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Pelze und Leder Drescher schließt im Frühjahr 2021

 

Im kommenden Frühjahr schließt die alteingesessene Firma Pelze und Leder Drescher ihr Geschäft in der Eichhornstraße. FOTO: ULISES RUIZ 

    
366 Jahre Firmengeschichte gehen zu Ende – im Frühjahr 2021 schließt die Firma Pelze und Leder Drescher ihr Geschäft in der Eichhornstraße. „Seit der Gründung sind wir Kürschnermeister von Beruf, in direkter Ahnenfolge seit vielen Generationen“, erzählt Inhaber Joachim Drescher. Dass nun ausgerechnet er den jahrhundertealten Familienbetrieb schließen muss, schmerzt.

Unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten blieb keine Wahl. So ist der Handel mit Pelzen grundsätzlich ein Saisongeschäft, im Winter muss der Großteil des Umsatzes erwirtschaftet werden. Daher ergänzte Drescher das Sortiment schon vor Jahren um Artikel wie Taschen, Geldbeutel, Strohhüte sowie Dirndl und Tracht, die auch im Sommer gehen. „Darüber hinaus führen wir eine große Kollektion an Lederbekleidung“, fügt Drescher hinzu.

Doch der boomende Internethandel hinterlässt deutliche Spuren bei den alteingesessenen Geschäften in den Innenstädten. „Der Online-Handel kommt für uns nicht in Frage“, erklärt Drescher. Dazu sei das Produkt zu hochwertig. „Unsere Stärken waren und sind seit jeher fachkundige Beratung und Service gepaart mit handwerklichem Können“, erklärt Drescher. „Das finden Sie nicht im Internet.“ Außerdem müsse die Ware gefühlt und erlebt werden, um eine vernünftige Kaufentscheidung treffen zu können: „Das kann ein Computerbildschirm nicht bieten“.

Dann kam Corona: „Die Pandemie hat uns regelrecht ausgebremst“, kommentiert Drescher. Nach dem Shut-Down war nichts mehr wie vorher. Lieferanten konnten teilweise nicht liefern, weil Fabriken still standen.

Ein herzliches Dankeschön möchte Drescher noch an seine treuen Stammkunden loswerden. „Um die tut es mir leid. Bisweilen sind aufgrund der jahrelangen Bindung Freundschaften entstanden“.


Lieblingsladen unterstützen

Ladengeschäfte haben offen – unter Beachtung von Sicherheits- und Hygienestandards. Doch auch in den nächsten Wochen (und Monaten) wird im Einzelhandel noch keine „Normalität“ einkehren.

Der Online-Handel konnte in den vergangenen Monaten starke Umsatzzuwächse verzeichnen, doch erst die Händler und Betriebe vor Ort machen unsere Städte und Dörfer lebenswert. Damit unsere lokalen Geschäfte diese für sie wirtschaftlich schwierige Zeit überstehen können, stellen sie sich und ihre Angebote auch verstärkt über das Internet vor. In der Corona-Pandemie haben sich auch regionale Onlineportale gegründet, die das breite Angebot mainfränkischer Unternehmen, Einzelhändler und Gastronomiebetriebe vorstellen – z.B. das Portal https://mainpost.dasbietenwir.de/region/mainpost.


Stichtag für Steuererklärung

Arbeitnehmer, die keine Einkommensteuererklärung abgeben müssen, können dies freiwillig tun, um zu viel gezahlte Steuern vom Finanzamt erstattet zu bekommen. Dies kann vier Jahre rückwirkend geschehen. Für das Steuerjahr 2016 läuft die Frist also zum Jahresende 2020 endgültig ab. Die Abgabe einer freiwilligen Einkommensteuererklärung lohnt sich laut Uwe Rauhöft vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine BVL beispielsweise bei hohen Werbungskosten oder anderen steuermindernden Aufwendungen oder bei größeren Lohnschwankungen. tmn

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