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Reifen für Matsch und Schnee

 

Spezielle Winterreifen haben ein besonderes Profil und weichere Gummimischungen. FOTO: ANDREA WARNECKE, MA

Wenn es draußen nass und kalt wird, ist das ein untrügliches Anzeichen dafür, dass es bald auch Zeit wird für eine wintergerechte Autobereifung. Seit 2010 ist diese gesetzlich vorgeschrieben, wenn winterliche Straßenverhältnisse herrschen, also bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte. Infrage kommen reine Winterreifen, Ganzjahresreifen oder runderneuerte Pneus dieser beiden Sorten.

Ein festes Startdatum gibt es nicht, denn es handelt sich um eine „situative Winterreifenpflicht“, so der ADAC. Als Faustformel gelte der Zeitraum von Oktober bis Ostern.

Ob ein Reifen für den Einsatz im Winter zugelassen ist, lässt sich an der Reifenkennzeichnung ablesen: „Entscheidend ist das Alpin-Symbol, also das Bergpiktogramm mit Schneeflocke auf der Reifenwand“, sagt Michael Schwämmlein vom Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV). Daneben sind bis zum 30. September 2024 auch noch Reifen mit der M+S-Kennzeichnung für den Winter zugelassen, sofern die Pneus bis Ende 2017 produziert wurden.
               

Technisch gesehen unterscheiden sich Reifen für den Winter vor allem durch die Gummimischung und das Profil von Sommermodellen: „Winterreifen besitzen eine weiche Gummimischung. Die sorgt bei kalten Temperaturen für kurze Bremswege“, erklärt Antonia Eckert vom Auto Club Europa (ACE). „Außerdem besitzen Winterreifen viele Lamellen, also kleine wellenförmige Einschnitte in den Profilblöcken, die maßgeblich dazu beitragen, dass der Winterreifen auf Schnee und Eis eine bessere Haftung hat.“

„Reine Winter- wie Sommerreifen sind Spezialisten für die jeweilige Jahreszeit, während der Ganzjahresreifen einen Kompromiss darstellt“, sagt Schwämmlein. „Ein Ganzjahresreifen kommt an diese Spezialisten nicht heran.“

Eine weitere Alternative für den Winter sind runderneuerte Reifen. „Diese Reifen kommen als umweltbewusste Alternative zu Neureifen infrage. Sie unterliegen in der Typengenehmigung ähnlichen Vorgaben wie Neureifen“, sagt Schwämmlein. Hier wird der Unterbau eines gebrauchten Reifens – nachdem er auf mögliche Vorschäden durchleuchtet wurde – erneut genutzt und nur die Lauffläche mit dem Profil komplett neu aufgebaut. Wegen dem hohen Anteil von Handarbeit dabei lägen die Runderneuerten preislich oft über Billigangeboten für Neureifen aus Asien, so Schwämmlein.

Welcher Reifen auch immer zum Einsatz kommt, empfehlenswert ist es, alle vier Räder mit der gleichen Sorte zu bestücken. „Wir empfehlen aber dringend, am gesamten Fahrzeug Reifen vom gleichen Fabrikat und Typ aufzuziehen“, sagt Stefan Ehl von der Prüforganisation KÜS.

Wer ins winterliche Ausland reisen will, sollte die jeweiligen Landesvorschriften kennen. So gilt etwa in Österreich für Winterreifen ein Mindestprofiltiefe von 4 Millimetern, während in Deutschland 1,6 gesetzlich ausreichend sind. Die Experten raten aber auch hier zu mindestens 4 Millimetern. mag
                

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