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Sonderveröffentlichung

Bad Kissingen

Die Wirtschaftsjunioren Bad Kissingen auf politischer Bildungsreise in Berlin

Wirtschaftsjunioren Bad Kissingen mit Dr. Manuela Rottmann, MdB (2.v.l.). FOTO: LYDIA MOLEA



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Das Bundespresseamt sponsort drei Mal im Jahr eine sogenannte „politische Bildungsreise“ für jeweils 50 Bürgerinnen und Bürger aus den jeweiligen Wahlkreisen. Dieses Jahr hatten die Wirtschaftsjunioren Bad Kissingen ein Kontingent von 13 Plätzen bei Bündnis 90/Die Grünen. Nach der etwas verspäteten Ankunft in Berlin per Bahn ging es gleich mit dem Bus weiter auf eine Stadtrundfahrt. Der Reiseleiter, Andreas Gudat-Wengenroth, hob besonders politisch wichtige Gebäude hervor, so auch die architektonischen Auffälligkeiten der einzelnen Ländervertretungen. Er erläuterte auch, dass es Berlin immer zahlreiche Baustellen gebe, „Berlin ist nicht, Berlin ist immer am Werden,“ so Gudat-Wengenroth.

Sebastian Bünner, Anita Schmitt, Moritz Hüfner und Bernadette Köth lauschen den Ausführungen von Andreas Falge.
Sebastian Bünner, Anita Schmitt, Moritz Hüfner und Bernadette Köth lauschen den Ausführungen von Andreas Falge.
Besuch des Bundestags

Eine Besichtigung des Plenarsaals stand als nächstes auf der Agenda. Da in dieser Woche keine Sitzungswoche und der Plenarsaal entsprechend leer war, konnte Dr. Roland Wirth mit einigen Anekdoten beschreiben, wie die Sitzungen der Abgeordneten verlaufen, wer wo zu sitzen hat und wie die verschiedenen Abstimmungen funktionieren.

Anschließend trafen die Besucher auf Dr. Manuela Rottmann (MdB), Bündnis 90/Die Grünen. Sie erzählte auf anschauliche Weise, wie eine normale Woche im Leben einer/eines Abgeordneten abläuft, mit den verschiedenen Abstimmungen, Terminen und Sitzungen der Ausschüsse. So zum Beispiel tagt der der Bundestag zu Rechtsthemen, für die Rottmann zuständig ist, meist nachts, am nächsten Morgen steht allerdings häufig schon die nächste Sitzung auf dem Terminplan. In den sitzungsfreien Wochen halten sich die Abgeordneten meist in ihren jeweiligen Wahlkreisen auf oder nehmen Termine in Berlin wahr, für die während einer Sitzungswoche keine Zeit bleibt. Bernadette Köth, Kreissprecherin der Wirtschaftsjunioren Bad Kissingen, erkundigte sich, ob die Abgeordneten sich ihre Ausschüsse selbst aussuchen können. Rottmann erklärte, dass es durchaus so sei, dass man sich die Ausschüsse aussucht, mit deren Thematik man vertraut ist, und dass etablierte Abgeordnete ihre Funktion auch beibehalten, da sie hier Kontakte geknüpft und sich fachlich in das jeweilige Thema eingearbeitet haben. Es komme aber auch vor, dass ein Abgeordneter ein Thema übernehmen muss, dass ihm nicht besonders liegt. „Es wird auf jeden Fall nicht langweilig im Bundestag,“ so Rottmann.

Aus dem Publikum wurde die Frage gestellt, wie sie sich den Wahlkampf zu ihrer Kandidatur als Landrätin des Landkreises Bad Kissingen vorstelle, wenn sie so eingespannt sei, und warum sie überhaupt kandidiere. Rottmann: „Ich hänge an der die Kommunalpolitik“. Häufig sei es so, dass in Berlin „Politik am runden Tisch“ gemacht werde, aber viel zu oft werde nicht ausreichend bedacht, ob diese vor Ort auch umsetzbar sei. „Aus diesem Grund möchte ich Landrätin werden, damit ich in Bad Kissingen selbst etwas bewegen kann,“ erklärte sie weiter. Sie habe die Zeitfrage auch bereits mir ihrer Fraktion besprochen und mit einem guten Zeitplan sei alles möglich. Sie vertritt die Meinung, dass Kommunalpolitiker „öfter den Mund aufmachen sollten,“ und Berlin mitteilen, was vor Ort vonnöten ist. Andreas Halboth aus den Reihen der Wirtschaftsjunioren ermahnt anhand des Beispiels des Gebäudeenergiegesetzes, dass diejenigen, die Gesetze umsetzen müssen, auch im Vorfeld dazu gehört werden müssten. Rottmann erklärt dazu, wie Lobbyismus in Berlin funktioniert und dass man als Abgeordnete/r unterscheiden muss, ob ein Lobbyist, mit dem man sich trifft, im (eigenen) wirtschaftlichen Interesse oder im Interesse der Öffentlichkeit handelt. Und natürlich spiele der Blickwinkel auch immer eine Rolle. Auf jeden Fall sollte und dürfe die Qualität nicht auf der Strecke bleiben. „Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass alle Seiten gehört werden,“ findet Rottmann.

Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Der Reiseführer erläutert kurz den Hintergrund des Terrors und erwähnt auch, dass dieses Mahnmal am Anfang – nicht nur in Berlin – zu vielen Diskussionen geführt hat. Sodann fordert er die Besucher auf, einmal in Ruhe den Platz zu durchqueren und die quaderförmigen Beton-Stelen auf sich wirken zu lassen. „Jeder erlebt diese Erfahrung anders,“ gibt Gudat-Wengenroth ihnen mit auf dem Weg.

„Wehret den Anfängen – das war das Erste, woran ich gedacht habe, als ich das Mahnmal durchquerte,“ stellte Bernadette Köth fest. „Am Anfang sind die Stelen noch ganz harmlos, man kann problemlos darüber hinwegsehen. Je weiter man in die Mitte vordringt, desto größer und bedrohlicher werden sie. Irgendwann ist man umzingelt und sieht nur noch ein kleines Stück vom Himmel. Das ist sehr beklemmend,“ so Köth weiter.

Topographie des Terrors

Der Historiker Karl Kröhnke führte durch das Dokumentationszentrum „Topographie des Terrors“. Hier geht es vor allem um die Täter in Zeiten des Dritten Reiches und nur peripher um die Opfer. Die Ausstellung befindet sich auf dem Gelände, auf dem zwischen 1933 und 1945 die wichtigsten Einrichtungen des nationalsozialistischen Verfolgungs- und Terrorapparates befanden: die Zentrale der Geheimen Staatspolizei (Gestapo), die Reichsführungs-SS und der Sicherheitsdienst der SS, ab 1939 auch das Reichssicherheitshauptamt.

2010 wurde das neue Dokumentationszentrum eröffnet. Hier wurde unter anderem die sogenannte Endlösung, also die Vernichtung aller Juden, geplant.

Alltag in der DDR

Am letzten Tag besichtigten die Berlin-Besucher die Ausstellung „Alltag in der DDR“ im Museum in der Kulturbrauerei. Andreas Falge führte durch die Ausstellung und zeigte auf, dass es in der DDR neben Verfolgung und Dauerbeobachtung auch einen „ganz normalen Alltag“ gab, mit Schule, Arbeit und – für regimetreue Bürgerinnen und Bürger – Urlaub am Balaton-See mit dem Trabi. Parallel zur westlichen Welt gab es beispielsweise auch in der DDR eine Punk-Bewegung.

Vor der Heimfahrt stand noch ein Besuch des Museums für Film und Fernsehen in der Deutschen Kinemathek statt. Lydia Molea/Petra Winter


Kontakt zu den Wirtschaftsjunioren

Weitere Informationen über das interessante und abwechslungsreiche Veranstaltungsprogramm der Wirtschaftsjunioren Bad Kissingen gibt es im Internet unter www.wj-kg.de.

Einen Einblick in die vielseitige Kreisarbeit und eine Möglichkeit, die Kissinger WJ-Mitglieder ganz unverbindlich und ungezwungen kennenzulernen, bieten die Facebook-Seite „Wirtschaftsjunioren Bad Kissingen“ und die Stammtische. Kontakt per mail unter: info@wj-kg.de