Kickers wollen in die obere Tabellenhälfte Image 1
Sonderveröffentlichung

Würzburg

Kickers wollen in die obere Tabellenhälfte

QUELLE: DEUTSCHER FUSSBALLBUND / MP-GRAFIK: LEON FRÖHLICH

14 Spieler sind gegangen, 13 neue Akteure gekommen. Die Rothosen-Mannschaft ist die zweitjüngste der Dritten Liga. Nach dem Umbruch ist am Dallenberg ein einstelliger Tabellenplatz das Saisonziel.

Mercedes-Benz in Mainfranken
Max Meister & Sohn
spindler
MK Grümbel
Von FRANK KRANEWITTER

WÜRZBURG Die Würzburger Kickers starten in ihre vierte Drittliga- Spielzeit. Die bisherige Bilanz kann sich sehen lassen. Einmal Dritter, zweimal Fünfter – so lauteten die Endplatzierungen. Die Latte liegt also hoch, dürfte man meinen. Was vor dem Saisonstart für und gegen die Kickers spricht:

Der Umbruch

Man konnte zwischendurch schon einmal den Überblick verlieren in diesem hektischen Transfersommer am Dallenberg. 13 Spieler sind bisher gekommen und 14 gegangen. Und das ist ja erst ein Zwischenstand. Die Transferperiode endet heuer am 2. September und es wird sich bis dahin wohl tatsächlich noch etwas tun bei den Rothosen. Ein Linksverteidiger soll noch kommen, Innenverteidiger Ibrahim Hajtic indes schaut sich schon nach einem neuen Verein um, trainiert nicht mehr mit dem Team. Dass mit Orhan Ademi (Braunschweig), Janik Bachmann, Simon Skarlatidis (beide 1. FC Kaiserslautern), Patrick Göbel, Dennis Mast (beide Hallescher FC), Peter Kurzweg und Cannigia Elva (beide FC Ingolstadt) gleich sieben Akteure zu Drittliga-Kontrahenten wechselten, sorgte nicht für Freude am Dallenberg. Immerhin die stattliche Ablöse von etwa 350 000 Euro, die aus Kaiserslautern für Bachmann überwiesen wurde, linderte etwas den Abschiedsschmerz. Am Ende müssen sich die Kickers aber wieder ein Stück weit neu erfinden. Die Kickers lösten die alte Bayernliga-Mannschaft auf und machten ihr Drittliga-Team zu einer Art neuen U-23-Mannschaft. Nur vier Neue besitzen Drittliga-Erfahrung. Die Kickers haben nach Auftaktgegner FC Bayern II mit einem Durchschnittsalter von 23,1 Jahren das zweitjüngste Team der Liga. „Schneller und wilder“ werde das Spiel werden, glaubt Cheftrainer Michael Schiele.

Das Trainerteam

Nicht nur die Mannschaft ist neu. Auch das Trainerteam hat sich gewandelt. Ex-Kickers-Coach Bernd Hollerbach lockte die bisherigen Assistenten Lamine Cisse und Dennis Schmitt zum belgischen Erstligisten nach Mouscron. Mit Rainer Zietsch ist ein erfahrener, meinungsstarker und ambitionierter Fußballlehrer der neue Co-Trainer. Eine neue Situation für Schiele. Der steht bei den Kickers freilich außerhalb der Diskussion. Zweimal führte er das Team durch Höhen und Tiefen auf den fünften Platz. Ein respektables Ergebnis.

Das Saisonziel

Mit einem einstelligen Tabellenplatz wäre Trainer Schiele, Stand jetzt, am Ende der Saison zufrieden. Dass das Team heuer gegen Erstligist TSG Hoffenheim in der ersten Runde auf der DFB-Pokal-Bühne auftritt, soll keine Ausnahme, sondern Dauerzustand sein. Die Qualifikation ist auch heuer erklärtes Ziel, angesichts der großen Konkurrenz im bayerischen Toto-Pokal-Wettbewerb aber kein Muss.

Stärken und Schwächen

Der 4:2-Sieg im vorletzten Vorbereitungsspiel gegen Zweitliga-Aufsteiger Wehen Wiesbaden war nicht nur gut für das Selbstvertrauen. Er zeigte auch das fußballerische Potenzial, das im neuen Kickers-Team steckt. Schnell und schnörkellos geht es nach vorne. Das schaut bisweilen sehr flott aus – zumindest dann, wenn die beste Elf auf dem Feld steht. Wenn aber Spieler aus dem zweiten Glied aufrückten, lief das Offensivspiel auch gegen unter- klassige Gegner nicht immer so geschmiert. „Bei 95 Prozent“ sieht Schiele sein Team, was die Fitness angeht. Die Vorbereitung war mit viereinhalb Wochen für diese neu zusammengewürfelte Mannschaft sehr kurz. Und links hinten ist tatsächlich auch noch eine Position unbesetzt. Was den Kickers fehlt, ist Erfahrung und Routine. Dass der Rothosen-Kader laut dem Internetportal „transfermarkt. de“ beim Marktwert auf Platz 15 landet, zeigt: Die Spieler müssen sich erst noch einen Namen machen. Das Zeug dazu scheinen, so der Eindruck der Vorbereitung, einige zu haben.

Die Konkurrenz

Klotzen nicht kleckern lautete das Motto bei einigen Drittliga-Rivalen. Alleine der 1. FC Kaiserslautern ließ sich die Neuzugänge 750 000 Euro Ablöse kosten. In Sachen Gehaltsgefüge spielen die Würzburger ganz gewiss in der unteren Tabellenhälfte. Auch ein Grund, warum viele Spieler schlichtweg nicht zu halten waren. Der Erfolgsdruck dürfte bei jenen Teams, die groß investierten freilich deutlich höher sein.

Die Prognose

Dieses Kickers-Team ist eine Wundertüte. Man darf gespannt sein, was dabei herauskommt. Auf den ersten Blick scheint die Zielrichtung gesichertes Mittelfeld realistisch. Es braucht aber nur wenig Fantasie, um den Rothosen in dieser wohl wieder sehr engen Liga deutlich mehr oder weniger zuzutrauen. Einiges wird wohl auch vom Saisonstart abhängen. Einen Fehlstart, wie in der Vorsaison mit drei Niederlagen, sollten die Rothosen diesmal vermeiden.
                 
Kickers wollen in die obere Tabellenhälfte Image 2

Zweite Liga muss möglich sein

Kickers wollen in die obere Tabellenhälfte Image 3
Von FRANK KRANEWITTER

Vier Jahre ist es nun schon her, seit die Würzburger Kickers mit dem Drittliga-Aufstieg die bundesweite Fußballbühne betraten. Dass die Rothosen in die fünfte Saison in Folge in einer der deutschen Profiligen gehen, das hätte ihnen zu Beginn nicht jeder zugetraut. Die Entwicklung ist aller Ehren wert. Aber es ist eben auch ein schmaler Grat, auf dem alle Klubs in dieser Dritten Liga wandern. Ein paar Fehler zu viel und schon droht der Sturz ins Bodenlose. Und auf Dauer strebt ohnehin jeder nach oben, in die Zweite Liga, wo die Einnahmen aus den TV-Geldern ungleich höher sind und der Profifußball sich für Vereine und Akteure deutlich besser rechnet. Da ist es kein Wunder, dass manch ein Klub bei seiner Etatplanung alle Bedenken beiseite wischt und Spieler bezahlt, deren Gehälter eigentlich über dem Budget liegen. Bei den Kickers ist man, ganz offensichtlich, einen anderen, vernünftigen Weg gegangen. Viele Spieler haben sich verständlicherweise für die finanziell deutlich besseren Angebote der Liga-Konkurrenten entschieden. Das ist wohl der Hauptgrund für einen gewaltigen Umbruch im Kader, der für Trainer Michael Schiele Chance und Risiko zugleich ist. Das Team ist in vielen Teilen jung und unerfahren, aber auch talentiert und interessant. Sollte es Schiele in seinem dritten Jahr am Dallenberg schaffen, eine starke neue Einheit zu bilden, könnte ihm auch einmal ein attraktives Angebot ins Haus flattern, das er kaum ablehnen kann. Für die Kickers muss es also auch darum gehen, das eigene Profil zu schärfen, Spielern und Trainern eine Perspektive zu bieten. Zweitliga-Fußball muss möglich sein, auch im eigenen Stadion. Denn selbst bei einem selbst ernannten Ausbildungsverein sollte der Umbruch nicht zum Dauerzustand werden.

Zeiten, Tickets, TV – Fakten zu den Würzburger KickersZeiten, Tickets, TV – Fakten zu den Würzburger Kickers

Wann spielen die Rothosen? Wo kommen die Spiele im TV?Wie viel kosten die Tickets? Wo finde ich den Live-Ticker? Antworten auf viele Fragen.

Von FRANK KRANEWITTER

Wann spielen die Kickers?

Grundsätzlich gibt es an Wochenendspieltagen in der Dritten Liga fünf verschiedene Anstoßzeiten: freitags um 19 Uhr (ein Spiel), samstags um 14 Uhr (sechs Spiele), sonntags um 13 Uhr (ein Spiel), sonntags um 14 Uhr (ein Spiel) und montags um 19 Uhr (ein Spiel). Hinzu kommen noch zwei Spieltage, die am Dienstag (19 Uhr) und Mittwoch (19 Uhr) ausgetragen werden. Wann die Kickers jeweils ihre Partien austragen, legt der Deutsche Fußball Bund (DFB) jeweils einige Wochen im Voraus fest. Dabei müssen aus verschiedenen Gründen auch die Anstoßzeiten der Erst- und Zweitligisten beachtet werden.

Wie komme ich an Karten?

Tickets kann man über einen Online-Shop im Internet direkt kaufen und ausdrucken. Außerdem sind sie an verschiedenen Vorverkaufsstellen, so zum Beispiel beim Kickers-Fanshop in der Theaterstraße in Würzburg oder bei der Würzburger Main-Post-Geschäftsstelle in der Plattnerstraße zu erwerben. Eine vollständige Liste der Vorverkaufsstellen gibt es auf der Internetseite der Kickers. Die Stadionkassen öffnen in der Regel anderthalb Stunden vor dem Spiel. Bei bestimmten Partien, wie zum Beispiel dem DFB-Pokal-Spiel gegen Erstligist TSG Hoffenheim am 10. August, können zunächst Mitglieder und Dauekartenbesitzer Karten erwerben, ehe der freie Vorverkauf startet.

Was kosten die Karten?

Die Kickers unterscheiden zwei Kategorien von Partien. Bei Spielen gegen vermeintlich unattraktivere Gegner sind die Karten etwas günstiger. Da kostet ein Stehplatz für Normalzahler zehn oder zwölf Euro. Ein Sitzplatz auf der Haupttribüne kostet zwischen 15 Euro (sichtbehindert) und 31 Euro. Bei Topspielen ist die billigste Stehplatzkarte für 12 Euro zu haben, der teuerste Sitzplatz kostet dann 35 Euro.

Wie komme ich zum Stadion?

Der Parkplatz am Dallenberg ist an Spieltagen kostenpflichtig (drei Euro) und häufig schnell ausgelastet. Die An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln aus dem gesamten vvm-Gebiet ist im Eintrittspreis enthalten. Das Ticket gilt auch als Fahrkarte.

Werden die Spiele live im TV gezeigt?

Magenta TV, der Bezahl-Fernsehsender der Telekom überträgt alle Drittliga- Partien auch im Internet. Seit dieser Saison gibt es erstmals auch eine Konferenzschaltung. Auch die ARD und die Dritten Programme dürfen einige Partien live übertragen. Im Bayerischen Fernsehen werden an den ersten Spieltagen drei Partien von 1860 München gezeigt. Die Kickers sind in dieser Saison erstmals am siebten Spieltag dran. Dann überträgt der BR das Heimspiel gegen den FSV Zwickau.

Wie kann ich die Kickers-Spiele live verfolgen?

Von allen Drittliga-Spielen der Kickers gibt es auf mainpost.de einen ausführlichen Liveticker. Rund um die Partien, bei Freundschaftsspielen und auch öffentlichen Trainingseinheiten berichten wir regelmäßig in unserem Kickers-Live-Blog auf mainpost.de