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Sonderveröffentlichung

Haßberge

Einst einer der bedeutendsten Weinorte im gesamten Haßgau

Prappach war früher für seinen Weinbau bekannt. Heute gibt es noch vier Hobbywinzer und mit der Familie Eller nur einen vermarktenden Winzer. FOTO: ULRIKE LANGER

  

Stadt Haßfurt: Günther Werner
TSV Prappach 1926 e. V.
Hilmar Gadamer – Praxis für Schmerztherapie
Gasthaus Rambacher
Weis´n Beck
Heckenwirschaft Familie Eller
Taxi Gaukler Hassfurt
Meisterbetrieb Ofen- und Luftheizungsbau Dominik Paul
Ofengalerie GmbH
EDEKA-Markt Pfaab nah & gut
Edelobstbrennerei Hans Reitinger
Gartendienstleistungen Alexander Derra
Prappach, seit 1978 ein Stadtteil Haßfurts, wurde erstmals 1109 schriftlich als „Brachbach“ im sogenannten Gründungsbuch des Bamberger Kanonikerstifts St. Jakob erwähnt. Der Ortsname „Brachbach“ bedeutet etwa: „Bachsiedlung an der Brache“, und der Ort dürfte von Königsberg aus um 680 nach Christus gegründet worden sein. Allerdings liegt die ursprüngliche Siedlung etwa einen Kilometer südlich des jetzigen Haufendorfes.

So gab es im hohen Mittelalter ein Unterprappach, das auf Ackerbau und Viehzucht ausgerichtet war, und ein Oberprappach, wo man mehr Weinbau betrieb. Der heutige Ort geht auf die obere Siedlung zurück.

Das Stift St. Jakob war wahrscheinlich bis zum Ende des 12. Jahrhunderts der einzige Grundherr von Prappach. Dann kam der Ort kurzzeitig an das Stift St. Gangolf und 1215 an das Kloster Ebrach. 1290 schließlich ging Prappach per Tauschvertrag an Würzburg und gehörte dann bis 1802 zum bischöflichen Amt Haßfurt. Allerdings zwang die Finanznot das Hochstift mehrmals zu kurzfristiger Verpfändung Prappachs. Ab 1804 zählte Prappach zum Landgericht und Rentamt (Finanzamt) Haßfurt. Aus den Landgerichten Eltmann und Haßfurt bildete sich am 1. Oktober 1862 das Bezirksamt Haßfurt. 1938/39 erfolgte die Umbenennung in den Landkreis Haßfurt und am 1. Juli 1972 wurde der neue Landkreis Haßberge gegründet.

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1366 wurde die Prappacher Mark erstmals erwähnt, somit wird der wirtschaftliche Erfolg, aber auch die Qualität und die Nachfrage nach dem Prappacher Wein, sichtbar. Der Weinbau, erstmals 1151 belegt, dehnte sich im Laufe der Zeit immer weiter aus. 1545 hatte Prappach immerhin noch 29 Weinbergslagen in und um das Dorf herum in seinem Besitz. Um diese Zeit war der Ort neben Königsberg und Unfinden der bedeutendste Weinort im Haßgau.

1385 wird das „Schultheißenamt“ in Prappach erstmals erwähnt. Da der Schultheiß der Vorsitzende der Gerichtsgemeinde ist, kann man also daraus schließen, dass es schon seit Ende des 14. Jahrhunderts in Prappach ein Dorfgericht gab. Am Anfang wurde der Schultheiß noch von den Würzburgern, später aber von der eigenen Gemeinde bestimmt.
     
Ein Schmuckstück ist der Dorfplatz in Prappach, das von vielen Menschen auch als „Die Perle am Sterzelbach“ bezeichnet wird. FOTO: ULRIKE LANGER
Ein Schmuckstück ist der Dorfplatz in Prappach, das von vielen Menschen auch als „Die Perle am Sterzelbach“ bezeichnet wird. FOTO: ULRIKE LANGER
Die Pfarrei Prappach ist vermutlich kurz nach 1290 gegründet worden. Die frühere Pfarrkirche, eine Wehrkirche, hatte im Mittelalter als Patrozinium Allerheiligen. Das wichtigste Kennzeichen der heutigen Kirche ist der dreigeschossige, von einer Barockhaube gekrönte Chorturm von 1453. Im Jahr 1509 erhielt er einen neuen Glockenstuhl. Die achtseitige, barocke Turmhaube dieses trutzigen Wehrturms stammt aus späterer Zeit. Der Würzburger Fürstbischof Julius Echter erneuerte und erweiterte 1589 die Prappacher Kirche. So stammt der innere Chorraum mit seinen gotischen Bauelementen aus dieser Zeit. Julius Echter wählte auch den Erzengel Michael als Kirchenpatron. Dieser wird gleich dreimal, wenn auch zu späterer Zeit, künstlerisch dargestellt: als großes Deckengemälde, als kleine Holzplastik vor dem Altar und als Glasmalerei im Kirchenfenster des Chorraums. Unter dem Würzburger und Bamberger Fürstbischof Franz Ludwig von Erthal wurde 1790 bis 1792 an den gotischen Chorraum das barocke Kirchenschiff angebaut. Die Kirche erhielt sowohl in der Außenarchitektur als auch in der klassizistischen Raumausstattung ihr spätbarockes Aussehen.

Im Innenraum stellt der große gotische Chorbogen deutlich die Trennlinie zum Kirchenschiff dar. Dem Chorraum gegenüber erhebt sich über dem Haupteingang eine zweigeschossige Empore, in deren Mitte die Orgel eine zentrale Stellung bezieht. 1997 erhielt die Pfarrei St. Michael aus der Orgelwerkstätte Werner Mann eine neue mechanische zweimanualige Schleifladenorgel mit 16 Registern und 1030 Pfeifen.

Der aus Holz gearbeitete marmorierte Hochaltar ist ein typischer Kreuzaltar. Der stattliche klassizistische Aufbau mit seitlichen Durchgängen datiert um 1790. Den Altarkorpus fertigten Haßfurter Schreiner, die Bildhauerarbeiten am Altar und an der Kanzel führte ein Künstler aus Egenhausen bei Werneck aus. Die jetzigen barocken Seitenaltäre kamen, allerdings ohne die Altarbilder, in den Jahren 1883-1889 aus der Haßfurter Stadtpfarrkirche und sind Arbeiten aus der Zeit um 1700. Die klassizistische Kanzel hat ebenfalls Michael Rehm um 1790 angefertigt. Der Taufstein datiert aus dem Jahr 1687, die klassizistischen Beichtstühle wurden wohl um 1790 gefertigt. (ger)