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Sonderveröffentlichung

Haßberge

Erste Erwähnung im Jahr 1293

Die evangelisch-lutherische Kirche St. Martin ist ein Bau der ersten Jahre nach dem zweiten Weltkrieg, weil das vorherige Gotteshaus 1945 niederbrannte. FOTO: ULRIKE LANGER

  

Stadt Haßfurt: Günther Werner
Teppichscheune Malermeister Helas GmbH
TSV Uchenhofen
Auf den Höhen zwischen Nassach- und Maintal liegt Uchenhofen, von wo aus man einen freien Rundblick auf die Haßberge hat. Die erste urkundliche Erwähnung des Ganerbendorfes findet sich 1293, als Bischof Mangold von Würzburg dem Kloster Mariaburghausen den Besitz von Gütern bestätigte. 1299 erwarb auch das Kloster Theres Güter in Uchenhofen. Als Karl IV. im Jahr 1366 dem letztgenannten Kloster alle seine Besitzungen bestätigte, wurde selbstverständlich auch „Vchenhofen“ nicht vergessen.
       
Der Obst- und Gartenbauverein Uchenhofen hat 2018 neue Bänke am Haßbergblick aufgestellt. FOTO: ULRIKE LANGER
Der Obst- und Gartenbauverein Uchenhofen hat 2018 neue Bänke am Haßbergblick aufgestellt. FOTO: ULRIKE LANGER
Der Ort gehörte seit dem Hochmittelalter zum Amt Königsberg und kommt schon in einem Urbar (Besitzrechtsverzeichnis) des Jahres 1317 vor. Das Amt war jedoch zunächst noch nicht sächsisch und hatte ein wechselvolles Geschick. Uchenhofen wiederum nahm daran durch die Jahrhunderte hindurch teil. Es gehörte ab 1249 den Grafen von Henneberg, vorübergehend ab 1394 dem Hochstift Würzburg und ab 1400 den Landgrafen von Thüringen aus dem Hause Wettin. Durch die Erbteilungen der Wettiner zählte Uchenhofen von 1569 bis 1634 zum Herzogtum Sachsen-Weimar, von 1634 bis 1675 zum Herzogtum Sachsen-Gotha, von 1675 bis 1683 zu Sachsen-Römhild und von 1683 an zu Sachsen-Hildburghausen.
   
Vom Aussichtspunkt „Haßbergblick“ über Uchenhofen hat man einen tollen Blick auf die Haßberge. FOTO: U. LANGER
Vom Aussichtspunkt „Haßbergblick“ über Uchenhofen hat man einen tollen Blick auf die Haßberge. FOTO: U. LANGER
Das sächsische Haus beanspruchte zunächst das weltliche und das geistliche Obergebot, die Rechte wurden aber allmählich vom Hochstift Würzburg eingegrenzt, das in dem Ort auch Untertanen hatte. Der größte Grundbesitzer und Vogteiherr in Uchenhofen war lange Zeit das Kloster Theres, das jedoch ebenso wie das Kloster Mariaburghausen ganerbschaftlich durch Würzburg weitgehend vertreten wurde. Im Endeffekt blieben nur noch zwei vollberechtigte Ganerben, eben Würzburg und Sachsen-Hildburghausen, übrig. Sie waren beide die Dorf- und Gemeinschaftsherren des Ortes. Auch das Centgericht in Königsberg, das für Uchenhofen zuständig war, war ein gemeinschaftliches würzburgisch-sächsisches Gericht und Uchenhofen sandte einen Rüger beziehungsweise Schöffen dorthin.
    
Im Ort gibt es noch schöne Fachwerkhäuser. FOTO: U. LANGER
Im Ort gibt es noch schöne Fachwerkhäuser. FOTO: U. LANGER
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es mehr würzburgische als sächsische Untertanen, weshalb der Ort aufgrund eines Staatsvertrags zwischen dem Großherzogtum Würzburg und dem Herzogtum Sachsen-Hildburghausen 1807 Würzburg zugewiesen wurde. Doch erst 1907 wurde Uchenhofen als bayerischer Ort förmlich anerkannt. Da Königsberg selbst 1920 zu Bayern kam, war dann die Einheit wiederhergestellt. Am 1. Mai 1978 wurde Uchenhofen allerdings Stadtteil der Kreisstadt Haßfurt.

Die Reformation setzte sich in Uchenhofen bereits 1526 durch und in dieser Zeit wurde es auch von der Mutterkirche Rügheim getrennt und der Pfarrei Holzhausen zugewiesen. Die jetzige evangelisch-lutherische Kirche St. Martin ist ein Bau der ersten Jahre nach dem zweiten Weltkrieg, weil das Gotteshaus 1945 bis auf die Grundmauern niederbrannte. (ger)