Viele Gartenpflanzen tragen leckere Früchte Image 1
Sonderveröffentlichung

Main-Spessart

Viele Gartenpflanzen tragen leckere Früchte

Vielseitig, aber nur wenig bekannt: Aus Kornelkirschen lassen sich Marmelade, Gelee oder Likör herstellen. Für den rohen Genuss sind sie aber in der Regel zu sauer. FOTO: MARION NICKIG


Kirschpflaume, Felsenbirne und Strauchrose werden für ihre Blüten geliebt. Auch die Klettergurke schätzen Hobbygärtner als dekorativen Schlinger mit schönem Blütenschmuck. Dass all diese Pflanzen auch Früchte tragen, bemerken viele nicht – oft freuen sich allein die Vögel darüber. Selbst Holunderbeeren hat längst noch nicht jeder Pflanzenfreund probiert. Dabei schmecken die roten, blauen oder auch gelben Früchte im späten Sommer und im Herbst überraschend gut.

Etliche der Genüsse sind in Vergessenheit geraten. Die Kornelkirsche (Cornus mas) zum Beispiel schätzten schon die alten Griechen. In Südosteuropa gehören diese Kirschen, bei uns auch Herlitze oder Dürlitze genannt, bis heute zum begehrten Gartenobst. Aus Sorten wie ’Jolico’, ’Titus’ oder der großblütigen und großfrüchtigen ’Kasanlak’ entstehen Marmelade, Gelee, Wein oder Likör. Manche Menschen essen die knallroten, kirschgroßen und länglichen, aber sehr sauren Früchte sogar roh.
   

Die Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii) färbt sich im Herbst glühend kupferrot. Schon ein wenig früher beginnt die Zeit süßer Nascherei: Blauschwarz sollten die Beeren sein, dann schmecken sie am besten. Aber oft sind die Vögel schneller. Die starkwüchsige Sorte ’Ballerina’ liefert besonders große, süße Früchte. Die Beeren anderer Felsenbirnen wie Amelanchier arborea schmecken eher fade.

Die Mispel braucht viel Platz

Auch die Früchte einiger Sorten der Essbaren Vogelbeeere (Sorbus aucuparia) sind in der Tat genießbar. Während die Art selbst reich an Bitterstoffen ist, kann etwa von ’Edulis’ genascht werden: Die rohen Früchte schmecken süß-säuerlich. Süße Früchte liefert ’Rosina’. Dritte im Bunde ist die Mehlbeere (Sorbus aria). An den ungefiederten, unten silbergrau bereiften Blättern lässt sie sich erkennen.

Viel Platz im Garten braucht die Mispel (Mespilus germanicus) mit dem dunkelgrünen Laub und den weißen Schalenblüten im Frühjahr. So lange nur der saure Holzapfel bekannt war, waren ihre Früchte ein wichtiges Herbst- und Winterobst. Bis heute gilt: den ersten Frost abwarten, dann wird das Fleisch süß, lässt sich weich kochen und zu Mus und Kompott verarbeiten.

Vitaminreich und Fieber senkend sind die Blüten und die Früchte des Holunder (Sambucus nigra). In die Hausapotheke gehören sie seit jeher. Kenner schätzen aber auch Sirup, Wein und Sekt aus den Blüten oder Saft, Gelee und Marmelade aus den Früchten. Roh sollte man sie allerdings nicht verzehren: Ihr Inhaltsstoff Sambunigrin muss beim Kochen zerstört werden, sonst kommt es zu Benommenheit und Atemnot. mag