Verzicht auf Plastiktüten Image 1
Anzeige

Verzicht auf Plastiktüten

 

Besonders beim Shopping ist die Plastiktüte allgegenwärtig. FOTO: BODO MARKS 


Die EU will die Verwendung von Plastiktüten eindämmen. Aber was sind wirklich gute Alternativen? Und kann man nicht einfach eine Plastiktüte immer wieder verwenden?

Plastiktüten sind schlecht, Stofftaschen besser. Obwohl das eigentlich jeder weiß, greifen viele Verbraucher im Supermarkt noch immer zum Kunststoff. Auch in Folie verpackte Lebensmittel gehen über die Ladentheke. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erklärt, was genau das Problem und was die wirklich beste Alternative ist.

Was genau spricht gegen Plastiktüten? Plastiktüten sind biologisch nicht abbaubar, sie müssen verbrannt werden. Laut dem BUND werden dabei klimaschädliche und giftige Substanzen wie Formaldehyd und Phenole freigesetzt. Aber das größte Problem ist, dass viele Tüten gar nicht richtig entsorgt werden. Sie landen in der Natur. An Land und im Wasser gefährdet das Plastik dann Tiere, diese ersticken an den Resten.

Sind Plastiktüten okay, wenn man sie immer wieder benutzt? „Das Problem bei einer Plastiktüte ist in aller Regel, dass sie zu dünn ist, um sie mehrfach zu verwenden“, erklärt BUND-Experte Rolf Buschmann. „Das heißt, wenn Kunststofftüten genutzt werden, dann sollten sie so konzipiert sein, dass sie länger nutzbar sind, also mehrfach verwendbar. Das sind sogenannte Mehrwegtüten.“ Der Handel müsse diese explizit ausweisen.

Sind kompostierbare Plastiktüten eine Alternative? Nein, sagt der BUND. Auch wenn die Ökobilanz der kompostierbaren Alternativen aus Cellulose und Stärke besser ausfällt, enthalten sie auch einen geringen Anteil sogenannter einfacher Polymere. Sie bleiben im Kompost als gefährliche Kleinstbestandteile zurück. Aber es gibt noch ein Problem: Die Alternativen sind von anderen Plastikprodukten kaum zu unterschieden. „Geben Sie diese Tüte in den Biomüll, wird sie dort von den Kompostieranlagen oder auch von den biologischen Verwertungsanlagen aussortiert als Störstoff“, erläutert Buschmann. „Landet diese Tüte wiederum im Gelben Sack, in der Verpackungsmüllsammlung, wird sie den Stoffkreislauf stören, weil sie eben nicht ein klassischer Kunststoff ist und daher auch nicht gut recycelbar ist.“

Was ist denn die beste Alternative? Das sind alle wiederverwendbaren Tragetaschen: Rucksack, Korb, die Stofftüte. „Und wenn ich eine Plastiktüte oder -tasche benötige, dann sollte ich mir eine kaufen, die ein längeres Leben vor sich hat und nicht nach dem Kurzgebrauch im Abfall landet“, rät der Experte.

Was spricht gegen Papiertüten? Auch sie sind ein Einwegprodukt und daher ebenfalls nicht besonders ökologisch. „Beim Papier haben wir allerdings den Vorteil, dass sie hier einen geregelten Recyclingkreislauf haben“, so Buschmann.

Was tue ich, wenn mir im Geschäft eine Plastiktüte aufgedrängt wird? Nicht nur an der Kasse, sondern bereits im Regal kommen Verbraucher an die Plastiktüten. „Der Wahnsinn ist zum Beispiel, wenn Gurken oder Salate noch in Plastikfolie eingepackt werden“, sagt Buschmann. „Die Frage ist, ist das noch unbedingt notwendig oder kann ich das Produkt auch unverpackt bekommen?“ tmn


Bargeld ist nach wie vor beliebt

Die Deutschen sind ausgesprochene Bargeldfreunde. Eine TNS-Emnid-Umfrage im Auftrag der Postbank ergibt, dass sie Beträge bis zu 226 Euro bevorzugt mit Münzen und Scheinen bezahlen. Jeder achte Befragte (13 Prozent) zahlt ausschließlich in bar – von den über 60Jährigen sogar jeder Fünfte (19 Prozent). „Viele Deutsche vertrauen Bargeld, weil es greifbar, jederzeit verfügbar und vertraut ist“, erläutert Martina Brand von der Postbank. „Es vermittelt ein Gefühl von Sicherheit und Kontrolle, auch, weil es unabhängig von Technik funktioniert.“ Ob dieses Gefühl berechtigt ist, darf bezweifelt werden: „Geht Bargeld verloren oder wird es gestohlen, gibt es in der Regel keinen Ersatz. Eine Debit- oder Kreditkarte kann im Falle des Verlusts hingegen umgehend gesperrt werden. Außerdem ist die Haftung des Kunden auf einen geringen Betrag begrenzt.“ Postbank

Weitere Themen