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Sonderveröffentlichung

Haßberge

„Gemeinsam mit Freude und Herz für Dorf und Natur“

Der OGV Wülflingen besitzt derzeit 133 Mitglieder. Ein Teil von ihnen präsentierte sich vor der neuen Vereinstafel. FOTO: JOSEF ZENKER


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Der Obst- und Gartenbauverein Wülflingen kann in diesem Jahr auf sein 100-jähriges Bestehen zurückblicken. Dieses Jubiläum feiert der Verein am Samstag, 13. Juli, unter dem Motto: „Gemeinsam mit Freude und Herz für Dorf und Natur“.

So wird um 14.30 Uhr in der Dorfmitte eine Silberlinde gepflanzt. Anschließend zieht der Festzug mit dem Musikverein Wülflingen zur Wässernachhalle. Dort ist ab 15 Uhr Festbetrieb mit Ehrungen und Aktionen für die Kinder. Gezeigt werden auch eine Ausstellung zur Vereinsgeschichte, die Margot Kalmbach zusammengestellt hat, sowie verschiedene alte Gerätschaften. Außerdem werden langjährige Mitglieder geehrt. Die musikalische Unterhaltung übernehmen der Musikverein Wülflingen und Alleinunterhalter Franz Huber aus Krum. Auch für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt. Der Abend klingt dann beim Lagerfeuer gemütlich aus. Organisiert wurde das Festprogramm vom Festausschuss, dem neben der Vorstandschaft auch Ines Heiduk, Klaus Schnitzer, Britta Glöckner, Klaus Greich, Hermann Hetzer und Bernhard Walter angehören.
              
Der Bayerische Rundfunk berichtete bereits über den Kulturgarten des OGV Wülflingen. FOTO: JOSEF ZENKER
Der Bayerische Rundfunk berichtete bereits über den Kulturgarten des OGV Wülflingen. FOTO: JOSEF ZENKER
Immer wieder bot der OGV Aktionen an, bei denen auch die Kinder mitwirken konnten. Unser Bild zeigt die Gruppe beim Lesen der Kartoffeln im Jahr 2016. FOTO: JOSEF ZENKER
Immer wieder bot der OGV Aktionen an, bei denen auch die Kinder mitwirken konnten. Unser Bild zeigt die Gruppe beim Lesen der Kartoffeln im Jahr 2016. FOTO: JOSEF ZENKER
Wie der Vorsitzende Josef Zenker berichtete, hat sich der Verein, der 2017 vom Kreisverband für Gartenbau und Landespflege zum Verein des Jahres gekürt wurde und mittlerweile 133 Mitglieder hat, letztes Jahr ein neues Leitbild gegeben. „Wir haben festgestellt, dass in der Bevölkerung eine immer größere Begeisterung für Gartenkultur, regionale Produkte und Freude an und in der Natur aufkommt. Wenn man diese Begeisterung in einem Verein pflegen möchte, kommt man fast um den heimischen Obst- und Gartenbauverein nicht herum.“ Allerdings sei das vorherrschende Bild von solch einem Verein meist überkommen. Es herrschten Vorstellungen von einer Genossenschaft zum gemeinsamen Werkzeugerwerb bis hin zu einem protzenden und konkurrierenden Gartenkult. Meist werde der Verein als alter Wein in neuen Schläuchen abgetan. Dabei sei das Gegenteil der Fall. Es könne vielmehr von neuem Wein in alten Schläuchen gesprochen werden. So ist die Struktur und Organisation zwar seit langer Zeit gleich, die Inhalte unterscheiden sich aber von denen von früher. „Wir gehen gemeinsam der gleichen Faszination nach, unabhängig davon, ob man viel oder wenig Zeit für seinen Garten hat oder ob der eigene Garten groß, klein oder nur im eigenen Kopf besteht. Es geht nicht darum, wer die schönste oder bestduftende Rose besitzt, sondern darum, dass sich jeder am Anblick und dem Duft einer Rose erfreuen kann“, so Zenker. So konnten im letzten Jahr Mitglieder und Gäste ihr Wissen über den Rosenschnitt, die Düngung, und die verschiedenen Sorten auffrischen. Andererseits wurden Rosenöl und andere Cremes, Salben und Duftmittel hergestellt. Bemerkenswert war, dass die Zuhörerschaft sich von Aktion zu Aktion unterschied. Es entstanden interessante Diskussionen und ein fruchtbares Vereinsleben blühte. „Es macht Spaß, in solch einer Gemeinschaft mitzuwirken und die Begeisterung organisiert in einem Vereinsleben zu pflegen“, fasste Zenker zusammen. Er hat festgestellt, dass die Ausrichtung des Vereins deckungsgleich mit dem aktuellen Selbstbild des Bayerischen Obst- und Gartenbauverbands ist. Außerdem konnte der Wülflinger Verein den Altersdurchschnitt der Mitglieder deutlich senken, die Freude am gemeinsamen Handeln und die Bewahrung des Schönen in der Natur und des Dorfs stärken sowie den Verein als soziale Plattform für das alte und das neue Dorf etablieren. (ger)

Ein Blick in die Chronik des Vereins

Zusammen mit den Kindergartenkindern veranstaltete der OGV Wülflingen 2017 ein „Ramadama“. FOTO: JOSEF ZENKER
Zusammen mit den Kindergartenkindern veranstaltete der OGV Wülflingen 2017 ein „Ramadama“. FOTO: JOSEF ZENKER
Es war am 1. Dezember 1919, als 21 Bürger den OGV Wülflingen gründeten. In den ersten Jahren wurden knapp 1000 Obstbäume gepflanzt sowie eine Spritze, Nistkästen, eine Obstmühle und eine Kelter gekauft. Neben Kernobst wurden auch Bohnen, Erbsen, Rhabarber, Tomaten, Erdbeeren und Johannisbeeren angebaut. Dieses Engagement prägt bis heute das Landschaftsbild von Wülflingen. Das Frühobst und die Beeren wurden bis in die 1960er Jahre an den Marmeladen-Müller (heute: Maintal Konfitüren GmbH mit Sitz in Haßfurt) das Kilo für vier Pfennige verkauft. Auch brannten die Ostbauern noch Schnaps oder machten Wein aus ihrem Kernobst und den Beeren. Streuobstflächen gab es in der Buchleite, am Rosenberg, auf dem Hasenbart, der Schoppleinsleite, der Steinach und der Mainleite. Wie Margot Kalmbach berichtete, die die Chronik zusammengestellt hat, musste man in den ersten Jahren zur Bewässerung der Bäume das Wasser von der Wässernach mit Eimern den Berg hochtragen oder es mit einem Pferdefuhrwerk hochfahren. Erst später wurde am Steg zum Fußballplatz ein Pumpenhaus mit Dieselpumpe installiert, die das Wasser durch ein Rohr den Berg hoch zu dem Baumfeld Fiedler in einen Kesseltank förderte. Die Baumfeldbesitzer legten dann vom Tank aus Schläuche zum Bewässern an ihre Bäume.

1949 errichtete der Verein ein Haus für die Obstbaumspritze neben dem Dreschplatz, das 1969 abgebaut und auf dem Gemeindeacker am Buchleitenweg wieder aufgebaut wurde. Der Siedlerverein kam in den 1950/60er Jahren zum Obst- und Gartenbauverein und verließ diesen wieder 1988. Mit der Zeit wurde es ruhiger um den Verein und erst in den 1980/90er Jahren veranstaltete er Erntedankumzüge, Kinderwettbewerbe, Kochkurse, Ausflüge oder Blumenschmuckbewertungen.

Die Vorsitzenden wurden leider erst ab 1958 schriftlich aufgeführt. So führte Franz Deschner den Verein von 1958 bis 1970 und dann ruhte das Vereinsleben bis 1988. Die weiteren Vorsitzenden waren Philipp Fiedler (1988 bis 1993), Manfred Jakob (1993 bis 2005 ) und Stefanie Schnaus (2005 bis 2014).

Aufwärts ging es dann im Jahr 2014 mit der Neuwahl der Vorstandschaft, der der erste Vorsitzende Josef Zenker, der zweite Vorsitzende Andreas Müller, die Schriftführerin Christine Zenker, der Kassier Jens Heiduk und die Beisitzer Evi Ludwig sowie Gabi Ankenbrand angehören. Unter anderem wurden durch die Pacht einer städtischen Ackerfläche ein Kulturgarten geschaffen, Familienbäume gepflanzt, Obstbaumschnittkurse sowie verschiedene Vorträge abgehalten, Vereinsausflüge angeboten, Hochzeitsbögen gebunden und das erste OGV Herbstfest mit Wülflinger Spätlese veranstaltet. Es folgten die Errichtung eines Insektenhotels im Kulturgarten, das Binden einer Erntekrone, verschiedene Aktionen mit den Kindergartenkindern, die Anlage einer 1000m2 großen Bienenweide im Kulturgarten, Wildkräuterwanderungen und das Räuchern von Wildkräutern, ein Rosenschnittkurs und die Teilnahme mit einem eigenen Stand an der Landesgartenschau in Würzburg, „Die Rose - eine unterschätzte Heilpflanze“. (ger)