Prävention und Erkennung – häufige Fragen zur Diagnose Image 1
Sonderveröffentlichung

Würzburg

Prävention und Erkennung – häufige Fragen zur Diagnose

Mammographie-Screening und andere Früherkennungsmethoden helfen Brustkrebs frühzeitig zu erkennen und verbessern die Heilungschancen nachhaltig. FOTO: AOK


Hufenland Klinik
Radiologisches Zentrum Würzburg
MainRadiologie
Schön & Endres
EKM®:Energie-Konzentrierte Medizin
Universitätsklinikum Würzburg
Radiologisches Zentrum Mainfranken
Haarpraxis Blankenhagen
Sanitätshaus Otto Traub GmbH
Atelier für Zweithaar
Bereits seit 1985 steht der Monat Oktober für die Aufklärung und Vorsorge rund um das Thema Brustkrebs. Ursprünglich ausgerufen von der American Cancer Society, beteiligen sich heute verschiedenste Vereine, Gesellschaften, Mode- und Kosmetikhersteller sowie Prominente auf der ganzen Welt mit diversen Aktionen, um auf die Krankheit aufmerksam zu machen.

Obwohl die auch als Mammakarzinom bekannte Krebsart den häufigsten bösartigen Tumor bei Frauen darstellt, sind immer noch viele Mythen über Diagnose und Behandlung im Umlauf. Dr. med. Kirsten Schulze, Fachärztin für Radiologie und Chirurgie, klärt die wichtigsten Fragen im Überblick. Im Normalfall entstehen im Frühstadium keine Schmerzen. Daher ist es umso wichtiger, auf entsprechende Symptome zu achten:

Woran lässt sich Krebs erkennen?
- Knoten oder Verhärtungen in der Brust (am äußeren Rand) oder in den Achselhöhlen,
- trübe oder blutige Absonderungen der Brustwarze,
- Veränderungen von Form oder Größe einer oder beider Brüste,
- Farbveränderungen und erhöhte Empfindlichkeit der Brusthaut, des Warzenvorhofes oder der Brustwarze,
- unterschiedliche Bewegungsabläufe der Brüste beim Anheben der Arme,
- nicht abklingende Hautrötungen oder -schuppung,
- einseitiges, brennendes Schmerzen oder Ziehen.

Allerdings bietet keines dieser Symptome eine hundertprozentige Erkenntnis. „Knoten können beispielsweise auch durch eine Zyste oder eine Entzündung entstehen.

Eindeutige Erkenntnisse erbringt einzig eine ärztliche Untersuchung“, erklärt Fachärztin Dr. Schulze.

Gibt es auch präventive Maßnahmen?

Insbesondere bei Brustkrebs gelten regelmäßige Kontrolluntersuchungen als wichtigste Vorsorgemaßnahme. Ab dem 20. Lebensjahr tastet beispielsweise der Frauenarzt einmal pro Jahr die Brüste und Achselhöhlen ab.

Zusätzlich empfiehlt es sich, einmal monatlich eine Selbstuntersuchung gefährdeter Bereiche vorzunehmen – dies gilt auch für Männer. Ihr Erkrankungsrisiko ist zwar deutlich geringer als bei Frauen, aber dennoch vorhanden. Als besonders gefährdet gelten Frauen zwischen 50 und 69 Jahren.

Kosten zahlt Krankenkasse

„Krankenkassen zahlen alle zwei Jahre eine Mammografie, also eine Röntgenaufnahme der Brust. Bei Auffälligkeiten erfolgt daraufhin zunächst eine Zusatzuntersuchung zum Beispiel in Form einer Sonographie beziehungsweise Ultraschalluntersuchung. Bleibt der Verdacht auf eine bösartige Veränderung bestehen, sollte eine Gewebeprobe entnommen werden, um diese im Labor genauestens zu überprüfen und anschließend eine Diagnose stellen zu können“, informiert die Fachärztin.

Um negative Einflüsse, wie Übergewicht, zu vermeiden, empfiehlt sich zudem ein möglichst gesunder Lebensstil mit genügend Sport und einer abwechslungsreichen Ernährung. Risikofaktoren wie genetische Vorbelastungen in der nahen Verwandtschaft, ein frühes Einsetzen der Periode und ein später Beginn der Wechseljahre lassen sich jedoch nur schwer beeinflussen. radprax

Mammographie Screening

90 Prozent gelten als geheilt

Dank ausgeweiteter Früherkennungsmaßnahmen und verbesserter Therapien gelten heutzutage 90 von 100 Frauen fünf Jahre nach der Diagnose als geheilt. Dies bestätigt Dr. Kirsten Schulze, Fachärztin für Radiologie und Chirurgie anlässlich des Brustkrebsmonats, der seit über 30 Jahren für Aufklärung und Vorsorge dieser Krankheit steht. In ihrem Arbeitsalltag in einer Facharztpraxis hat sie täglich mit Betroffenen zu tun. dfi

Bestrahlung oder Operation?

Zur Behandlung von Mammakarzinomen stehen eine Operation, Medikamente oder Strahlentherapie zur Verfügung. Welche Maßnahmen angewendet werden, bestimmt die individuelle Patientensituation.

Kommt es zur Entfernung von Brustgewebe, bieten sich Rekonstruktionsverfahren – von der Büstenhalterprothese über Silikonimplantate bis hin zum Wiederaufbau mithilfe von körpereigenem Gewebe – an. Um das Risiko einer Metastasenbildung zu vermindern, erfolgen anschließend weitere Behandlungen. radprax

Auch Männer können betroffen sein

Brustkrebs bei Männern wird häufig spät erkannt.              FOTO: CHRISTIN KLOSE/TMN
Brustkrebs bei Männern wird häufig spät erkannt.              FOTO: CHRISTIN KLOSE/TMN
Brustkrebs gilt als typische Frauenerkrankung. Weniger bekannt ist, dass auch Männer davon betroffen sein können. Peter Jurmeister, Vorstandsvorsitzender des Netzwerks „Männer mit Brustkrebs“ geht im Interview auf die Besonderheiten der Erkrankung beim Mann ein.

Katrin Mugele, Deutsche Krebsgesellschaft: Brustkrebs beim Mann hat in der Regel eine schlechtere Prognose als bei der Frau. Woran liegt das?

Peter Jurmeister: Im aktuellen Bericht des Robert Koch-Instituts „Krebs in Deutschland“ finden Sie Angaben zum Zehn- Jahres-Überleben, getrennt aufgeführt für Männer und Frauen. In der Tat zeigt sich dabei ein deutlicher Unterschied: Für brustkrebserkrankte Männer liegt die relative Zehn-Jahres- Überlebensrate bei 65 Prozent, für die betroffenen Frauen bei 82 Prozent.

Wohlgemerkt, es handelt sich hier um Überlebensraten, die die krebsbedingte Sterblichkeit abbilden. Dieser Unterschied lässt sich nur schwer erklären, vor allem, wenn man bedenkt, dass der weit überwiegende Teil dieser Tumoren beim Mann durch weibliche Hormone zum Wachsen angeregt wird und durch eine Antihormonbehandlung eigentlich gut behandelbar sein sollte.

Die einzige Erklärung, die die Experten derzeit für diese schlechtere Prognose haben, ist, dass Brustkrebs beim Mann später diagnostiziert wird.

Sind Männer zu wenig sensibilisiert dafür, dass sie von Brustkrebs betroffen sein können?

Jurmeister: Eigentlich sollte man annehmen, dass sich ein Knoten in der männlichen Brust relativ leicht ertasten lässt. Aber für die späte Diagnose sind mehrere Faktoren verantwortlich: Brustkrebs beim Mann ist mit zirka 600 Neuerkrankungen jährlich relativ selten, verglichen mit jährlichen Neuerkrankungsraten von über 69000 bei der Frau.

Dass es diese Erkrankung auch beim Mann geben kann, ist vielen nicht bewusst. Männer sind ohnehin zögerlicher, was den Arztbesuch angeht. Wenn sie sich dann doch dazu entschließen, wer genau ist der richtige Ansprechpartner?

Für eine betroffene Frau ist der Weg klar vorgezeichnet – sie wendet sich an ihren Frauenarzt. Beim Mann kommen Hausarzt, Gynäkologe, Urologe, oder der Hautarzt in Frage. Und selbst wenn der Gang zum Arzt stattgefunden hat, heißt das noch lange nicht, dass der die Erkrankung auch gleich richtig diagnostiziert. Nicht selten werden Tastbefunde in der Brust zunächst als harmlose Geschwulste behandelt, bevor die endgültige Diagnose gestellt wird.

Für die Betroffenen ist es außerdem oft schwer, zu akzeptieren, dass sie eine „Frauenkrankheit“ haben sollen. Damit zum Arzt zu gehen, ist schambelastet. Das alles kann dazu beitragen, dass der Krebs oft erst spät erkannt wird.

Wie gut ist unser Gesundheitssystem für die Behandlung solch seltener Erkrankungen gerüstet?

Jurmeister: Während der sechs Jahre unserer Tätigkeit meldeten sich zehn bis zwölf Männer bei uns, die von niedergelassenen Gynäkologen abgewiesen wurden, weil diese befürchteten, sie könnten die Behandlung nicht mit der Kasse abrechnen. So bedurfte es erst einer Petition eines – allerdings anderweitig erkrankten – Mannes an den Landtag in Baden- Württemberg, damit die entsprechende kassenärztliche Vereinigung aktiv wurde und die Gynäkologen in einem Rundschreiben über die Abrechnungsmöglichkeiten der Behandlung von Männern informierte. Da besteht offensichtlich noch eine Menge Aufklärungsbedarf.

Gibt es charakteristische Unterschiede in der Behandlung von männlichem und weiblichem Brustkrebs?

Jurmeister: Aus Studien wissen wir, dass Brustkrebs bei weit über 90 Prozent der Männer hormonabhängig wächst. Das heißt, nach der operativen Entfernung des Tumors steht eine Antihormonbehandlung im Vordergrund. Üblicherweise kommen dabei Behandlungsmethoden zum Einsatz, die sich auch bei der Frau bewährt haben, zum Beispiel das Tamoxifen, das die Andockstellen für das Hormon Östrogen im Tumor blockiert. Doch Tamoxifen ist eine Medikamentenvorstufe, die nach Einnahme in der Leber erst in den aktiven Wirkstoff umgewandelt werden muss. Deutsche Krebsgesellschaft

Risiko einer Erkrankung sinkt bei Aktivität

Ärzte prüfen den Befund nach dem Mammographie-Screening. FOTO: V. WILD/KOOPERATIONSGEM. MAMMOGRAPHIE
Ärzte prüfen den Befund nach dem Mammographie-Screening. FOTO: V. WILD/KOOPERATIONSGEM. MAMMOGRAPHIE
Die Tage werden kürzer und der Herbst zeigt seine ganze Bandbreite: Schöne Spätsommer- und stürmisch-nasskalte Tage. Vielen Menschen fällt es jetzt schwerer, sich an der frischen Luft zu bewegen.

„Trotzen Sie dem Herbstblues mit Bewegung. Wandern, Radfahren oder auch Indoorsportarten wie Schwimmen und Badminton halten fit und reduzieren das Brustkrebsrisiko“, so Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. Die gemeinnützige Organisation unterstützt alle „Bewegungswilligen“ bei ihrem Vorhaben mit dem kostenlosen Präventionsratgeber „Schritt für Schritt. Mehr Bewegung – weniger Krebsrisiko“ und motiviert zu einem bewegungsreichen Leben.

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Frau. Jährlich erkranken fast 72000Frauen bundesweit neu an diesem Tumor. Anlässlich des Brustkrebsmonats informiert die Deutsche Krebshilfe Frauen daher verstärkt über die vorbeugenden Effekte von körperlicher Aktivität. Das Risiko für eine Brustkrebserkrankung sinkt bei regelmäßiger körperlicher Aktivität um 20 bis 30 Prozent. Experten raten deshalb dazu, sich täglich mindestens 30 Minuten moderat zu bewegen und dabei etwas ins Schwitzen zu kommen.

Regelmäßige Bewegung aktiviert den Stoffwechsel. Dies stärkt das Immunsystem und unterstützt Vorgänge, durch die der Körper Schäden am Erbgut selbst reparieren kann. Darüber hinaus hemmen Bewegung und Sport entzündliche Prozesse im Organismus und erleichtern die Gewichtskontrolle.

„Es lohnt sich, seinen Körper zu fordern – für die eigene Gesundheit und ein vermindertes Krebsrisiko. Zudem pflegen Menschen, die gern und viel körperlich aktiv sind, oft einen gesünderen Lebensstil als Bewegungsmuffel“, betont Gerd Nettekoven.

Zudem bietet die Deutsche Krebshilfe Informationsmaterialien zum Thema Brustkrebs im Internet unter www.krebshilfe.de und berät über das „Infonetz Krebs“, (08 00) 80708877. Dt. Krebshilfe