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Sonderveröffentlichung

Kitzingen

Rad und Pedelec vom Chef: Steuerbefreiung ist möglich

Wer ein Dienstfahrrad auch privat nutzt, muss den geldwerten Vorteil daraus unter bestimmten Voraussetzungen nicht mehr versteuern. FOTO: CHRISTIN KLOSE, MAG


Lang und Partner Treuhandgesellschaft mbH
VLH Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V.
Rechtsanwalt Dieter Schirm
Dipl.-Betriebswirtin (FH) Steuerberaterin Claudia Grindel
Anwaltskanzlei Oliver Wanke
Seit Anfang 2019 gibt es für Diensträder in Deutschland eine Steuerbefreiung: Stellt der Chef einem Arbeitnehmer ein Fahrrad oder Pedelec zur Verfügung, das dieser auch privat nutzen darf, so muss der Beschäftigte diesen geldwerten Vorteil nicht mehr versteuern. Diese Regelung greift allerdings nur, wenn das Fahrrad nicht über eine Gehaltsumwandlung finanziert wurde, erklärt der Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL). Der Chef muss das Fahrrad dem Arbeitnehmer also zusätzlich zu seinem Gehalt zur Verfügung stellen.

Damit die Steuerbefreiung gilt, sollten Arbeitnehmer also nicht auf einen Teil ihres Bruttogehaltes zugunsten des Dienstfahrrades verzichten. Zudem muss es sich wirklich um ein Fahrrad handeln – und nicht um ein E-Bike, dessen Motor ein Tempo von mehr als 25 Kilometer pro Stunde unterstützt. Denn dann zählt das Elektrorad zu den Kraftfahrzeugen.

Will der Chef das Fahrrad nicht zusätzlich zum Gehalt finanzieren, gibt es aber noch eine andere Möglichkeit: Arbeitnehmer können auch von der Steuerbefreiung profitieren, wenn sie auf freiwillige Sonderzahlungen verzichten – wenn das Rad oder Pedelec also zum Beispiel über freiwillig gezahltes Urlaubs- oder Weihnachtsgeld oder Bonuszahlungen finanziert wird. mag

Vermieter: Kein Recht, in der Wohnung zu fotografieren

In der eigenen Wohnung darf sich der Mieter ungestört fühlen. Und selbst Vermieter haben kein Recht, beliebig Fotos in den Räumen zu machen. Das gilt nach Angaben des Deutschen Mieterbundes (DMB) auch, wenn die Immobilie vermietet werden soll.

Dies gilt auch, wenn die Immobilie vermietet oder verkauft werden soll. Der Mieter hat als alleiniger Besitzer das Entscheidungsrecht. Hinzu kommt, dass Fotos in die Privatsphäre eingreifen können, die durch das Grundgesetz geschützt ist.

Denn gewollt oder ungewollt können die Bilder auch etwas der Lebensart der Mieter, ihrer Einrichtung oder andere intime Einzelheiten zeigen. mag

Steuerabzüge: Vorsicht bei Verträgen mit eigenem Partner

Das Finanzamt erkennt zwischen Angehörigen nur Abmachungen steuerlich an, die auch unter Fremden üblich sind. „Bei Verträgen zwischen nahestehenden Personen schaut das Finanzamt immer kritisch hin und prüft, ob der Vertrag so auch mit einer fremden Person abgeschlossen worden wäre“, erklärt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler. Dies bestätigt ein Urteil des Finanzgerichts Baden- Württemberg zu einer von Lebensgefährten gemeinsam genutzten Wohnung (Az.: 1 K 699/19).

Im verhandelten Fall lebte eine Immobilienbesitzerin mit ihrem Partner in ihrer Wohnung. Der Lebensgefährte überwies ihr monatlich einen als Miete bezeichneten Betrag in Höhe von 350 Euro und hatte einen Mietvertrag über die hälftige Wohnung. Dennoch berücksichtigte das Finanzamt die Verluste aus der Vermietung nicht.

Nach Ansicht des Finanzgerichts zu Recht: Das Mietverhältnis halte einem sogenannten Fremdvergleich nicht stand. Ein normaler Mieter lasse sich nicht auf die bloße Mitnutzung der Wohnung ohne Privatsphäre und ohne individuell und abgrenzbar zugewiesene Wohnräume ein.

Dies hat zur Folge, dass einerseits die Ausgaben für die Wohnung nicht steuerlich abziehbar und andererseits die Mieteinnahmen steuerlich nicht zu berücksichtigen sind. mag