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Was ist wirklich wichtig bei der Bewerbung?

Was ist bei einer Bewerbung gewünscht, was nicht? Dazu existiert viel Halbwissen. FOTO: CHRISTIN KLOSE/MAG

Wenn es um das Thema Bewerbung geht, glauben viele Menschen, bestens Bescheid zu wissen, und sind mit guten Ratschlägen schnell bei der Hand. Ist wohl klar, dass eine Bewerbung ein Foto braucht! Und bloß nie erwähnen, dass man in der Freizeit gerne beim Freiklettern ist! Es ist Zeit, ein paar gängige Irrglauben zu entmystifizieren.

Bewerbungsbilder sind nach wie vor entscheidend

Hier gehen die Meinungen auseinander. „Bewerbungsbilder sind immer eine gute Sache, solange sie professionell sind – und keine Selfies“, findet Heinz Ostermann vom Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP).

Deborah Dudda-Luzzato, die eine Fachgruppe Recruiting, Employer Branding und Social Media beim Bundesverband der Personalmanager (BPM) leitet, bewertet dies ganz anders: „Professionelle Fotoshootings für Bewerbungsbilder verschwenden Zeit und Geld. Wie der Bewerber oder die Bewerberin aussieht, interessiert uns nicht.“

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Wer nicht alle Anforderungen erfüllt, braucht sich nicht zu bewerben

In der Regel ist das Quatsch. „Es gilt die Daumenregel, wenn man etwa 70 Prozent der Anforderungen aus der Bewerbung erfüllt, lohnt sich eine Bewerbung“, erklärt Dudda-Luzzato. Für Robindro Ullah, Autor, Speaker und Recruiting-Experte, besteht ein grundsätzliches Problem bei Stellenausschreibungen: „Firmen neigen häufig dazu, Anforderungskataloge zu überfrachten.“

Ostermann ergänzt: „Gerade, weil man auch Kompetenzen haben kann, die für die Stelle passen und derer man sich gar nicht bewusst ist, lohnt sich generell immer der Versuch.“

Die meisten Jobs werden intern oder über Beziehungen vergeben

„Wenn das stimmen würde, wären alle Headhunter und Personaler arbeitslos“, meint Ostermann. „Allerdings ist es kein Mythos, dass Unternehmen gerne intern Stellen besetzen, denn so kennen sie schon die Stärken und Schwächen des Bewerbers und können sicher sein, dass dieser wiederum das Unternehmen sehr gut kennt.“ Je niedriger die Hierarchiestufe, desto eher komme es vor, dass eine persönliche Beziehung eine Rolle spielt.

Dudda-Luzzato betont, dass die Erfahrungen und der Lebenslauf des Kandidaten zählen: „Wenn man die Anforderungen nicht erfüllt, bringen auch gute Beziehungen nichts.“

Eine Bewerbung kurz vor Jahresende bringt nichts

Die Personalexperten sehen das eher pragmatisch. „Die Welt endet weder an Weihnachten noch an Silvester, deswegen ist das Statement eindeutig ein Mythos“, stellt Ostermann klar. Zum Jahresende hin ist die Personalabteilung höchstens im Urlaub und der Bewerbungsprozess kann etwas länger dauern als üblich.

Bewerbungen laufen nur noch komplett online

„Das ist richtig“, sagt Dudda-Luzzato. „In einigen wenigen Branchen gibt es noch Offline-Bewerbungen mit Bewerbungsmappe, wie in der Logistikbranche oder der Lebensmittelbranche.“ Generell empfiehlt sie aber, sich immer elektronisch zu bewerben. So erreiche eine Bewerbungsmappe auch in Homeoffice-Zeiten das Büro, und es gebe eine schnellere Rückmeldung auf die Bewerbung.

Personalfachkräfte haben No-Gos

Bei der Erwähnung von Extremsportarten als No-Gos muss Dudda-Luzzato lachen: „Da achtet keiner drauf. Extravagante Hobbys sind uns egal.“ Da sie in der Modebranche tätig ist, könne sie sagen, dass in der Branche auch auffällige Tätowierungen durchaus unerheblich sind. Es kommt also meist auf die Stelle und das Aufgabengebiet an. Wenn man eine bestimmte Tätigkeit anstrebt, sollten das allgemeine Freizeitverhalten und der Social Media-Auftritt dazu passen.

Je nach Stelle und Position sollte man möglichst wenig angreifbar sein, rät Ostermann. Was beispielsweise in einem Job in der Logistik unerheblich ist, kann für eine Führungsposition unpassend sein. mag

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