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Neubau Berufsbildungszentrum Münnerstadt

     

Das neue BBZ ist in fünf miteinander verbundene Cluster-Lernhäuser unterteilt. FOTO: DIETER BÜTTNER  

Der erste Spatenstich für den 30 Millionen Euro teuren Neubau des Berufsbildungszentrums (BBZ) in Münnerstadt war im Frühjahr 2018, ein Jahr später das Richtfest. Am ersten Schultag nach den Herbstferien nahm nun der Neubau am Altstadtweg seinen Dienst auf.

„Der Neubau erfüllt in Ausstattung und Transparenz alle modernen Kriterien. Alles passt inhaltlich bestens zusammen. Damit bietet das neue BBZ die beste Grundlage für eine attraktive Ausbildung in sozialen Berufen“, sind sich Landrat Thomas Bold (CSU) und Geschäftsführer Rudolf Hoffmann (Caritas-Schulen, Würzburg) als gemeinschaftliche Träger des BBZ einig. Die bisher genutzten zwei Altgebäude werden der Stadt Münnerstadt zur weiteren Nutzung überlassen.

Der in fünf einzelne, räumlich miteinander verbundene Lernhaus- Cluster aufgeteilte Neubau nach Plänen des Münchner Architekten Gunther Benkert bietet den 660 Schülern und 72 Lehrkräften der jetzt unter einem Dach untergebrachten fünf Fachschulen und einer Fachakademie ausreichenden Platz. Die auf drei Geschosse sowie ein halbes Kellergeschoss verteilte Nutzfläche von 6 660 Quadratmetern ist sogar für 800 Schüler ausgelegt, da beide Träger, der Landkreis Bad Kissingen und die Caritas-Schulen gGmbH (Würzburg), in Zukunft mit höheren Schülerzahlen in Erzieher- und Pflegebereich rechnen.

Alle Unterrichtsräume sind mit neuem ergonomischem Mobiliar, moderner Digitaltechnik und einer hochtechnisierten, gleichmäßigen LED-Beleuchtung von 500 Lux ausgestattet. Das künstliche Licht gleicht sich dem Tageslicht automatisch an.

Jedes Lernhaus ist gleichartig strukturiert. Räume, die thematisch zusammenpassen, liegen eng beieinander. So sind die Werkräume innerhalb eines Lernhauses so angeordnet, dass sie auch von Schülern des benachbarten Gebäudewürfels über kurzen Weg mitgenutzt werden können. Mehrere auf die fünf Gebäude-Cluster verteilte Gruppenräume lassen sich durch Öffnen mobiler Zwischenwände zu größeren Funktionseinheiten vereinen.

Transparenz und moderne Technik zeichnen die Architektur von Gunther Benkert aus. Panoramafenster lassen viel Tageslicht in die Unterrichtsräume. Auch auf der Flurseite haben alle Räume große Glasfronten und bilden „offene Lernlandschaften“. Eine optische Besonderheit an der Außenfassade des Neubaus sind schräg gestellte Sonnensegel. Sie schützen vor Erhitzen der Räume durch allzu starke Sonne, lassen aber das Tageslicht ungehindert hinein.

Selbstverständlich ist das neue Berufsbildungszentrum absolut barrierefrei. Sogar eine der im Kellergeschoss untergebrachten und mit modernster Küchentechnik ausgestatteten Lehrküchen wurde mit unterfahrbarem Mobiliar und niedrigerer Arbeitshöhe speziell für Rollstuhlfahrer hergerichtet. Dem geforderten Umweltschutz wurde durch Einbau einer Hackschnitzelheizung und energiesparender Technik Rechnung getragen.

Ursprünglich hatten der Landkreis Bad Kissingen und die Caritas-Schulen gGmbH mit Gesamtkosten von 25,8 Millionen Euro kalkuliert. Davon wollten die Caritas 11,2 Millionen übernehmen. Vom Freistaat erwartete das Landratsamt einen Zuschuss von 10,6 Millionen Euro, so dass der Landkreis einen Eigenanteil von vier Millionen zu leisten gehabt hätte.

Durch Denkmalfunde bei Erdarbeiten hatte sich der tatsächliche Baubeginn um mehr als ein Jahr verzögert, weitere Verzögerungen um etwa sechs Wochen ergaben sich durch Corona. Dies führte zwangsläufig zu einer Verteuerung des Bauvorhabens allein durch Kostensteigerungen im Bausektor. Inzwischen rechnen die Bauherren deshalb mit Gesamtkosten von knapp über 30 Millionen Euro. Genaues lässt sich allerdings erst nach erfolgter Endabrechnung sagen. svd

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