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Sonderveröffentlichung

Main-Spessart

Zarte Brust und köstliche Keule

Zu den herbstliche Verlockungen gehört auch die Martinsgans. FOTO: OBS/BERLIN-CHEMIE AG/EVGENYB - FOTOLIA.COM

  

Binsfelder Hof
Hotel Restaurant Spechtshaardt
Hotel & Restaurant  Zur Schönen Aussicht
Restaurant & Gästezimmer zur Sonne
Hotel-Gasthof Adler
Gasthaus Fischerhütte
Kalorien hin oder her: Die Gans ist und bleibt für die meisten Deutschen das traditionelle Essen zu Martini. Weil das Federvieh längst nicht mehr hinterm Haus gehalten wird und kaum jemand noch Lust auf die Plackereien des Rupfens verspürt, greift die Hausfrau auf frische oder gefrorene Ware – aus der Metzgerei oder aus dem Lebensmittelhandel.

Weit bequemer ist es natürlich, die Martinsgans im Restaurant zu genießen. Überall steht sie nun wieder auf der Speisekarte – als Festschmaus für eine ganze Tischgesellschaft, portionsweise als Tellergericht, nur die zarte Brust oder die köstliche Keule. Serviert mit Rotkraut und fränkischen Klößen, gefüllt mit Äpfeln, Maronen und natürlich einem Stängel Beifuß lässt man sich die Martinsgans schmecken. Die beste Gelegenheit, mal wieder ein Restaurant oder ein Gasthaus zu besuchen.

Martinstag ist Stichtag

Spätestens ab dem 11. November ist die Gans aus den Küche der Gastronomen nicht mehr wegzudenken. Mit dem Martinstag beginnen nach dem christlichen Kalender die Vorbereitungen auf das Weihnachtsfest und es geht auch den Gänsen an den Kragen.

Insgesamt wandern in Deutschland jährlich über sechs Millionen von ihnen in die Bratröhre. Allein in den fünf Wochen vor Weihnachten und zum Christfest selbst werden hierzulande Jahr für Jahr über 20 000 Tonnen Gänse verzehrt.

Nach der Martinsgans wurde drei Wochen lang gefastet, bevor die gregorianische Kalenderreform die vierwöchige Adventszeit einführte und die Abstinenz der Gaumenfreuden um eine Woche verlängerte. Dafür taucht nun die Gans nun auch in vielen Familien als weihnachtlicher Festtagsbraten auf.

Der Gans wird übrigens seit Alters her besondere Heilkraft zugeschrieben. Ihr Fett soll gegen Gicht helfen und ihr Blut gegen Fieber. Als Wundermittel gegen Epilepsie gilt eine Feder vom linken Flügel; sie muss verbrannt, mit Wein vermengt und anschließend getrunken werden.

Wenn Zwei versuchen, den V-förmigen Brustknochen der Gans zu zerbrechen, so geht dem ein Wunsch in Erfüllung, der das größere Stück in Händen hält. Auch die Farbe dieses Knochens hat eine tiefere Bedeutung: ist er blass und weiß, so gibt es einen kargen, kalten Winter, hat er eine schöne rote Farbe, so gehen einem im Winter die Vorräte nicht aus. Na dann: Guten Appetit! arc