte nie kündigen, bevor man nicht weiß, wie es weitergehen soll“, rät Sabrina Schittel vom Beratungsprojekt „azuro – Ausbildungs- & Zukunftsbüro“ in München. Denn wer kündigt, ohne eine neue Lehrstelle vorweisen zu können, riskiert zu viele Fehlzeiten während der Ausbildung. Das könnte wiederum dazu führen, dass die zuständige Kammer die Ausbildungszeit verlängert.

Ist die Entscheidung zum Lehrstellenwechsel gefallen und eine Perspektive gefunden, sollte man die Kündigung nicht künstlich in die Länge ziehen, rät Florian Kaiser von der Industrie- und Handelskammer (IHK) München/Oberbayern. Denn: Nur wer während der Probezeit kündigt, kann dies jederzeit und ohne Angabe von Gründen tun. Ist die Probezeit bereits verstrichen, wird es ungleich schwerer, dem Lehrbetrieb zu kündigen und die Ausbildung trotzdem fortzusetzen. Nur, wer den Beruf wechseln oder die Ausbildung aufgeben möchte, kann den Ausbildungsvertrag mit einer Frist von vier Wochen kündigen.

Wer dagegen lediglich die Lehrstelle wechseln möchte, muss fristlos kündigen. Dazu müssen dem Betrieb Pflichtverstöße vorzuwerfen sein, etwa was die Bereitstellung von Arbeitsmaterialien, das Führen eines Berichtshefts oder die Einhaltung des Jugendarbeitsschutzgesetzes angeht. Aber auch sexuelle Belästigung, Diskriminierung oder unbezahlte Überstunden sind Kündigungsgründe.

Eine fristlose Kündigung sollte nie ohne professionelle Hilfe geschrieben werden, denn die formalen Anforderungen sind hoch. Eine bessere Alternative kann ein Aufhebungsvertrag sein. Darin kann die Austrittsfrist in Absprache mit dem Unternehmen selbst formuliert werden.

Azubis müssen auch die Berufsschule über die anstehenden Änderungen informieren. Denn die Schule ist gesetzlich nicht verpflichtet den Lehrling weiter zu unterrichten, wenn er nicht mehr in einem Ausbildungsverhältnis ist. „Viele Berufsschulen drücken noch ein Auge zu und gewähren eine Überbrückungszeit. Die muss aber vorher abgesprochen sein“, so Schittel.

Ganz ähnlich sieht es bei der Anrechnung bereits erbrachter Leistungen im Betrieb aus. Der neue Betrieb kann die Vorkenntnisse anerkennen, er muss es aber nicht. In der Regel gibt es dabei keine Probleme: „Unserer Erfahrung nach kann die Ausbildung meist an der Stelle weitergeführt werden, wo sie beendet wurde“, sagt Schittel. tmn

Berufsorientierung to go: WhatsApp-Berufe-Checker

WhatsApp ist in der Kommunikation unter Jugendlichen nicht wegzudenken. Mit einem neuen Informationsangebot nutzt die Imagekampagne des Handwerks den beliebten Messenger Dienst, um Jugendlichen die Berufswahl zu erleichtern.

Mit dem WhatsApp-Berufe-Checker können Jugendliche spielerisch herausfinden, welcher Handwerksberuf zu ihnen passen könnte.

Im Team oder alleine? Indoor oder Outdoor? Technik oder Kunst? Der WhatsApp-Berufe- Checker stellt den Nutzern fünf Fragen zu ihren Interessen und Vorlieben beim Arbeiten. Für jede Antwort, beispielsweise „Ich bin der nächste Picasso“ oder „Wind und Wetter? No problem.“, steht eine Nummer.

Diese sendet der Nutzer ganz einfach per WhatsApp-Nachricht ab – und erhält sofort fünf passende Berufsprofile. Diese werden kurzweilig per GIF präsentiert und verlinken auf weitere Informationen zur Ausbildung auf handwerk.de

Wer schon genau weiß, welche Berufe für ihn infrage kommen, kann die fünf Fragen auch überspringen und direkt zu den Berufsprofilen wechseln. Der WhatsApp-Berufe-Checker basiert auf dem namensgebenden Informationsangebot auf handwerk.de.

Und so funktioniert die Anmeldung für das kostenfreie Informationsangebot für Jugendliche:

1. Auf handwerk.de/WhatsApp befindet sich der Anmelde-Button für den WhatsApp-Dienst.

2. Beim Klick auf den Button erscheint eine Handynummer. Diese speichert der Interessierte unter seinen Kontakten ab.

3. Der Nutzer sendet eine WhatsApp-Nachricht an den Kontakt mit dem Inhalt „Hi“.

4. Daraufhin bekommt er umgehend eine Bestätigungsnachricht für seine Anmeldung mit einer Erklärung.

Mit den Stichworten „Checker“ und „Profil“ kann der Nutzer wählen, ob er die Fragen zum Berufe-Checker durchlaufen oder direkt Infos zu einzelnen Berufen erhalten möchte.

Weitere Informationen unter handwerk.de/WhatsApp.

Ein wichtiger Hinweis: Bitte kommunizieren Sie nicht die Handynummer, die nach dem Klick auf den Anmelde-Button für den WhatsApp-Service erscheint. Die angezeigte Nummer wechselt, sobald sich eine gewisse Anzahl von Nutzern unter ihr registriert hat. Nutzen Sie für Ihre Kommunikation den Link zur Anmeldeseite: http://www.handwerk.de/WhatsApp.

Wer bekommt eigentlich Aufstiegs-Bafög?

Für den Antrag zum Aufstiegs-Bafög holen sich Interessierte am besten frühzeitig Hilfe. FOTO: ROBERT GÜNTHER, MAG
Für den Antrag zum Aufstiegs-Bafög holen sich Interessierte am besten frühzeitig Hilfe. FOTO: ROBERT GÜNTHER, MAG
Auch nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung investieren viele in die eigene Weiterbildung. Solche Fort- und Weiterbildungen wollen finanziert sein. Dabei kann das sogenannte Aufstiegs-Bafög helfen. Egal ob Meister, Erzieher, Techniker, Fach- oder Betriebswirt – das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFGB) unterstützt die Vorbereitung auf mehr als 700 Fortbildungsabschlüsse. Vielen ist es noch als „Meister-Bafög“ bekannt. Mit der neuen Bezeichnung fühlten sich aber mehr Menschen angesprochen, sagt Brigitte Seyfried vom Bundesinstitut für Berufsbildung.

Wer hat Anspruch auf die Förderung? Nach Angaben des Bundesbildungsministeriums ist das jeder, der zur Fortbildungsprüfung oder zur Fachschule zugelassen wird. Eine Altersgrenze gibt es nicht. Wer sich für eine Förderung interessiert, sollte auch beachten: Generell muss die Fortbildungsmaßnahme mindestens 400 Unterrichtsstunden umfassen, um gefördert zu werden, wie Birgit Szybalski von der Handwerkskammer Münster erklärt.

Da man während einer Fortbildung in Vollzeit kein Geld verdiene, sei die Beantragung des Aufstiegs-Bafög aber auf jeden Fall sinnvoll, meint Szybalski. „Die Meistervorbereitung und -prüfung kann, je nach Gewerk, mehr als 10 000 Euro kosten.“ Die wenigsten bekämen die Fortbildung ohne Bafög gestemmt.

Und was genau wird gefördert? Die Kosten für Lehrgänge und Prüfungen erhalten Geförderte zum Beispiel in Höhe der tatsächlich anfallenden Gebühren – und zwar unabhängig von ihrem Einkommen und ihrem Vermögen. Die Grenze hierfür liegt bei 15 000 Euro. 40 Prozent der Förderung kommen als Zuschuss vom Land, bei den restlichen 60 Prozent handelt es sich um ein günstiges Darlehen vom Bund. Ebenso bekommen Geförderte eine Unterstützung für Materialkosten.

Wer seine Fortbildung in Vollzeit macht, kann außerdem einen Beitrag zum Lebensunterhalt erhalten. Die Höhe der Förderung hängt vom Einkommen und Vermögen. „Pro Monat können Alleinstehende bis zu 768 Euro erhalten“, erklärt Birgit Szybalski.

Und wo können Interessierte einen Antrag stellen? Das ist nicht in allen Bundesländern einheitlich geregelt. Meistens sind es die kommunalen Ämter für Ausbildungsförderung bei den Kreisen und kreisfreien Städten. tmn