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Sonderveröffentlichung

Würzburg

Moderne konservative und operative Therapie aller Kniegelenkserkrankungen


In der letzten Dekade erlebten wir die Einführung mehrerer Technologien, um die Genauigkeit in der Knieendeprothetik und das Outcome und die Zufriedenheit der Patienten zu verbessern. Hierzu zählen die Robotik, die patientenspezifischen Sägeblöcke und Einführung der individualisierten Knieprothese. Die Robotik und die patientenspezifischen Sägeblöcke verbessern zwar die chirurgische Genauigkeit, ohne jedoch die Anatomie des neuen Gelenkes zu verbessern. ln letzter Zeit gab es deutlich Hinweise, dass die Wiederherstellung der Ober- und Unterschenkelwinkel sowie die Höhe der Oberschenkelrollen wichtig sind, um die Anatomie und die individuelle Kinematik des Kniegelenkes wieder herzustellen. Damit werden auch sonst notwendige Nebeneingriffe beim Einsetzen der Prothese reduziert. Die individualisierten Knieendoprothesen stellen exakte Kopien des Knie bereit. Die Implantate lassen sich durchaus mit der Anfertigung von Zahnkronen vergleichen. Die Prothese wird dreidimensional berechnet und hergestellt. Die benutzten individuellen Instrumente, die passgenau für den Patienten jeweils vorgefertigt werden, basieren auf der Vorgabe von 3-D-Daten incl. der Daten der Beinachse zwischen Hüfte, Knie und Sprunggelenk, um etwaige Achsenabweichungen zu korrigieren. Ziel des Systems ist es, ein sich natürlich anfühlendes Knie herzustellen, das zuverlässig und exakt eingebaut werden kann. Die angefertigten Implantate repräsentieren eine individuelle Kopie der Oberflächengeometrie des Kniegelenkes, wobei hier jedoch die allseits anerkannten Regeln der Endeprothetik eingehalten werden. Es werden während der Operation patientenspezifische Einwegschablonen benutzt. Die Operationstechnik unterscheidet sich gegenüber den Standardeingriffen in der Endoprothetik. Hier sollte eine sogenannte Measured-Resection-Technik angewendet werden und dem Operationsplan soweit als möglich gefolgt werden.
  

Dr. med. Michael Klug

Der Operationsplan zum Einbau der Endoprothese mit der Vermessung sämtlicher Schnittanteile sowie der Platzierung der Schablonen liegt neben den individualisierten Instrumenten dem OP-Kit bei. Individuelle Knieimplantate und vornavigierte Einweginstrumente haben das Potential, viele der Mängel der Standardimplantate zu beheben. Sie ermöglichen eine optimale Knochenabdeckung ohne Über- oder Unterdimensionierung. In einer retrospektiven Studie konnte gezeigt werden, dass die Wahrscheinlichkeit einer Bluttransfusion 4,6 mal und von unerwünschten Ereignissen 4,4 mal geringer ist als bei Standardprothesen. Zudem konnte im britischen Nationalregister gezeigt werden, dass im Jahr 2017 die 2-Jahres-Revisionsrate bei Individualprothesen nahezu 4 mal geringer war als bei Standardprothesen.

Die Praxisklinik Werneck und das Kniezentrum Würzburg bieten dieses Verfahren seit nunmehr 10 Jahren an und haben mit diesem Verfahren eine sehr positive Patientenresonanz und Zufriedenheit erlebt.