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Sonderveröffentlichung

Bad Kissingen

Professionelle Hilfe bei der Suche nach Ausbildung

Die Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit bietet professionelle Hilfe bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz. FOTO: FRANK LEONHARDT


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Abschluss in der Tasche, aber noch keinen Ausbildungsplatz gefunden? Es gibt zum Glück Alternativen. Grundsätzlich gilt: Die Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit bietet professionelle Hilfe bei der Suche. Wer dieses Angebot noch nicht genutzt hat, sollte baldmöglichst einen Beratungstermin vereinbaren.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich auch ohne Ausbildungsplatz schon mal beruflich zu orientieren oder für eine spätere Ausbildung zu qualifizieren:

- Die Einstiegsqualifizierung (EQ) richtet sich an diejenigen, die etwa wegen schlechter Schulnoten keine Ausbildungsstelle finden. Es handelt sich dabei um ein sechs- bis zwölfmonatiges Langzeitpraktikum in einem Ausbildungsberuf. Während dieser Zeit besuchen die Jugendlichen wie reguläre Auszubildende die Berufsschule. Dieses geförderte Praktikum, das zum Teil auf eine darauf folgende Ausbildung angerechnet werden kann, dient als Türöffner für den gewählten Beruf. Die Betriebe lernen ihren Nachwuchs so besser kennen, als Schulnoten es zulassen würden.

Einstiegsqualifizierungen werden beispielsweise in den Bereichen Handel, Wirtschaft und Verwaltung, Hotel- und Gastgewerbe, Sicherheitsdienst und Recycling-/Entsorgungsservice, aber auch in technischen Berufssparten wie Elektro, Druck, Bau, Recycling und Informationstechnologie sowie in den Berufsfeldern im Be- bzw. Verarbeiten von Holz, Metall, Steinen etc. angeboten.

Interessierte wenden sich an die Berufsberater bzw. Vermittler bei der Agentur für Arbeit.

- Angeboten wird auch die Einstiegsqualifizierung Plus (EQ Plus). Sie ist für förderungsbedürftige Jugendliche gedacht, die ohne Hilfe eine EQ nicht erfolgreich absolvieren können und besondere Unterstützung benötigen. Dafür finanziert z.B. die Arbeitsagentur speziellen Nachhilfeunterricht (ausbildungsbegleitende Hilfen) oder der Betrieb organisiert entsprechenden Stützunterricht.

- Das einjährige Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) ist für Schulabgänger gedacht, die die Vollzeitschulpflicht erfüllt, aber keinen oder einen schlechten Schulabschluss und noch keinen Ausbildungsplatz haben. Es verbessert die Chancen auf einen erfolgreichen Berufseinstieg. Das BVJ gibt es in zwei Formen: Das schulische BVJ findet ausschließlich an einer Berufsschule statt, das kooperative BVJ wird von Berufsschule und Kooperationspartnern (Bildungsträgern) gestaltet. Durch den erfolgreichen Besuch des BVJ wird die Berufsschulpflicht erfüllt. Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch der Mittelschulabschluss erworben werden.

Die Teilnehmer lernen ein oder mehrere Berufsfelder in Theorie und Praxis kennen, z.B. Metall, Hauswirtschaft, Gastronomie oder Wirtschaft und Verwaltung. Das BVJ wird allerdings nicht auf eine spätere Ausbildung angerechnet.

- Das Berufsgrundbildungsjahr (BGJ), teilweise auch „Berufsgrundschuljahr“ genannt, ist die erste Stufe der Berufsausbildung, dauert ebenfalls ein Jahr und wird auch von berufsbildenden Schulen veranstaltet. Die Teilnehmer wählen ein Berufsfeld aus, in dem sie später arbeiten wollen und absolvieren das BGJ entweder im Wechsel von Berufsschule und Betrieb oder als rein schulische Ausbildung.

Mögliche BGJ-Berufsfelder sind Agrarwirtschaft, Büro, Bautechnik, Chemie, Physik und Biologie, Elektrotechnik, Ernährung und Hauswirtschaft, Fahrzeugtechnik, Farbtechnik und Raumgestaltung, Gartenbau, Gastronomie, Gesundheit und Pflege, Holztechnik, Metalltechnik oder Wirtschaft und Verwaltung.

Für Holzberufe, für Zimmerer, für Berufe in der Landwirtschaft sowie für angehende Hauswirtschafterinnen ist das BGJ verpflichtend.

- Neben dem BGJ-Abschluss lässt sich durch Zusatzprüfungen auch der Abschluss der Mittelschule erreichen. Ein erfolgreicher BGJ-Abschluss wird als erstes Ausbildungsjahr auf eine insgesamt dreijährige Ausbildung angerechnet. tt

Erfolg ist auch Einstellungssache

Der andere Lehrling wird vom Chef öfter gelobt, und die Arbeit geht ihm leichter von der Hand: Anderen scheint mitunter alles zu gelingen. In so einer Situation hilft es, die eigene Wahrnehmung zu hinterfragen, berichtet die Zeitschrift „Position“. Ein Stück weit sei Erfolg Einstellungssache. Mancher konzentriert sich so auf seine Misserfolge, dass er nicht sieht, was gut läuft und was die eigenen Talente sind. Bei Selbstzweifeln kann es deshalb helfen Tag zu schauen, welche Erfolge es gibt. mag

Bei Lob nicht zu bescheiden sein

Viele Auszubildende reagieren bei einem Lob durch ihren Vorgesetzten zu bescheiden. Schnell würden junge Menschen in einer solchen Situation Sätze wie „Das sei ja gar nicht so schwer gewesen“ oder „Das ist doch selbstverständlich“ sagen. Viel besser sei es dagegen, das Lob mit einem einfachen „Vielen Dank“ anzunehmen, so ein Rat des Deutschen Industrie- und Handelskammertags. Denn so betonten Lehrlinge den Wert ihrer Arbeit, anstatt ihn klein zu reden. mag

Handwerk hat goldenen Boden

Es gibt Berufe, die sind auf den ersten Blick ungeheuer attraktiv, andere weniger. Wer möchte nicht Stewardess oder Schauspieler werden? Weil aber so viele den Einstieg in die „tollen“ Berufe suchen, sind die Lehrstellen schnell besetzt. Hier liegt eine Riesenchance für die „Kehrseite“.

Handwerk, Einzelhandel und die Metall- und Elektroindustrie, die zu den unattraktiven Berufsbildern zählen, suchen zum Teil händeringend Auszubildende. Gerade der Einzelhandel bietet viele Möglichkeiten. Wer gerne mit Menschen zu tun hat und gerne Dinge in die Hand nimmt, um sie zu verkaufen, sollte sich einmal um diese Sparte bemühen. Eine fundierte Ausbildung in Kaufhäusern, Boutiquen oder Porzellan- und Glasstudios ist nicht nur abwechslungsreich und spannend. Der fertige Einzelhandelskaufmann kann in die Chefetage aufrücken oder sich selbstständig machen.

Schreiner oder Damenschneider zum Beispiel sind eine gute Grundlage für Abiturienten und Fachoberschüler, wenn sie weiter studieren möchten und später in den Kunsthandel gehen oder sich zum Restaurator ausbilden lassen möchten. Wer als Damenschneiderin ein bisschen Glück hat, kann im Modedesign landen.

Was aber ist mit dem Schlosser und seinen Spezialisierungen, dem Maler und Lackierer oder dem Elektriker? Alles solide Handwerksberufe mit guten Berufsaussichten. hb

Noch ohne Lehrstelle? Tipps für Last-Minute-Bewerber

Viele Lehrlinge starten bald in die Ausbildung. Wer bis jetzt keine Lehrstelle gefunden hat, muss nicht aufgeben, denn es gibt noch offene Stellen und Möglichkeiten. FOTO: GETTY IMAGES
Viele Lehrlinge starten bald in die Ausbildung. Wer bis jetzt keine Lehrstelle gefunden hat, muss nicht aufgeben, denn es gibt noch offene Stellen und Möglichkeiten. FOTO: GETTY IMAGES
Wer noch keine Lehrstelle gefunden hat, sollte dranbleiben. Zu spät ist es für Last-Minute-Bewerber noch nicht: Es ist sogar möglich, auch noch im November oder Dezember eine Ausbildung zu beginnen, so die Bundesagentur für Arbeit (BA). Vier Tipps für Bewerber:

- Nachfragen: Wer eine Lehrstelle sucht, sollte auf die Arbeitsagenturen, Handels- und Handwerkskammern zugehen. Im August und im September veranstalten diese in vielen Städten auch Ausbildungsbörsen. Dort sind Firmen vertreten, die noch Bewerber suchen. Es lohne auch, sich in sozialen Netzwerken, bei Bekannten oder persönlich bei Betrieben zu erkundigen.

- Hinterfragen: Es ist ganz wichtig, dass man nicht auf seinem Wunschberuf beharrt, rät die BA. Vielleicht kommt ein anderer Beruf infrage? Es gibt knapp 330 Ausbildungsberufe, die zum Teil ähnliche Fähigkeiten und Talente fordern. Beispielsweise könnte sich eine Kauffrau im Einzelhandel auch als Industriekauffrau bewerben – oder ein Kfz-Mechatroniker als Fluggerätemechaniker.

- Suche ausweiten: Vielleicht klappt die Bewerbung in einer anderen Stadt. Dafür können Jugendliche finanzielle Unterstützung erhalten. Dazu beantragen sie eine Ausbildungsbeihilfe. Sie wird gewährt, wenn tägliches Pendeln zwischen der Ausbildungsstätte und Wohnung der Eltern unzumutbar ist.

- Letzte Chance: Wer keinen Ausbildungsplatz findet, kann über eine sogenannte Einstiegsqualifizierung (EQ) den Weg in eine Lehre suchen. Das ist ein betriebliches Langzeitpraktikum von 6 bis 12 Monaten, das später auf die Ausbildung angerechnet werden kann. Die werden ausschließlich über die Arbeitsagentur mit dem Betrieb vereinbart. Liegt es zum Beispiel am Zeugnis, dass der Bewerber keine Lehrstelle findet, kann sich sein Berater für ihn bei einem Unternehmen einsetzen. Die BA übernimmt dann einen Teil der Ausbildungsvergütung. Danach entscheidet der Arbeitgeber: Hat sich der Bewerber bewährt, darf er bleiben. mag