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Sonderveröffentlichung

Schweinfurt

Mit künstlichen Gelenken leben viele Senioren gesünder

Nordic Walking ist auch für Senioren mit künstlichen Gelenken zu empfehlen. FOTO: KAI REMMERS


Praxisklinik Werneck
Geomed-Kreisklinik GmbH
Bekommen Senioren Knie- und Hüftprothesen, profitiert davon in der Regel auch ihr Herz-Kreislauf-System. Patienten mit Gelenkersatz haben in den Jahren nach dem Eingriff seltener einen Herzinfarkt, heißt es in einer kanadischen Studie.  

Dort wurden vor einiger Zeit Langzeitdaten von rund 2200 Arthrosekranken mit und ohne Kunstgelenk verglichen. Anscheinend sorge der Gelenkersatz dafür, dass sich die Älteren mehr bewegen, mobiler sind und damit insgesamt gesünder leben, erklärt Prof. Henning Windhagen, Orthopäde aus Hannover. Ob eine Prothese für sie infrage kommt, sollten Patienten aber individuell mit ihrem Arzt klären, sowie Vor – und Nachteile für eine Operation abwägen. tmn  

Anspruch auf eine bessere Prothese

Auch in hohem Alter hat ein Krankenversicherter Anspruch auf eine gute Versorgung. Bietet ihm etwa ein teures Kniegelenk einen wesentlichen Vorteil im Vergleich zur kostengünstigeren Alternative, muss die Kasse die höheren Kosten tragen. Die AG Sozialrecht des Deutschen Anwaltvereins informiert über eine Entscheidung des Hessischen Landessozialgerichts (Az.: L 1 KR 211/15).

Privatpraxis Dr. Michael Klug

Der Fall: Ein heute 82-jähriger Mann verlor aufgrund eines Sportunfalls im Jahre 2012 seinen linken Unterschenkel im Kniegelenk. Die Krankenkasse versorgte ihn mit einem Beinprothesensystem (C-Leg). Bald darauf beantragte er eine Beinprothesenversorgung mit einem teureren Genium-Kniegelenk. Damit könne er eine deutliche Verbesserung der Geh- und Stehfähigkeit erreichen. Die Krankenkasse lehnte dies ab.

Das C-Leg-Prothesensystem für 28 000 Euro sei ausreichend. Das knapp 46 000 Euro teure Genium-Kniegelenk lasse keine erheblichen Gebrauchsvorteile für den Mann erwarten. Das Gericht verurteilte die Krankenkasse, die Kosten für das Genium-Kniegelenk zu tragen. Der Anspruch auf Hilfsmittel zum unmittelbaren Behinderungsausgleich umfasse bei Prothesen grundsätzlich jede Innovation, die dem Versicherten in seinem Alltagsleben deutliche Gebrauchsvorteile biete.

Laut einem Gutachten sei davon auszugehen, dass das teure Kniegelenk dem Kläger Vorteile insbesondere beim Übersteigen von Hindernissen, biete. tmn