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Sonderveröffentlichung

Schweinfurt

Prostatakrebs: Risikofaktoren und Diagnose

Ein Arzt zeigt in einem 3D-Modell die Prostata. FOTO: AXEL HEIMKEN, TMN


Prostatakrebs ist die bei Männern am häufigsten diagnostizierte Krebserkrankung. Er zählt aber zu den Krebsarten mit den größten Heilungschancen. Prostatakrebs wächst oft langsam und lässt sich daher meist gut behandeln.

Welche Symptome können auftreten?

Prostatakrebs löst normalerweise erst Beschwerden aus, wenn er weiter fortgeschritten ist. Dann kann er zu Problemen wie einem verstärkten Harndrang oder einem schwächeren Harnstrahl führen. Meist werden Probleme beim Wasserlassen aber nicht durch Krebs, sondern durch eine gutartige Vergrößerung der Prostata verursacht. Sie ist bei Männern über 50 sehr häufig.
  

Selten kann auch Blut im Urin oder in der Samenflüssigkeit auf Prostatakrebs hindeuten. Wenn der Krebs sehr weit fortgeschritten ist, kann er sich über die Lymphbahnen oder den Blutkreislauf in andere Körperregionen ausbreiten, wie zum Beispiel die Knochen. Dies kann Symptome wie Knochenschmerzen auslösen.

Welche Ursachen und Risikofaktoren gibt es bei Prostatakrebs?

Die genauen Ursachen für Prostatakrebs sind nicht bekannt. Es gibt jedoch bestimmte Faktoren, von denen man weiß, dass sie das Krebsrisiko erhöhen. Die wichtigsten sind:

- das Alter: Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko.

- die Abstammung: Männer mit schwarzer Hautfarbe sind etwas häufiger von Prostatakrebs betroffen als Männer mit einer anderen Hautfarbe.

- Verwandte ersten Grades: Wer einen Vater oder Bruder hat, der an Prostatakrebs erkrankt ist, hat selbst ein etwas höheres Risiko. Sind Vater und mehrere Brüder erkrankt, ist das Risiko stärker erhöht.

- hohe Dosen an Vitamin E: Nahrungsergänzungsmittel mit viel Vitamin E erhöhen nachweislich das Risiko.

Häufig werden auch bestimmte Lebensmittel wir rotes Fleisch oder Tomaten mit Krebs in Verbindung gebracht – mal als Ursache und mal als Möglichkeit der Vorbeugung. Dass Männer ihr Risiko für Prostatakrebs durch eine bestimmte Ernährung senken können, ist jedoch noch nicht durch aussagekräftige Studien belegt.

Wer ist von Prostatakrebs betroffen?

Die Zahl der Prostatakrebs-Diagnosen hat in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen, ist aber mittlerweile wieder leicht rückläufig. Ein Grund für den Anstieg war die steigende Lebenserwartung: Denn das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, nimmt mit dem Alter zu. Bei Männern unter 50 Jahren tritt Prostatakrebs sehr selten auf.

Der zweite Grund hat damit zu tun, dass mehr Männer an Untersuchungen zur Früherkennung von Prostatakrebs teilnehmen. Bei diesen Untersuchungen werden heute vermehrt kleine Krebsknoten gefunden, die früher nicht entdeckt wurden, weil sie bei vielen Männern zeitlebens keine Beschwerden auslösen. Die Früherkennung erhöht somit die Zahl der Diagnosen. Barmer
  


Orientierung und Hilfestellung für Betroffene

Rund 65 000 Männer erkranken jedes Jahr in Deutschland an Prostatakrebs. Dennoch sind Männer regelrechte Früherkennungs-Muffel. Aus Scham, aber auch aus Unkenntnis und Zeitmangel machen sie gerne einen großen Bogen um Arztpraxen. Nur jeder Vierte ab 45 Jahre geht zur Früherkennung.

„Wir möchten mit unserem Informationsangebot unter anderem dazu beitragen, dass sich das ändert“, sagt Dr. Knut Müller, einer der Gründer und Sprecher der Prostata Hilfe Deutschland. Der gemeinnützige Verein mit Sitz in Würzburg bietet mit seinem Internet-Auftritt www.prostata-hilfe-deutschland.de umfangreiche Informationen zum Thema Prostatakrebs. Ein wichtiges Ziel des gemeinnützigen Vereins Prostata Hilfe e.V. ist es, Betroffenen und ihren Familien Orientierung zu bieten und Hilfestellung zu geben.

Prostata Hilfe e.V.
Steubenstraße 13
97074 Würzburg
E-Mail: kontakt@prostatahilfe-deutschland.de


Früh erkannt ist Krebs besser heilbar

Je früher Ärzte Prostatakrebs aufspüren, desto besser ist er behandelbar und desto höher sind auch die Überlebenschancen für Männer.

Derzeit gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Früherkennung von Prostatakrebs: PSA-Test, Tastuntersuchung und transrektaler Ultraschall (TRUS). Liefern diese Methoden Anhaltspunkte für Prostatakrebs, folgt eine Prostatabiopsie, bei der Ärzte Gewebeproben aus den verdächtigen Bereichen entnehmen.

Gesetzliche Früherkennung

Männer ab 45 Jahren können einmal jährlich die Leistungen des gesetzlichen Früherkennungsprogramms in Anspruch nehmen, Männer mit familiärer Vorbelastung ab dem 40. Lebensjahr. Die Untersuchung ist kostenlos. Die Früherkennung umfasst ein Gespräch mit dem Arzt, in dem nach eventuellen Beschwerden oder Symptomen gefragt wird. Außerdem werden die Geschlechtsorgane und die Lymphknoten in der Leiste untersucht und der Arzt tastet die Prostata vom Enddarm aus ab. Mit dieser sogenannten digital-rektalen Untersuchung können jedoch nur oberflächlich gelegene und größere Karzinome gefunden werden. Das heißt, Tumoren, die ungünstig gelegen oder noch sehr klein sind, bleiben dabei unentdeckt. Daher ist der Nutzen dieser Untersuchung begrenzt und als alleinige Früherkennungsuntersuchung nicht ausreichend. Deutsche Krebsgesellschaft